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Rp-Serie Netzwerk Gesundheit (5)
Spezialisten für hausinternen Notfall

Rp-Serie Netzwerk Gesundheit (5): Spezialisten für hausinternen Notfall
Ärzte und Intensivfachpfleger bilden innerhalb des Gelderner Krankenhauses ein Reanimationsteam. Chefarzt Dr. Carl Schürmann sowie die Intensivfachkrankenpfleger Thomas Becher und Herbert Weipert (v.l.) mit dem roten Notfallkoffer und einem mobilen Defibrillator. FOTO: Seybert
Geldern. Das Clemens-Hospital kümmert sich seit Jahrzehnten um die medizinische Versorgung des Gelderlandes. Doch was passiert, wenn Mitarbeiter oder Besucher zu Notfällen im Krankenhaus werden? Dann greift die "Hintergrundbereitschaft" ein. Von Monika Kriegel

GELDERN Wenn jede Minute zählt, müssen die Handgriffe in der medizinischen Akutversorgung stimmen. Diese genormten Abläufe sichern eine adäquate Versorgung von eingelieferten Patienten in der Notaufnahme des Gelderner Krankenhauses (die RP berichtete).

Zusätzlich bildet sich eine zweite Spezialeinheit von Ärzten und Pflegern, die ausschließlich hausintern bei vitalen Notfällen herbeieilt. Deren Leiter, für die Mediziner Dr. Carl Schürmann, Chefarzt der Anästhesie, und für Fachpflege Herbert Weipert von der Anästhesie- und Intensivstation, erläutern das Prinzip.

Der Chefarzt betont, dass generell alle Mediziner erste ärztliche Hilfe leisten können. "Und genauso grundsätzlich kennt jeder Mitarbeiter auf der Station die Sofortmaßnahmen, beispielsweise im Fall eines Herz-Kreislauf-Stillstands. Darin wird regelmäßig angeleitet", erklärt der Chefarzt. Herbert Weipert begründet, warum das Notfallteam aus den Fachbereichen Anästhesie und Intensivpflege verknüpft wurde: "Unsere 24 Frauen und Männer von der Intensivstation sind speziell weitergebildet und routiniert in der Pflege und Handhabe von Reanimation und Stabilisierung von Patienten." Seit drei Jahren gebe es die stete Hintergrundbereitschaft im St.-Clemens-Hospital, nicht nur für Patienten, sondern auch für Besucher und Mitarbeiter.

Beim vitalen Notfall gilt die A-B-C-Regel. Das bedeutet, so der Fachkrankenpfleger, dass die wichtigsten Funktionen von Atmung, Beatmung und Kreislaufstabilität Vorrang haben. Wer von der Intensivstation zum Einsatz eile, bringe einen roten Spezialkoffer mit. Dr. Schürmann schildert, warum eine rasche Erstversorgung überlebenswichtig sein kann: "Wenn jemand umfällt und nicht mehr atmet, kommt es zum Kreislaufstillstand. Folglich sterben mit jeder Minute, in der ein Patient nicht versorgt wird, zehn Prozent Herzmuskelmasse. Wir bewegen uns hier also innerhalb einer Zeitspanne von lediglich zehn Minuten."

Ein Defibrillator (AED) hängt jeweils an zentralen Positionen auf allen Stationen. Das Gerät kann übrigens auch von Laien bedient werden, denn die Anweisungen werden beim Öffnen des Gerätes automatisch angesagt.

Das bewährte System des hausinternen Spezialteams innerhalb des Gelderner Krankenhauses wurde entsprechend der Vorgabe des Qualitätsmanagements weiter verfeinert. Herbert Weipert ergänzt, dass so nach jedem Notfalleinsatz eine Evaluation erfolgt. "Wir besprechen noch einmal die Situation, wie Zeiträume und Abläufe funktionierten. Gegebenenfalls, was künftig weiterentwickelt werden kann." Sicher gebe es hin und wieder einmal auch einen Fehlalarm.

Herbert Weipert steht da auf dem vernünftigen Standpunkt: "Besser einmal zu oft laufen als einmal zu wenig."

Quelle: RP
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