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Geldern
Selbstfindung ohne Plan und Bargeld

Geldern. Es ist ein ungewöhnlicher Trip. Ole Engfeld aus Rees-Haldern ist nach Indochina geflogen. Um das Abenteuer zu suchen. Um sich selbst zu finden.

Drei Monate soll die Reise dauern. Eine lange Zeit, für die er eigentlich keinen konkreten Plan hat, wie Ole Engfeld verrät. Der 29-Jährige hat lange als Mitarbeiter für die Rheinische Post gearbeitet und wird jetzt in einer Kolumne regelmäßig von seinen Erlebnissen unterwegs berichten.

Drei Monate Indochina: Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha stehen auf der Wunschliste für den bevorstehenden Erlebnistrip des jungen Mannes aus dem kleinen Dorf am Niederrhein. Hier ist Ole Engfeld fest im Dorfleben integriert, er arbeitet auch beim weltbekannten Haldern Open-Air-Festival mit, sieht Haldern als echten Heimatort.

Eben davon nimmt er jetzt für mehrere Monate Abschied. Da steIlt sich die Frage nach dem Warum? "Inspiriert von vielen Menschen innerhalb meines Dunstkreises, die ähnliches zuvor wagten, ist es auch mein Ziel, der niederrheinischen Heimat zumindest temporär Lebwohl zu sagen", erläutert der 29-Jährige. Work-and-Travel in Australien? Dafür fehlte ihm früher das Interesse. Auslandssemester? "Dafür fehlten mir damals das Geld und der Mut. Jetzt, mit fast 30 Jahren, habe ich das Gefühl, so ein Vorhaben könnte sich noch ganz gut in meiner Erfahrungsliste machen."

Bislang führten ihn seine Rucksack-Touren nur durch Dänemark, Schweden und Irland. Während die Verlobte die heimische Wohnung in Haldern pflegt, der Arbeitgeber nach dem unbezahlten Urlaub auf die Wiederkehr hofft und der Rucksack gepackt ist, kann der Flug von Düsseldorf nach Bangkok starten. Viele Menschen inspiriert so etwas dazu, einen ganzen (Schul-)Block voll zu schreiben oder gar Seiten in einem Buch zu füllen. "Auf beides hatte ich keine Lust", meint Ole. Aber zu einer kleinen Kolumne in der RP habe er sich überreden lassen. "Da ich eh noch keinen konkreten Plan für meine Reise habe, kann ich mir so etwas die Zeit vertreiben, bis mir was einfällt, wie ich den Tag rumkriege oder wo ich hinreisen könnte."

Einfach gar keinen Plan zu haben, "daran muss ich mich als durchorganisierter Deutscher auch erst mal gewöhnen", sagt er. Genau so daran, kein Bargeld mitzuhaben. Seine Bank hatte nämlich bei der Sortenbestellung versehentlich nicht 150 Euro in Thailändischen Baht geordert, sondern ihm 150 Thailändische Baht gegeben, was umgerechnet 4,50 Euro sind - weniger als die dafür vorgesehene Bearbeitungsgebühr von fünf Euro. "Egal. Die Bankmitarbeiterin versicherte mir, dass ich überall Geld abheben könne, und die angefallene Bearbeitungsgebühr werde sie mir sogar erstatten. Meine Freude und Aufregung konnte ich kaum in Worte fassen."

Quelle: RP
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