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Kerken
Schönleber für alle Lebenslagen

Kerken. Die Kabarettistin zur Matinee im Haus Lawaczeck. Im fast ausverkauften Saal scharfe Beobachtungsgabe und eingängige Melodien. Von Anke Kirking

"40 Fieber" - und trotzdem auf der Bühne im fast ausverkauften Haus Lawaczeck. Denn Dagmar Schönleber hat ihr Programm "40 Fieber zwischen Doping und Doppelherz" vorgestellt. Schon vor vier Jahren war sie zu Gast in Nieukerk, für sie müssen es eben nicht immer die großen Hallen sein. Ihr Programm trifft voll ins Schwarze beim Publikum. Die Gäste, die sich auf ihr Anraten hin erst einmal alle gegenseitig vorstellen sollten, lagen im Altersdurchschnitt zwischen 30 und 50 Jahre. Doch auch für die Menschen vor 30 und nach 50 war es unterhaltsam und mitunter auch informativ.

Mit ihrer scharfen Beobachtungsgabe und einem kommunikativ perfekten Stil begeistert Schönleber. Dabei verpackte sie zum Beispiel alles, was so passiert, wenn man schon 15 Jahre verheiratet ist, und wie man es schaffen kann, auch noch weiter zusammen zu bleiben. Wer hier an langweilige Monologe denkt, der wird enttäuscht. Denn mit ihrer Gitarre und einer tollen Stimme singt sie mit eingängigen Melodien auch darüber, wie man als reisende Rentner immer mobiler wird. Wie man mit dem Schiff zum Beispiel bis Feuerland reist. Denn schließlich ist die "Aida" billiger als ein Senioren-Wohnheim. Wer noch weit weg ist von rüstigen Rentenalter, fand sich dann eher in den treffenden Beschreibungen einer Mutter wieder, deren Kinder in der Pubertät sind. Vom plötzlichen Sprachverlust, wenn der Satz "Keine Ahnung" plötzlich über allem steht. Dass Mädchen ihre Mütter nicht als "beste Freundinnen" brauchen, sondern als Trösterinnen und um das Lieblingsessen in einer Krisensituation zu kochen. Gelegentliche Rückblicke in ihre eigene Jugend und Kindheit machen die Künstler sehr sympathisch, und man konnte sich schnell damit identifizieren. Plötzlich war das Programm schon fast zu Ende und man wunderte sich über die Kurzweiligkeit. Wie schnell doch die Zeit vergeht, wenn man sich amüsiert.

Die Besucher entließen nicht ohne Zugabe. Gleichzeitig richtete sie einen Aufruf an die älteren Besucher. Sie sollten sich zu einer Rentner-Guerilla zusammen tun. Diese können dann Häuser besetzen und sich bei der Räumung Zeit lassen. So können die Rentner auch mit ihren Rollatoren einiges bewegen.

Quelle: RP
 
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