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Geldern
Schülerinnen fordern Sicherheit auf B58

Geldern: Schülerinnen fordern Sicherheit auf B58
Die Mädchen des Zehnte-Klasse-Kurses "Sozialwissenschaften" der Liebfrauen-Realschule für Mädchen. Sie stehen an der B 58, die direkt am Schulhof vorbeiführt. An ihrer Seite: Lehrerin Kerstin Siegel (ganz links). Die Jugendlichen fürchten, dass irgendwann einer Mitschülerin etwas passiert. FOTO: Arnulf Stoffel
Geldern. Immer wieder kommt es direkt vor der Liebfrauen-Realschule zu schweren Unfällen auf der B58. Zehntklässlerinnen wollen das nicht länger hinnehmen. Sie haben sich an die Politik gewandt und hoffen auf Abhilfe. Von Sina Zehrfeld

Der jüngste Unfall hat sich wieder einmal direkt vor der Liebfrauen-Realschule ereignet, um 10.45 Uhr am 29. Oktober - die Jugendlichen waren im Unterricht. "Wir haben eine Klasse in der oberen Etage, wir gucken wirklich direkt auf die Straße", erzählt Dana Paasen (15). "Es kamen Rettungswagen, Feuerwehr... Es war erschreckend, dass plötzlich alles so nah war."

Ein 75-jähriger Mann, Bewohner der nahe gelegenen Senioreneinrichtung "Haus Karin", wurde an dem Tag beim Überqueren der Bundesstraße 58 von einem Auto angefahren und lebensgefährlich verletzt. Ein Jahr zuvor war fast an der selben Stelle ein 62-jähriger Rollstuhlfahrer umgekommen, ebenfalls Bewohner von "Haus Karin". Und erst im Sommer 2014 ereignete sich während einer Schulpause, also vor den Augen vieler Kinder, ein Zusammenstoß zwischen Auto und Motorrad. Nur ein Krachen habe man gehört, erinnert sich Anna-Lena Schlensog (16), "und dann hat der Mann sich nicht mehr bewegt".

Solche Bilder will keine von ihnen im Kopf haben. "Aber es ist richtig schlimm, wenn die Kleinen so was sehen", sagt Midori Schmidt (17).

Die Schülerinnen des Zehnte-Klasse-Sozialwissenschaftskurses der Liebfrauen-Realschule wollen jetzt dafür sorgen, dass die Straße sicherer wird. Sie haben Bundes-Bauministerin Barbara Hendricks (SPD) als lokale Abgeordnete angeschrieben, hoffen auf Rückmeldungen aus der Politik, planen eine Unterschriftensammlung.

Sie sind auch in Sorge, dass irgendwann mal einer Mitschülerin etwas passiert. Zum Beispiel wegen der Bushaltestelle "Am Rathaus", die gegenüber der Schule liegt. "Wir haben um ,zehn nach' Schule aus, um ,zwölf nach' fährt der Bus weg", erklärt Dana Paasen die Lage. Um ihn noch zu erwischen, laufen viele eben schnell schräg über die Straße. Und es geht noch gefährlicher: "Ich habe auch schon gesehen, dass, wenn es nur in eine Richtung frei war, sie erst bis zur Mitte gelaufen sind und dann rüber."

Beim "Haus Karin" stößt das Engagement der Jugendlichen auf große Unterstützung. Beide Unfälle hätten große Betroffenheit ausgelöst, sagt Pflegedienstleiter Sören Heetfeld. Das Problem: "Wir liegen genau in der Mitte zwischen der Verkehrsinsel am Penny-Markt und der Ampel an der Liebfrauenschule." Möchten die Bewohner zum Beispiel für einen Einkauf zur Tankstelle, dann laufen sie nicht hunderte Meter in die "falsche" Richtung bis zur Querungshilfe - sie gehen einfach rüber. "Am liebsten hätten wir eine Verkehrsinsel direkt vor der Einrichtung", so Heetfeld. Aber da seien die Chancen wohl gering.

Auch die Liebfrauen-Schülerinnen haben Verschiedenes erwogen. "Ein Zebrastreifen war unsere erste Überlegung", sagt Dana Paasen. An eine Bedarfsampel habe man gedacht, nur gebe es ja 200 Meter weiter schon eine. Ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern wäre gut, könnte aber schwierig durchzusetzen sein - immerhin geht es um eine Bundesstraße.

Die Mädchen wollen ihre Vorstellungen realistisch halten. Ein wichtiger Punkt, auch für ihre Lehrerin Kerstin Siegel. Aber irgendetwas, finden die jungen Leute, muss sich tun. Ihr Appell: Wer Ideen hat, möge sich - so wie sie - an Politik und Verwaltung wenden.

Quelle: RP
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