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Sommer 2016: Es bleibt bei 41 Zielen

Geldern: Sommer 2016: Es bleibt bei 41 Zielen
David O'Brien, ranghöchster Werbemann der irischen Airline (2. von rechts), mit den Kollegen Kate Sherry und Tim Howe Schröder aus Dublin bei der Pressekonferenz am Airport Weeze. Flughafenchef Ludger van Bebber (links) muss weiter mit 1,75 Millionen Passagieren wirtschaften. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Mit Süd-Sizilien, Malta und Rhodos gibt es im kommenden Jahr drei neue Flugrouten ab Weeze, dafür fallen Perugia, Alghero und Riga weg. 1,75 Millionen Passagiere bleiben erwartetes Jahresziel. Wachstums-Hemmnis: die Ticketsteuer. Von Anja Settnik

Ryanair gibt's längst nicht mehr nur im Hunsrück, in Oberschwaben oder am Niederrhein, sondern auch an Großstadt-Airports. Diese Entwicklung, von der in jüngster Zeit - auf Deutschland bezogen - unter anderem Köln / Bonn, Hamburg und Berlin profitierten, will Ryanair fortsetzen. In Weeze, bekanntlich eine der ländlich gelegenen Basen der irischen Airline, wurde gestern der Sommerflugplan 2016 vorgestellt. Ab Frühjahr geht es neben bekannten Zielen künftig zweimal wöchentlich nach Comiso im Süden Siziliens, zweimal wöchentlich nach Malta und zweimal nach Rhodos.

Von David O'Brien, PR-Chef bei Ryanair, gab's die Versicherung, dass trotz der Hinwendung zu den Metropolen auch die "altgedienten" Ryanair-Standorte wie der Niederrhein nicht vergessen würden. Mit den drei neuen Zielen sind in der kommenden Sommersaison 41 Routen buchbar, ebenso viele wie im Sommer 2015. Perugia, Alghero und Riga sind nicht mehr darunter. Die 1,75 Millionen Passagiere sorgen nach Angaben der Fluggesellschaft direkt und indirekt für rund 1300 Arbeitsplätze in der Region.

Vor der Einführung der Ticketsteuer gab es deutlich mehr Angebote ab Weeze, das räumt die Ryan-air-Geschäftsführung durchaus ein. Vor zwei Jahren hatte die Fluggesellschaft 18 Ziele ab Weeze gestrichen, weil die deutsche Luftverkehrssteuer Flugtickets verteuerte und die Befürchtung bestand, dass die Kunden dies nicht akzeptieren würden. Der Flughafen hat sein Wirtschaftsmodell den Umständen angepasst und mit Ryanair Bedingungen ausgehandelt, die es ermöglichen, auch mit weniger Passagieren rentierlich wirtschaften zu können. "Wir schreiben schwarze Zahlen und erreichen ein gutes betriebswirtschaftliches Ergebnis", erklärte Flughafen-Geschäftsführer Ludger van Bebber. Auf die Effizienz komme es an. "Dass wir lieber in einem fairen Wettbewerb eine Million Passagiere mehr befördern würden, steht dabei außer Frage."

Gerade diesen fairen Wettbewerb gibt es in den Augen der Branche jedoch nicht: Eine nationale Steuer benachteiligt insbesondere grenznahe Flughäfen. David O'Brien scheint nicht gerade zuversichtlich, dass sich an dieser Situation bald wieder etwas ändern könnte. Deshalb macht er auch keine klaren Aussagen darüber, ob und wann der Weezer Airport denn erneut echten Aufwind verspüren könnte. Auch die Frage, ob Weeze auch mal (wieder) bei innerdeutschen Flugverbindungen berücksichtigt werden könnte, wird sehr vage mit "vielleicht mittelfristig" beantwortet. Viel lieber berichtet die Ryanair-Führung von ihrer rasanten Entwicklung innerhalb Europas. 104 Millionen Passagiere sollen in diesem Jahr befördert werden, 2024 könnten es 160 Millionen sein. Auch die Flotte wächst enorm: 300 Flugzeuge sind es heute, 380 weitere sind bestellt. Gerne erzählen die Ryanair-Verantwortlichen auch vom verbesserten Kundenservice: mehr Platz fürs erweiterte Handgepäck, neue Website, Familien-Vorteile.

In Deutschland will Ryanair in den nächsten fünf Jahren seinen Marktanteil von fünf auf 20 Prozent hochschrauben. 40 statt bisher zehn Millionen deutsche Passagiere sollen dann in einer der Boeing 737 800 Platz nehmen. Längst wird dabei nicht mehr ausschließlich an Touristen gedacht, sondern vermehrt auch an Geschäftskunden, die eher Interesse an den großen Wirtschaftsstandorten in Europa haben als an Weeze. Mit über 40 Destinationen bleibt der Niederrhein-Airport allerdings eine große Ryanair-Basis und soll das auch bleiben, wird versichert.

Quelle: RP
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