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Geldern
Silvesterraketen fallen auf Flüchtlingsheim

Geldern. Es knallte in Geldern mitten in der Nacht. Erklärung: Gedenk-Aktion zum Todestag eines Bekannten.

Um drei Uhr in der Nacht zu gestern wurde ein Wachmann in der Flüchtlingsunterkunft im alten Finanzamt Geldern durch lautes Krachen aufgeschreckt. Silvesterraketen flogen von der Anhöhe am Mühlenturm aus in Richtung des Hauses. Überreste der Feuerwerkskörper landeten auch auf dem Gelände der Unterkunft. Oben auf dem Hang sah der Wachmann mehrere Personen, die sie gezündet hatten; mindestens vier Leute meinte er in der Dunkelheit zu erkennen. Er verständigte die Polizei.

Die herbeigerufenen Beamten trafen auf einem Fußweg in der Nähe auf eine 38-jährige Frau und einen 54-jährigen Mann aus Geldern. Beide waren angetrunken, und die 38-Jährige hatte noch eine Silvesterrakete dabei. Die Erklärung, zu der die beiden ansetzten, war zumindest außergewöhnlich: Sie habe die Raketen zum Gedenken an einen verstorbenen Bekannten abgefeuert, sagte die Frau. Es handele sich nämlich um seinen Todestag. "Sie haben uns gegenüber angegeben, dass sie gar nicht gesehen haben, in welche Richtung die Raketen gegangen sind", erklärte Polizeisprecher Manfred Jakobi. Und schon gar nicht, versicherte die 38-Jährige, habe sie auf das Flüchtlingsheim gezielt. Eine Anzeige wurde dennoch erstattet. Das "unerlaubte Abbrennen von Feuerwerkskörpern" sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden könne.

Weitere Verdachtsmomente für einen fremdenfeindlichen Hintergrund gab es - abgesehen von dem Ort des Geschehens am Flüchtlingsheim - nicht. Der Staatsschutz ist aber über den Vorfall und die Beteiligten in Kenntnis gesetzt worden.

(szf)
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