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Issum
Sevelens Pfarrsekretärin legt den Telefonhörer beiseite

Issum. Nach 30 Jahren wird Maria Eumes in den Ruhestand verabschiedet. Aufgaben sind im Laufe der Zeit vielfältiger geworden. Gelegenheit zum Danke-Sagen gibt es am Sonntag nach der 9-Uhr-Messe.

Eine Frau steht am Sonntag in Sevelen im Mittelpunkt: Maria Eumes. Nach 30 Jahren als Sekretärin im Pfarrbüro der katholischen Kirchengemeinde St. Anna Issum und Sevelen wird sie am 28. Februar in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

"Sie war mit Leib und Seele Pfarrsekretärin. Als erste Anlaufstelle für glückliche und traurige Menschen. War da in Freud und Leid. Hatte für all die Menschen immer ein offenes Ohr", lobt Cornelia Graßhoff, Vorsitzende des Pfarreirates von St. Anna. In den 30 Jahren habe Maria Eumes sich auf drei verschiedene Pfarrer und einige Pfarrverwalter einstellen müssen.

Vor 30 Jahren wurde sie für zehn Wochenstunden verpflichtet. Nach einer Berufspause von zehn Jahren und Geburt zweier Kinder war für sie die Zeit gekommen, wieder in den Beruf einzusteigen. Nach einigen Tagen bekam sie die Aufforderung: Machen Sie doch mal eine Arbeitsplatzbeschreibung von Ihrer Tätigkeit. Es war damals noch ungewöhnlich, eine Pfarrsekretärin einzustellen. Die Tätigkeiten in den Pfarrbüros wurde von vielen Haushälterinnen der jeweiligen Pfarrer verrichtet.

Maria Eumes erinnert sich daran, dass alles auf der elektrischen Schreibmaschine geschrieben werden musste, mit Kohle- und dünnem Durchschlagpapier. Für den Pfarrbrief wurden Matrizen angefertigt, Stress war programmiert, wenn die Gottesdienstordnung sich änderte und alles neu geschrieben werden musste. Welch ein Segen war der erste Computer im Pfarrbüro. Dafür besuchte sie einen Kursus bei der VHS.

Das Pfarrbüro ist nicht nur ein rein wirtschaftlich ausgerichteter Dienstleistungsort, sondern auch Raum für ein gutes Gespräch, Anlaufstelle für Hilfesuchende, Ort der Zuwendung und die stille Hoffnung auf ein freundliches Lächeln. Für eine Pfarrsekretärin hat sich das Berufsbild in den 30 Jahren gewandelt, das Aufgabengebiet ist vielfältiger und umfangreicher geworden Die Begegnung mir der Pfarrsekretärin stellt in manchen Pfarreien oft den ersten und einzigen Kontakt zur Kirche dar. Auch sind Pfarrsekretärinnen zunehmend für die kaufmännisch verwaltenden und organisatorischen Tätigkeiten zuständig und sorgen dafür, dass der Informations- und Kommunikationsfluss zwischen Seelsorgeteam, Pfarrangehörigen und Pfarrangestellten funktioniert. In den Pfarrbüros laufen die Fäden zusammen.

"Ich habe diesen Beruf sehr gerne und mit viel Herzblut ausgeübt. Man gibt viel, aber man bekommt auch ganz viel dafür zurück. Ich würde es immer wieder tun", versichert Maria Eumes. "Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die mir im Laufe meines Berufsalltags begegnet sind." Die Möglichkeit zur persönlichen Verabschiedung ist am Sonntag, nach der 9-Uhr-Messe mit einem Stehempfang im Pfarrheim Sevelen gegeben.

Quelle: RP
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