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Geldern
Seit 20 Jahren in Farben schwelgen

Geldern: Seit 20 Jahren in Farben schwelgen
Vereinsvorsitzende Ingrid Schade zeigt die Broschüre über 20 Jahre Freizeit-Künstler Geldern und die Einladung zur neuen Ausstellung. FOTO: gerhard Seybert
Geldern. Die Freizeit-Künstler Geldern feiern runden Geburtstag. Jubiläumssausstellung im Martini-Haus Veert. Ein Wochenende lang zeigen die 15 Mitglieder unter dem Motto "Freizeit" ihre Bilder. Ein Rückblick auf die Vereinsgeschichte. Von Michael Klatt

Die Zeit, als die Männer und Frauen zum Teil viele Stufen erklimmen mussten, um ihre kreativen Arbeiten zu präsentieren, ist vorbei. Früher war der Mühlenturm am Südwall der Ausstellungsort für die Freizeit-Künstler Geldern. Doch für manche wurde es schließlich zu beschwerlich, bis hinauf in die vierte Etage zu steigen. Seit 2012 ist das Martini-Haus in Veert die, ebenerdige, Stamm-Galerie für die Gruppe. Dort veranstaltet sie auch ihre Ausstellung anlässlich des 20-jährigen Bestehens (siehe Box).

Rita Eck-Obertreis rief die Freizeit-Künstler ins Leben. "Eine kreative Frau", beschreibt Ingrid Schade die Gründerin, von der sie 2002 das Amt der Vorsitzenden übernahm. Peter Busch, als Vorsitzender des Vereins "Kuhnst-Turm" ein Motor in der Gelderner Kunst-Szene, habe gesagt "Mach' doch mal", und also wagte es Rita Eck-Obertreis, die damals am kleinen Markt ein Geschäft für Handarbeits- und Bastelartikel betrieb.

Sieben Personen fanden sich zur Vereinsgründung. In Spitzenzeiten brachten es die Freizeit-Künstler auf 20 Mitglieder. Jetzt hat sich die Zahl bei 15 eingependelt. "Das ist ein fester Kreis, wie eine große Familie", findet die Vorsitzende. Einmal im Monat trifft sich das Team in der Gaststätte "Zur Brille" am Issumer Tor, um über Themen für Ausstellungen nachzudenken. Auf insgesamt mehr als 50 Schauen hat es der Kreis, dem nicht nur Gelderner angehören, sondern auch Künstler aus Issum, Kevelaer und Winnekendonk, bisher gebracht.

Die Mitgliederzahl passe auch zu dem gemütlichen, familiären Ambiente des Martini-Hauses, stellt Ingrid Schade fest. Die Bilder dürfen dort nicht aufgehängt werden, sondern stehen auf Staffeleien. Jeder setzt das gemeinsam festgelegte Thema auf seine Weise um.

Für die kommende Ausstellung lautet das Motto "Freizeit". "Da ist jeder frei in seiner Maltechnik", erklärt die 76-jährige Vorsitzende. Und natürlich frei in seiner Motivfindung. Sie selber ist mit Wasser-Impressionen vertreten, in Blau-Grün gehalten, mit Sand-Strukturen, Spiegelungen und zerlaufenden Farben.

"Malen entspannt", sagt die Geldernerin über ihr Hobby. Früher hat sie eher gegenständlich gemalt, Naturmotive vor allem. Mittlerweile ist sie eher beim Abstrakten. "Man muss sich etwas verändern", sagt die Malerin, die sich von der Technik Gerhard Richters inspirieren lässt. "Die finde ich spannend."

Eine Zeit lang waren Schuhe in allen Variationen ihr Thema. Das ist für sie eine Reminiszenz an die Zeit, als sie Azubi in der längst nicht mehr bestehenden Schuhfabrik Krausse am Gelderner Nordwall war. Sie hatte eine Sammlung von fast 150 Kinderschuhen und malte später unter anderem die Freiheitsstatue mit einem Schuh von Marilyn Monroe, einen Schuh unter der Rialto-Brücke in Venedig und einen am Prater-Riesenrad. Auch verfertigte sie eine Collage über die Entwicklung des Schuhs. "Doch jetzt habe ich lieber Fließendes als Filigranes", sagt Ingrid Schade.

Weitere Termine haben die Freizeit-Künstler bereits fixiert. Sie zeigen die Bilder ihrer Jubiläumsschau vom 24. Oktober bis 30. November im Foyer der Gelderner Stadtverwaltung. Im Mai machen sie wieder mit bei den Kreis Klever Kulturtagen, im August ist das nächste offene Atelier im alten Wachtendonker Wasserwerk. Und auch das Turmstipendium in Geldern organisiert die Gruppe wieder mit.

Quelle: RP
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