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Issum
Sevelener Betrieb für Engagement geehrt

Issum: Sevelener Betrieb für Engagement geehrt
Dr. Peter Sommer präsentiert eines seiner Geräte in seinem Sevelener Unternehmen. FOTO: Gerhard Seybert
Issum. Kürzlich wurde das Unternehmen "Dr. Sommer Werkstofftechnik" mit dem Hochschulpreis ausgezeichnet. Gründer Dr. Peter Sommer hält regelmäßig Vorlesungen ab. Sein Betrieb kümmert sich um Schadensfalluntersuchungen. Von Christian Cadel

Seit vielen Jahren kooperieren Unternehmen erfolgreich mit Hochschulen. Auch die Hochschule Rhein-Waal setzt auf dieses Konzept. Gerade für Studenten in technischen Studiengängen ist es wichtig, die Lehrinhalte anschaulich und praxisnah übermittelt zu bekommen.

Einen großen Beitrag dazu leistet der Sevelener Unternehmer Dr. Peter Sommer. Seit drei Jahren hat er einen Lehrauftrag der Hochschule Rhein-Waal und hält in seinem Betrieb "Dr. Sommer Werkstofftechnik" in Sevelen Vorlesungen und Seminare ab. Vor kurzem wurde der Werkstoffwissenschaftler für seine Leistungen mit dem Hochschulpreis der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve geehrt. "Das ist eine sehr schöne Auszeichnung, die mich auch mit Stolz erfüllt", sagt er. "Vorher hatten wir gar nicht an den Hochschulpreis gedacht. Issums ehemaliger Bürgermeister Gerhard Kawaters hat uns schließlich als Preisträger vorgeschlagen."

Über Langeweile kann sich der Sevelener jedenfalls nicht beklagen. Seitdem er im Jahr 1988 sein Unternehmen gegründet hatte, ging es langsam, aber stetig bergauf. Mittlerweile arbeiten 26 Mitarbeiter in seinem Betrieb. "Mein erster Arbeitsplatz war das Esszimmer zu Hause. Unser erstes Produkt war eine Datenbank über verschiedene Stahlarten. Im Laufe der Jahre haben wir uns aber ständig weiterentwickelt. Das ging zunächst langsam, weil wir großen Wert darauf legen, gesund und ohne Fremdfinanzierungen zu wachsen", erklärt Sommer.

Die Datenbank, die heute immer noch ständig aktualisiert wird, ist mittlerweile aber nicht mehr das Zugpferd. Sommers Betrieb konzentriert sich heutzutage hauptsächlich auf Schadensfalluntersuchungen. Mehr als tausend Einzelteile werden pro Jahr auf ihr Material oder auf Schäden geprüft. Der Schwerpunkt liegt in der Analyse von Teilen von Windkraftanlagen oder der Antriebstechnik für Walzwerke. Der überwiegende Anteil der Kunden kommt aus der Privatwirtschaft. "Aber auch aus öffentlicher Hand bekommen wir hin und wieder Aufträge", sagt Sommer. Da der 65-Jährige im Laufe seiner Karriere ständig Kontakt zu anderen Unternehmern hält und oft auf Messen oder Kongressen unterwegs ist, hat sich mittlerweile in der ganzen Welt herumgesprochen, dass im kleinen Sevelen ein exzellentes Werkstofftechnik-Unternehmen seinen Sitz hat. Damit der positive Ruf auch erhalten bleibt, achtet Sommer darauf, seine Geräte, die teilweise mehrere hunderttausend Euro kosten, ständig up to date zu halten.

Obwohl der Betrieb aus mehreren Werkshallen und Laborräumen besteht, wird es langsam eng an der Hellenthalstraße in Sevelen. "Seit 1997 sind wir hier am Standort vertreten. Teilweise konnten wir den Betrieb schon erweitern, derzeit platzt er aber aus allen Nähten."

Dass Sommer mal ein solch erfolgreiches Unternehmen aufbauen würde, habe er sich als Jugendlicher so auch nicht vorstellen können. "Ursprünglich wollte ich etwas im kaufmännischen Bereich machen. Als ich mit 14 Jahren dann meine Lehre als Werkstoffprüfer begonnen habe, habe ich gleich gemerkt, dass mir die Arbeit sehr viel Spaß macht."

Auf dem zweiten Bildungsweg studierte Sommer später an der FH Dortmund und der TU Berlin und hängte schließlich auch noch seine Promotion an der ehemaligen Mercator-Universität in Duisburg hinten dran. "Ich war schon vor meinem Lehrauftrag für die Hochschule Rhein-Waal als Lehrbeauftragter tätig. Vor allem der Kontakt zu den Studenten und das Vermitteln von Wissen gefallen mir", sagt Sommer. Derzeit kommen regelmäßig zehn Studenten in seinen Betrieb, um das ABC der Werkstoffwissenschaften praxisnah zu lernen.

Ein Ende hat sich der 65-Jährige noch nicht gesetzt. Seine Nachfolge ist aber bereits geregelt. Seine beiden Söhne agieren schon in der Geschäftsleitung mit und sollen den Betrieb, in dem fast alle Familienmitglieder arbeiten, irgendwann übernehmen. "Es gibt aber noch keine Notwendigkeit, aufzuhören. Die Aufgaben sind gut verteilt und ich habe noch eine Menge Spaß an meiner Arbeit", sagt der Sevelener.

Quelle: RP
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