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Issum
Sevelen: Milchlaster rammt Hauswand

Laster kracht in Haus in Issum
Laster kracht in Haus in Issum FOTO: Guido Schulmann
Issum. Spektakulärer Unfall gestern an der Büllenstraße: Ein Lkw wird von einem Kleintransporter gegen ein Haus gedrückt. Das Gebäude wird schwer beschädigt, die 91-jährige Bewohnerin erleidet einen Schock. Von Sebastian Latzel

Der Vorfall lässt selbst erfahrene Polizisten den Kopf schütteln. "Dass Autos in ein Haus fahren, kommt immer mal wieder vor. Aber das passiert dann draußen auf der Landstraße und doch nicht mitten im Ort", meint der Beamte beim Blick auf das weiße Haus an der Ecke Büllenstraße / Kuyckheide. Die Fassade hat dicke Risse, die Tür ist komplett herausgebrochen, überall liegen Scherben und rausgebrochene Steine. Reste eines spektakulären Unfalls, der sich gegen 10 Uhr ereignete. Nach Angaben der Polizei war da ein 36-Jähriger aus Kaarst mit einem Milchtransporter auf der Kuyckheide Richtung Sevelen Dorfkern unterwegs, als er an der Kreuzung mit der Büllenstraße von dem Kleinlaster eines Kempeners (34) erfasst wurde, der offenbar die Vorfahrt missachtet hatte. Der Kleintransporter traf den Milch-Lkw vorne links an der Achse und brachte den Wagen von der Straße ab. Er krachte gegen die Wand des Hauses und rutsche daran weiter bis in die Hecke des Gartens und kam dort zum Stehen.

Die Hecke ist komplett niedergerissen, das Haus schwer beschädigt. Auch an den beiden Fahrzeugen entstand hoher Sachschaden. Im Haus befand sich zum Unfallzeitpunkt die 91-jährige Christine Reich. "Sie hat einen lauten Knall gehört und einen unheimlichen Schreck bekommen", berichtet ihr Sohn Karl-Bernd, der mit ihr in dem Eigenheim wohnt, zur Zeit des Unglücks aber nicht im Haus war.

Daher ist er besonders froh, dass seiner Mutter nichts passiert ist. "Ich kann hier nur unseren Nachbarn ganz besonders danken. Sie haben sich rührend um meine Mutter gekümmert und sie aus dem Haus geholt", berichtet Reich, der seine Mutter zu Verwandten nach Issum brachte, nachdem der Notarzt die Seniorin versorgt hatte.

Wann sie wieder zurück in ihr Haus kommen wird, sei noch offen. "Erst einmal werde ich mit meinem Bruder im Haus bleiben." Wichtig sei, dass seine Mutter sich in Ruhe erholen könne. Fest stehe aber: "Sie will natürlich wieder in ihr Haus zurück." Wie stark die Beschädigungen sind, das sollen die weiteren Untersuchungen zeigen. Die Feuerwehr stellte Risse im Mauerwerk des Hauses fest. Der als einsturzgefährdet geltende Eingangsbereich muss abgestützt werden. Es sind auf jeden Fall aufwändige Sanierungsarbeiten nötig, um das Gebäude instand zu setzen.

Das Haus stammt etwa aus dem Jahr 1880. Im Laufe der Jahre hat Hans-Bernd Reich erleben müssen, dass die Kreuzung nicht ganz ungefährlich ist. Immer mal wieder habe es Unfälle gegeben. Auch seien schon andere Autos nur haarscharf am Gebäude vorbeigefahren. "Einmal ist hier das Fallrohr der Dachrinne von einem Wagen abgefahren worden", erzählt er.

Nach dem Vorfall hat er erst einmal tief durchgeatmet. "Die Schäden lassen sich reparieren, wichtig ist, dass meiner Mutter nichts passiert und alles noch recht glimpflich ausgegangen ist." Die Fahrer der Wagen verletzten sich bei dem Unfall leicht.

Der Bereich an der Kreuzung war für mehrere Stunden gesperrt, weil die Feuerwehr die Straße reinigen und die Polizei Spezialaufnahmen aus der Luft machen musste, um den Hergang genau rekonstruieren zu können.

Quelle: RP