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Straelen
Sorgen um Straelens Innenstadt

Straelen. Rund 20 Gäste kamen ins Rathaus, um sich den Planentwurf zum Supermarkt am Ostwall im Detail erläutern zu lassen. Die Stadt Straelen ist laut einer Erhebung unterversorgt. Ein Vollsortimenter, also ein Supermarkt, in dem es nicht nur Lebensmittel gibt, wird noch benötigt. Von Anke Kirking

Das oberste Ziel ist dabei jedoch, die Kaufkraft nicht aus der Innenstadt abzuziehen, sondern zu ergänzen.

In dem Planungskonzept sind zwei Geschäftsgebäude vorgesehen. Das Größere wird mit maximal 2200 Quadratmeter einen Supermarkt beherbergen. Darin werden 90 Prozent des Kernsortiments verkauft. Das sind Lebensmittel und die üblichen Reinigungs- und Pflegeprodukte, die man aus dem Supermarkt kennt. Die restlichen zehn Prozent stellen das Randsortiment, das können Nähgarn, Elektronikartikel, Schuhe oder sogar Fahrräder sein. Das Konzept für das zweite Gebäude steht noch nicht fest. Welche Art von Geschäft dort einziehen wird, konnte Baudezernent Harald Purath noch nicht abschließend sagen. Die Häuser die zur Zeit noch auf diesem Abschnitt stehen, werden abgerissen. Auch die Bäume werden dann zu Beginn der Bauphase gefällt werden.

Die Bürger ließen sich jedenfalls nicht von der Beamtensprache abschrecken und stellten viele Fragen. So brachte es ein Bürger auf den Punkt: "Das, was im Kaufland schon verkauft wird, kann man dann da auch kaufen? Baudezernent Purath antwortete darauf: "Ja, denn laut Gutachten sind wir unterversorgt." In die gleiche Richtung gingen auch die Bedenken einer anderen Bürgerin: "Kaufland sollte die Innenstadt beleben. Das war aber ein Schuss in den Ofen. Dieser neue Markt macht mir Sorgen. Vor allen Dingen die zehn Prozent Randsortiment." So wurde zum Vergleich der große Edeka-Markt in Aldekerk genannt. Seit der an der B9 gebaut wurde, sei die Innenstadt praktisch verwaist, war die Meinung vieler Bürger. Ein Händler in der Innenstadt hat bereits seine Geschäftsaufgabe angekündigt. Nicht sofort, aber in ein bis zwei Jahren wird er wohl seinen kleinen Supermarkt schließen. "Die älteren Leute werden es wohl nicht zu Fuß bis zum neuen Supermarkt schaffen", sorgte sich eine Anwohnerin.

Große Beteiligung gab es auch bei den Themen "Parkplätze" und "Neugestaltung der Wälle". Durch den Neubau der zwei Geschäfte fällt in Straelen ein großer, kostenloser Parkplatz weg. Die Parkflächen, die nach der Bebauung noch übrig bleiben, sind zunächst einmal für die Kunden der beiden Geschäfte gedacht. Eine zeitlich begrenzte Nutzung durch Besucher der Innenstadt ist aber gewünscht. Auch für die Mitarbeiter des Rathauses bedeutet das, dass sie nicht mehr auf dem Gelände parken können. Sie müssen auf den Platz in etwa 300 Meter Entfernung zurückgreifen.

Helmut Hardt vom Ingenieurbüro Stadtumbau erläuterte gemeinsam mit Purath, dass es derzeit rund 200 Parkplätze gibt. Nach dem Neubau wären es insgesamt rund 240.

In Sachen Umgestaltung der Wälle gab es viele Fragen zu der Idee, die Bürgersteige abzuschaffen. Ein fließender Verlauf von Straße und Bürgersteig bei einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 bis 30 Stundenkilometern soll für mehr Ruhe und Barrierefreiheit sorgen.

Auch da gab es Bedenken, dass die Innenstadt leiden könnte. Was aber entkräftet wurde: Es sei nicht davon auszugehen, dass jemand bloß wegen des Tempolimits extra acht bis neun Kilometer weiter bis zur B9 fahre. Michael Vieten von der Ingenieurgesellschaft Stolz, Fachmann in Sachen Verkehrsplanung, beschrieb, warum die Umgestaltung wichtig und gut für Straelen sei: "Die Straßen, die in die Innenstadt führen, sollen schöner werden und auch mehr Sicherheit für die Fußgänger bringen."

Quelle: RP
 
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