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Geldern
Sparkasse: Solides Ergebnis, aber kein Jubel

Geldern. Mehr Kredite für Immobilien, allgemein weniger Zinsen: Die Bilanz der Sparkasse für das Jahr 2015. Von Sina Zehrfeld

Die Sparkasse Krefeld vermeldet für das vergangene Jahr ein "solides wirtschaftliches Ergebnis". Mehr noch, es sei "angesichts dieser schwierigen Rahmenbedingungen ein großer Erfolg", so die Vorstandsvorsitzende Dr. Birgit Roos. Die Probleme sind offensichtlich: "Ein großer Teil des Ertrages der Sparkasse ist der Zinsüberschuss", erklärt sie im Gespräch zur Bilanz. Und mit Zinsen ist es bekanntlich derzeit nicht allzuweit her.

Das Jahresergebnis für 2015 liegt mit 7,95 Millionen leicht unter dem von 2014. Die Sicherheitsrücklage kann um diese Summe auf 454 Millionen Euro aufgestockt werden. Bilanzsumme: 8014,4 Millionen Euro.

Der Zinsüberschuss fiel noch einmal um zwei Millionen Euro geringer aus als im Vorjahr. "Da jubeln wir nicht", sagt Roos. "Aber das können wir nicht stoppen, und in den nächsten Jahren wird das weiter zurückgehen." Und die Sparkasse Krefeld habe den Rückgang kompensieren können. Einerseits durch Einsparungen bei Sachkosten, also nicht am Personal. Vor allem aber durch mehr Provision, und zwar im Wesentlichen für die Vermittlung von Wertpapieren und Bausparverträgen.

Das Stichwort "Bauen" ist überhaupt ausschlaggebend für die Entwicklung im vergangenen Jahr. Das Kredit-Geschäft für Investitionen in Immobilien hat sowohl bei Privatleuten als auch bei Unternehmen stark zugelegt. Allein in Geldern habe man mehr als 400 Familien geholfen, ihren Traum vom Eigenheim wahr zu machen, sagte Regionalmarktleiter Jakob Janßen. Die Kreditzusagen beliefen sich auf über 40 Millionen Euro; eine Steigerung von 30 Prozent. "Es sind deutlich mehr Leute, die bauen", erklärt Janßen die Zahlen. Auch diese starke Nachfrage hat mit dem niedrigen Zinsniveau zu tun: Die Menschen investierten in "Betongold". So kommt es auch zu Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt. Aber in der Region sei die Lage doch noch stabil, betonen die Sparkassen-Vertreter: "Wir haben nicht dir Sorge, dass wir eine Blase produzieren."

Insgesamt habe die Sparkasse das Kundengeschäft deutlich ausgebaut, die Geschäfte von Bank zu Bank zurückgefahren. Bei den Einlagen der Kunden - "Sichteinlagen" und "Geldmarktkonten" - verzeichnete die Sparkasse einen Zuwachs von 9,8 Prozent. Viele hätten auch die klassischen Spareinlagen wiederentdeckt: Da gab es einen Zuwachs von 37 Prozent.

Quelle: RP
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