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Geldern
Sorgen um das Ponter Dorfzentrum

Geldern: Sorgen um das Ponter Dorfzentrum
Zur Eröffnung gab es eine Torte für Sebastian (links), Benjamin Kleinen und Alexandra Richartz. FOTO: seyb
Geldern. Aufgrund der Einbußen im Verkauf mussten bereits vier Mini-Jobs gestrichen werden. Doch Sebastian und Benjamin Kleinen kämpfen weiter für den Erfolg des Vorzeigeprojekts. Neue Zulieferer sind Firma Cames und Bäckerei Bürgers. Von Christoph Kellerbach

"Ab Juni hatten wir den ersten richtigen Einbruch beim Umsatz des Dorfladens. Als es sich noch nicht Anfang August gelegt hatte, dachten wir: Gut, es ist die Ferienzeit! Aber dann war der September auch noch schlecht und nichts hatte sich geändert", erklärte Sebastian Kleinen besorgt. Er ist der der geschäftsführende Gesellschafter des Ponter Dorfzentrums, das als Laden seit dem 2. November 2016 ein wichtiger Anlaufpunkt für die Anwohner ist.

Aufgrund der Einbußen im Verkauf mussten bereits vier Mini-Jobs gestrichen werden. "Denn für ein junges und kleines Unternehmen wie die Ponter Dienstleistungs & Handels UG ist es jetzt nicht möglich, darauf zu warten, dass sich an der Situation etwas ändert", so Kleinen. Man konnte bereits mit der Firma Cames und der Bäckerei Bürgers weitere Zulieferer einbinden, die höhere Handelsspannen und bessere Konditionen ermöglichen. "Denn wir müssen uns einfach erst einmal damit abfinden, dass nun die Verkäufe in allen Bereichen rückgängig sind", stellte Sebastian Kleinen fest. "Wir werden auch weiter optimieren, um den Laden möglichst so aufzustellen, dass wir ihn weiterführen können. Meine Verlobte und mein Bruder Benjamin als Verkaufsleiter wollen hier auch weiter arbeiten, durch den Verlust der Mini-Jobs heißt dies aber auch mehr Stunden."

Der geschäftsführende Gesellschafter des Ponter Dorfzentrums, Sebastian Kleinen, während der gut besuchten Nachmittagsstunden im Laden. Der Umsatz ist seit Mitte des Jahres deutlich zurückgegangen, was Veränderungen zur Folge hat. FOTO: cnk

Benjamin Kleinen verriet, "dass wir hier aktuell 76 Stunden offen haben, und das heißt für uns eine 70- Stunden-Woche. Wir haben zwar noch andere Mitarbeiter, aber um alles stemmen zu können, müssen wir meistens hier sein, anders ist es leider nicht möglich." Im Hinblick auf eine weitere Verbesserung "werden wir auch die Öffnungszeiten angehen müssen", so Sebastian Kleinen. "Erst ab 7.30 Uhr lohnt es sich aufzumachen, aber dafür werden wir in Zukunft wohl erst gegen 19 Uhr schließen. Denn, wie gesagt, wir wollen auf jeden Fall den Laden weiter betreiben. Ich befürchte auch, dass, sollten wir das nicht mehr schaffen, es sich für die Zukunft wohl auch sonst keiner trauen wird, sich hier anzusiedeln."

Doch woran der plötzliche Schwund an Kaufkraft liegt, das ist den Betreibern des Ponter Dorfzentrums leider nicht klar. "Das Interesse der Ponter ist recht hoch. Wir haben gute Rückmeldungen, gute Resonanz", meinte Sebastian Kleinen, und sein Bruder Benjamin fügte hinzu, "dass von 16 bis 18 Uhr hier jeden Tag richtig viel los ist. Vielleicht wirkt es dadurch für manche so, als würde schon alles laufen? Es kommen sogar insgesamt nicht weniger, sondern der Pro-Kopf-Einkauf sinkt." Die Brüder geben klar an: "Wenn nur zehn Prozent der Ponter Lebensmittelumsätze durch unseren Laden verkauft werden würden, kämen wir super hin, aber wir erreichen aktuell leider gerade einmal fünf Prozent."

Dabei hat das Dorfzentrum etliche Alleinstellungsmerkmale. So gibt es allein hier die geballten Regionalprodukte von verschiedenen Höfen aus dem Umkreis. Auch im Bereich der Konditorei kann man allein hier in Geldern und Umgebung etwa eine siebenstöckige Hochzeitstorte bestellen. Es bleibt zu hoffen, dass die Betreiber das Ruder noch herumreißen können, "denn der Dorfladen ist ganz wichtig", finden Anwohner wie Iris Peters. "Die Frischwaren sind sehr lecker, die Auswahl an Produkten ist sehr gut, und allein hier kann man gemütlich seinen Kaffee trinken und bekommt etwas vom Dorfleben mit."

Quelle: RP
 
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