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Wachtendonk
Seltene Klänge im alten Bürgerhaus zu hören

Wachtendonk. Zum zweiten Mal fand das Wachtendonker Musikwochenende statt. Der Kulturkreis präsentierte Musiker mit speziellen Instrumenten. Kulturkreis-Vorsitzender zufrieden mit der Besucherzahl. Von Liss Steeger und Udo Spelleken

Zum zweiten Mal fand das Wachtendonker Musikwochenende auf Einladung des Wachtendonker Kulturkreises im Bürgerhaus "Altes Kloster" statt. Künstler aus der Region stellten sich mit ihren speziellen Instrumenten und ausgewählten Musikstücken vor.

Den Musikreigen eröffnete am Freitagabend Sophie Knops-Brockerhoff aus Mönchengladbach an der Gitarre mit dem Genre Folk-Pop-Blues. "Abgefahren", meinte Kulturkreis-Vorsitzender Thomas Echelmeyer, der mit dem Besuch von mehr als 50 Musikliebhabern zufrieden war. Die erst 18-Jährige verarbeitete in ihren selbst komponierten Stücken ihre alltäglichen Erlebnisse. Der junge Multi-Instrumentalist Fabian Küpper entführte das Publikum mit dem außergewöhnlichen Instrument "Blue Point Steel Harp". Das ist eine neuartige Steeldrum, mit ihr ging es auf eine sphärisch-mystische und dennoch harmonische Klangreise. Mit seinem Instrument bewegte Küpper sich von sanften Harmonien über getragene Grooves bis hin zu einem virtuosen Klangregen.

Am Samstag begann das Saxophon-Quartett "Multiphonic" mit der klassischen Ouvertüre aus Rossinis "Wilhelm Tell". Die vier Musiker Silas Kurth (Sopransaxophon), Simon Streit (Altsaxophon), Fabian Blümke (Tenorsaxophon) und Luca Winkmann (Baritonsaxophon) spielen seit 2007 zusammen. Die Vielseitigkeit der Saxophone zeigten sie im "Quartett F-Dur", genannt das "Amerikanische", das ursprünglich von Antonín Dvorák in Spillville (USA) geschrieben wurde. Es spiegelte eindrucksvoll, in einer besonderen Intimität und zugleich auch in außerordentlicher Freudigkeit und Farbenpracht die Impressionen der Landschaft wider. Das "Air" aus Bachs Ouvertüre Nr. 3, eines der beliebtesten Barockstücke überhaupt, wirkte auf den Saxophonen ungewöhnlich warm und harmonisch. Modern ging es mit repetitiven Elementen in der Minimalmusik weiter.

Die Zuhörer wurden von Fabian Blümke, der charmant durch das Programm führte, aufgefordert, auf die kleinen, feinen Veränderungen im Spiel zu achten, die sich teilweise "rückwarts" anhörten. Als "trauriger Gedanke, den man tanzen kann" spielten die "Multiphonicer" den "Libertango" von Astor Piazzolla sehnsuchtsvoll, feurig und wehmütig. Bekannte Stücke wie "Rhapsody in Blue" von George Gershwin und "Klezmer Triptych" von Mike Curtis" rundeten die erstklassigen Leistungen der jungen Musiker ab.

Als einziger professionell tourender Autoharpspieler bereicherte Alexandre Zindel als Sänger und Komponist das Musikwochenende. Er kombiniert dieses faszinierende, von der Zither abstammende Folk-Instrument mit einer feinen, charaktervollen Stimme in bekannten Folksongs, Chansons, Blues und Liedern. Die 36-saitige "Volkszither" klang wunderbar voll wie zwei Gitarren und dann wieder zart wie eine Zither. Mit getragenen Stücken beeindruckte er das Publikum nicht nur durch seine Virtuosität auf dem Instrument, sondern auch durch seine angenehme Stimme.

Auch am gestrigen Sonntag stand noch Außergewöhnliches auf dem Programm des Wachtendonker Musikwochenendes. Die zwei Brüder von "Flatlandersfolk" produzierten im Bürgerhaus mit Mandoline, Gitarre und Gesang Musik in ihrer reduziertesten, komprimierten Form, die direkt in Herz und Tanzbein drang. Dudelsackspieler Axel Römer hat sich innerhalb von 18 Jahren auf dem schwierig zu spielenden schottischen Dudelsack perfektioniert.

Die nächsten Veranstaltungen des Kulturkreises sind im Internet unter www.kulturkreis-wachtendonk.de zu finden.

Quelle: RP
 
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