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Zu wenig Parkraum
Sichere Parkplätze für den Lkw-Verkehr

Zu wenig Parkraum: Sichere Parkplätze für den Lkw-Verkehr
Blick aus der Vogelperspektive auf die Autobahnraststätten Kalbecker Forst. Dort gibt es insgesamt 28 Lkw-Stellplätze. FOTO: Gottfried Evers
Geldern. Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg-Wesel-Kleve hat mit der Uni Duisburg-Essen eine Bestandsaufnahme gemacht. Jetzt sollen Lösungen für den mangelnden Parkraum für Lastwagen gefunden werden. Von Marc Cattelaens

Wachsende Güterverkehre stellen moderne Logistikstandorte vor große Herausforderungen. Lkw, die warten, oder Fahrer, die ihre Pausen einhalten, brauchen Plätze, wo sie parken und sich ausruhen können. Zusammen mit der Universität Duisburg-Essen hat die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer (IHK) Duisburg-Wesel-Kleve eine Bestandsaufnahme für den Niederrhein gemacht und Empfehlungen entwickelt. Dabei stehen Aspekte wie die Sicherheit für Fahrer und Ladung, die effiziente Steuerung des Verkehrs und die Erwartungen von Fahrern, Unternehmern und Bevölkerung im Fokus.

In den meisten Gemeinden des Kreises Kleve verbringen zwar einzelne Fahrer ihre Ruhezeiten auch auf dem Stadtgebiet beziehungsweise in Gewerbegebieten. Durch gezielte Kontrollen des Ordnungsamts konnten potenzielle Konflikte jedoch schnell gelöst werden, so etwa in Kalkar und Issum. In Straelen zeichnet sich aktuell Handlungsbedarf in der Nahe der A 40 ab, insbesondere im Gewerbegebiet Gartenbauwirtschaft. Nach Emmerich am Rhein weichen vor allem an den Wochenenden Fahrer aus, die auf der A 3 keinen Stellplatz mehr finden: Daher wird aktuell an der Fackeldeystrase und an der Stadtweide von Konflikten berichtet.

Um die Diskussion zu begleiten, hat die Stadt Emmerich 2017 einen Runden Tisch zu diesem Thema eingerichtet. Am Tisch saßen Vertreter der Stadt, der Wirtschaftsförderung, des Bauhofes und örtliche Logistikunternehmen und Verlader. Ziel der Gespräche war es, einen Überblick über den aktuellen Sachstand zu bekommen und lokale Ursachen für das Wildparken zu identifizieren. Der Runde Tisch forderte bereits einige vorbildliche Beispiele zu Tage. So ermöglichen viele Unternehmen in Emmerich den meist osteuropäischen Fahrern etwa die Nutzung von sanitären Anlagen auf dem Werksgelände.

Die Studie ist in enger Zusammenarbeit zwischen der Niederrheinischen IHK, dem Zentrum für Logistik und Verkehr sowie dem Lehrstuhl für Transport- und Logistiksysteme der Universität Duisburg-Essen entstanden. Für den Logistikstandort Kaßlerfeld in Duisburg haben die Gewerbetreibenden mit der Stadt vereinbart, dass die Plätze für Lkw deutlicher gekennzeichnet werden, dass regelmäßige Kontrollen durchgeführt und auch Verweise ausgesprochen werden. Zudem steht die Frequenz der Straßenreinigung zur Diskussion.

Den bestehenden Parkraum der Betriebe zu teilen, das Shared Parking, kann die Speditionen und ihre Fahrer ebenfalls entlasten, so ein Ergebnis der Studie. Zusätzlich könnten in Spitzenzeiten Pkw-Parkplätze für Lkw freigegeben werden. Mittels einer optimierten Zuflusssteuerung lässt sich der Verkehr besser koordinieren, während die Lkw-Fahrer auf Parkplatzsuche sind. Einige große Unternehmen nutzen digitale Verkehrstechnik, so dass die Lkw-Fahrer an Selbstbedienungsterminals für eine automatisierte Selbstabfertigung sorgen können. "Langfristig geht es natürlich darum, neue Parkflächen zu schaffen. Durch den Investitionsrückstand lassen sich neue Investitionen schnell amortisieren", so Prof. Dr. Bernd Noche vom Zentrum für Logistik und Verkehr der Uni Duisburg-Essen.

Im Rahmen des Projekts wurde ein Flyer für Lkw-Fahrer entwickelt, der auch für Reisende aus Rumänien und Polen verständlich aufbereitet ist. "Sprachbarrieren und fehlende Ortskenntnis sind ein großes Problem", erklärt Sabine Jürschik. "Anhand gängiger Symbole können die Fahrer mit unserer Anleitung sehen, wo es Parkplätze mit Toiletten oder Imbiss gibt." Die Broschüre mit dem Titel "Ruhende Verkehre richtig steuern" ist abrufbar unter: www.ihk-niederrhein.de/ruhende-verkehre-richtig-steuern.

Quelle: RP
 
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