| 00.00 Uhr

Schülerzeitungsredakteure
Schülerzeitungen bleiben populär

Schülerzeitungsredakteure: Schülerzeitungen bleiben populär
In den Redaktionsräumen der Rheinischen Post in Kleve sitzen diesmal die Schülerzeitungsmacher selbst beim Interview. Julian Langenhuizen, Jan-Wellem Witzke und Elena Dominick (v.l.) im Gespräch mit RP-Mitarbeiter Maarten Oversteegen. FOTO: markus van offern
Geldern. Die Redakteure der Zeitung "Notenfrei" der Klever Karl-Kisters-Realschule, Julian Langenhuizen und Jan-Wellem Witzke (15), sowie Elena Dominick (17) vom "Pegasus" des Stein-Gymnasiums berichten, was eine gute Schülerzeitung ausmacht.

Kreis Kleve Im Interview schildern die Schülerzeitungsredakteure, wie viel Aufwand hinter der Gestaltung einer Schülerzeitung steckt. Bei der Arbeitsweise und der Historie gibt es große Unterschiede zwischen den Zeitungen; der Preis aber ist einheitlich: Einen Euro zahlt man für beide Blätter.

Liebe Schülerzeitungs-Redakteure, seit wann seid ihr bei der Schülerzeitung aktiv?

Jan-Wellem Witzke Wir sind jetzt seit einem Jahr dabei. Das Fach Schülerzeitung haben wir verpflichtend in der neunten Klasse im Unterricht. Danach haben wir freiwillig weitergemacht.

Elena Dominick Ich habe mit dem Projekt Ende 2014 mit einem ehemaligen Mitschüler begonnen. Seitdem bin ich auch dabei geblieben.

Was reizt dich an dem "Job"?

dOMINIcK Ich mag den Prozess von der Ideensammlung zu der fertigen Ausgabe, die man dann in den Händen hält. Das macht einen dann wirklich stolz. Außerdem schreibe ich natürlich sehr gerne Artikel.

Habt ihr in euren Redaktionen einen Chefredakteur?

dOMINIcK Nein, den haben wir nicht. Aber ich muss sagen, dass es diesen manchmal brauchen würde. Gelegentlich müsste jemand stärker an die vereinbarten Termine erinnern und anderen auf die Füße treten.

Witzke Ja also wir beide sind gemeinsam Chefredakteure. Dennoch werden wir auch intensiv von einem Lehrer betreut. Seit einigen Jahren ist das Herr Best, der auf den Zeitplan aufmerksam macht und gelegentlich auch selber Texte schreibt. Das brauchen wir auch. Unsere Aufgabe besteht vor allem daraus, die jüngeren Schüler anzulernen oder Texte zu überarbeiten. Die Chefs haben wir innerhalb der Redaktion gewählt. Aber wir sind als Redaktionsleiter nicht streng; wir helfen den anderen nur.

Was ist die Geschichte eurer Schülerzeitung?

Langenhuizen Die Zeitung begann mit einer kleinen Gruppe von Schülern, die Texte schrieben. Das war im Jahre 2004. Die Entwicklung der Zeitung war durchweg positiv und die Auflage stieg immer weiter. In den letzten Jahren haben wir dann auch viele Preise gewonnen; wie zum Beispiel den deutschlandweiten Schülerzeitungswettbewerb der Länder. Die erste Auflage umfasste 80 Zeitungen, heute sind es 600. Wir sorgen heute als Team mit etwa 55 Mitarbeitern für vier Ausgaben pro Jahr.

Dominick Unsere Schülerzeitung gibt es schon sehr lange. Die erste Ausgabe ist von 1951. Die Zeitung hat es dann sehr lange gegeben; wurde aber irgendwann eingestellt. Wir haben dann viel darüber gehört und uns uralte Ausgaben angesehen, die ebenfalls unter dem Namen "Pegasus" veröffentlicht wurden. So eine Ausgabe war damals noch ein immenser Aufwand; die ganz alten wurden sogar noch gestempelt. Dann habe ich mit einem ehemaligen Mitschüler die Schülerzeitung 2014 reaktiviert; heute haben wir eine Auflage von 120 Zeitungen und arbeiten in einem Team von sechs Personen. Mit diesem Team versuchen wir, einmal im Quartal die Zeitung zu veröffentlichen.

Lesen die Schüler überhaupt noch?

Witzke Ja, also wir haben extra dafür sogenannte Lesepausen eingerichtet. Da können die Schüler dann lesen, was sie wollen. Häufig ist das dann unsere Schülerzeitung. Das Feedback, das wir von unseren Käufern bekommen, ist sehr gut, da wir uns an alle Altersklassen richten. Wir haben beispielsweise die Junior-Seiten für die jüngeren Schüler. Gleichzeitig werden die Jugendlichen von den anspruchsvolleren Texten angesprochen. Es ist für jeden was dabei.

Dominick Das Feedback ist bei uns auch durchaus gut. Es gibt natürlich Leute, die den Inhalt nicht gut finden, aber es kommen auch sehr viele Mitschüler, die sagen, dass es super ist, was wir machen. Diese Meinungen kommen gerade auch von Lehrern. Ich glaube, dass alle Klassenstufen unsere Zeitung kaufen. Dennoch dürften sich die älteren Schüler eher für unsere Texte interessieren.

Langenhuizen Um wirklich alle zu erreichen, versuchen wir immer einen Mix aus humorvollen und anspruchsvolleren Texte herzustellen. Das scheint uns ganz gut zu gelingen, zeigen unsere Umfragen. Wir wollen aber auch nur darüber schreiben, worauf wir selber Lust haben.

Was sind denn die Themen, die die Schüler reizen?

Dominick Das ist sehr unterschiedlich. Anfangs hieß es, wir seien zu politisch. Was aber am meisten interessiert, ist das Gespräch mit Lehrern - natürlich nur, wenn man ihnen besondere Fragen stellt. Ansonsten schreiben wir über die Themen, die die Schüler im Alltag beschäftigen. Beispielsweise haben wir häufig das Thema, was man nach der Schule macht, angesprochen.

Langenhuizen Also Lehrerinterviews oder schulinterne Themen kommen tatsächlich immer sehr gut an. Wir schreiben aber auch über politische Themen wie die Bundestagswahl. Auch das ist beliebt.

Ist die Jugend denn noch politisch?

Witzke Also die Texte dürfen nicht zu lang sein. Kurz und knackig müssen die Artikel sein. Aber die Jugend ist noch politisch. Dass sie sich für politische Texte interessieren, liegt daran, dass Schüler für Schüler schreiben und nicht Erwachsene von oben herab.

Wollt ihr später Journalisten werden?

Langenhuizen Das könnte schon sein, bin mir aber noch unsicher. Schließlich bin ich noch recht jung.

Dominick Ich kann mir das sehr gut für meine Zukunft vorstellen. Ich habe auch bereits in diesem Bereich Praktika gemacht und Berufserfahrung sammeln können.

MAARTEN OVERSTEEGEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Schülerzeitungsredakteure: Schülerzeitungen bleiben populär


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.