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Geldern
Schutz für historische Grabmäler geplant

Geldern. Auch wenn es eine einzige Gegenstimme der Linken gab: Der Gelderner Kulturausschuss war sich jetzt mit überwältigender Mehrheit einig, dass die historischen Grabmale und Grabstätten auf den Friedhöfen möglichst bald geschützt und so für die Nachwelt erhalten werden sollen. Die SPD hatte einen entsprechenden Antrag gestellt (die RP berichtete).

Bei den Grabmälern oder -stätten handelt es sich teilweise um künstlerisch oder historisch wertvolle Arbeiten. Es kann sich aber auch um Grabstätten von bekannten Geldernern handeln, die für die Geschichte der Stadt von Bedeutung gewesen sind. Grundlage für eine Art Bestandsaufnahme aller erhaltenswerten Gräber soll eine Liste von Gelderns verstorbenem Archivar Dr. Stefan Frankewitz sein. Darauf hatte der bekannte Historiker bereits 69 Grabstätten als erhaltenswert eingestuft, wie im Ausschuss deutlich wurde.

"Das ist ein guter Antrag der Kollegen", erklärte Dr. Ralf G. Jahn (CDU) augenzwinkernd in Richtung der SPD-Fraktion. Der städtische Friedhof in Geldern sei eine Art historische Parklandschaft, die zum Spazieren, Anschauen, aber eben auch zum Erholen einlade. "Dieses Erbe sollten wir pflegen", so der Historiker, der auch den SPD-Vorschlag von Patenschaften für Grabstätten unterstützte.

Womit Jahn bei den Genossen offene Türen einrannte. Laut Doris Keuck und Peter Busch sollten nun Fachleute eingebunden werden, um die Frankewitz-Liste zu vervollständigen. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass nach Auslaufen von Grabstätten diese plötzlich von Angehörigen wieder eingeebnet würden. Eine Befürchtung, die Petra Berges in ihrer Funktion als Erste Beigeordnete im Rathaus aber entkräften konnte. "Sobald ein Grab aufgegeben werden soll, werden wir als Amt beteiligt", sagte sie.

Wichtig erscheint einigen Politikern auch, dass die Gräbstätten dort erhalten werden, wo sie sich befinden, und nicht woanders neu aufgebaut werden. Bernd Bianchi (Grüne): "Wir würden sonst den Friedhof als Geschichtspfad kaputt gehen lassen." Nur so könne man die sich wandelnde Begräbniskultur für Nachfolge-Generationen erhalten.

(luk)
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