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Kerken
Schüler geben 50er Jahren neuen Glanz

Kerken. Wie war es im Gelderland während der 50er Jahre? Ein Projektkurs des Lise-Meitner-Gymnasiums ist der Frage nachgegangen. Das Ergebnis ist im Haus Lawaczeck zu sehen. Eine faszinierende Ausstellung mit zahlreichen Exponaten. Von Christoph Kellerbach

Es ist erstaunlich, was man alles entdeckt, wenn man sich mit der Geschichte beschäftigt: "Als ich mit Zeitzeugen für meine Projektarbeit darüber geredet habe, wie das Leben eines Gymnasiasten in den 50er Jahren in Geldern war, hab' ich nicht nur erfahren, dass damals bis zu 50 Schülern in einer Klasse unterrichtet wurden, sondern dass sich diese heute wohl auch noch besser benehmen als damals."

Alex Domagala (18) hat sich nämlich im Zuge des "Projektkurses Geschichte Q1" am Gelderner Lise-Meitner-Gymnasium mit dem Thema "Die 50er im Kreis Geldern" beschäftigt. Weitere zwölf Schüler gehörten zu dem Kurs von Deutsch- und Geschichtslehrer Gerd Halmanns. "Wir hatten verschiedene Unterrichtseinheiten und haben zusammengearbeitet mit der Universität Duisburg-Essen. Auch waren wir zum Beispiel in einem Museum in Limburg. Dort wurde uns Museumsdidaktik beigebracht, um die Exponate nachher möglichst optimal präsentieren zu können", erzählte Kursmitglied Sophia Terhorst (17). "Dr. Yvonne Bergerfurth aus dem Gelderner Stadtarchiv hat uns ebenfalls viel geholfen, indem sie uns über Archiv-Techniken informiert hat."

Dass sich die Arbeit gelohnt hat, ist offensichtlich, wenn man im Haus Lawaczeck in Nieukerk einen Blick auf die Ausstellung wirft, die in minutiöser Kleinstarbeit zusammengestellt wurde. Bereits im Eingangsbereich steht ein klassisches Motorrad aus den 50er Jahren, auf dem wohlweißlich ein großer Zettel klebt mit der Aufschrift: "Bitte nicht anfassen!"

Sechs Themengebiete, die es im Kurs zuvor als Projektgruppen gab, bestimmen die Aufteilung der Exponate: Wiederaufbau und Arbeitswelt; Politik und Vergangenheitsbewältigung; Kindheit, Jugend und Schule; Ernährung und Konsum; Eingliederung von Flüchtlingen und Vertriebenen sowie Alltagskultur. Es gibt Glaskästen mit historischen Alltagsgegenständen. Fotoapparate, Modellautos sowie viele andere Sachen sind detailliert ausgezeichnet und warten darauf, bestaunt zu werden. Richtig interaktiv wird es bei dem 50er-Jahre-Wohnzimmer. Mit zeitgenössischen Stühlen, einem Fernseher, Radio und Tisch voller alter Zeitungen ausgestattet, ist dies der Ort, an dem das Flair der 50er Jahre atmet.

Zusätzlich können die verschiedenen Projektarbeiten des Kurses eingesehen werden, "denn jeder Teilnehmer sollte eine schreiben, um sich auch schriftlich mit dem Kursthema zu beschäftigen. Dabei konnten wir frei unsere eigenen Ansätze wählen. So habe ich mich mit den Stadtratswahlen im Kreis Geldern beschäftigt", verriet Sophia Terhorst. "Das hört sich zwar trocken an, ist aber interessant. Es gab in der 50ern sogar schon eine Frau im Stadtrat." Ihre Museums-Projektgruppe beschäftigte sich mit dem Wiederaufbau. "Geldern war ja durch den Krieg sehr stark zerstört", erklärte Terhorst. "Zudem gab es viele interessante gesellschaftliche Aspekte: ein Vergleich der Arbeitswelt zu heute, die Rolle der Frau damals und so weiter."

Quelle: RP
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