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Leichtathletik
321 Kilometer im Team

Sechs Läufer der LLG Kevelaer nahmen in Marburg an der DM über 50 Kilometer teil, einer startete über Halbmarathon. Mit der Mannschaft gewannen Jürgen Metternich, Karl-Heinz Scholten und Norbert Billion Bronze. Von Reinhard Pösel

Deutsche Crossmeisterschaften in Löningen, Hallen-Euromeisterschaften in Paris – die überregionalen Sportnachrichten aus der Leichtathletik wurden am vergangenen Wochenende von diesen beiden Großereignissen bestimmt. Weiter hinten, viel weiter hinter war das Ereignis angesiedelt, das jedoch auf der Agenda der LLG Kevelaer den Spitzenplatz einnahm – der zum 19. Mal ausgetragene Frühjahrslauf in Marburg, in dessen Rahmen die Deutsche Ultralauf-Vereinigung (DUV) ihre nationalen Titelträger über 50 Kilometer ermittelte.

Eingereiht in das Feld von Läufern, für die das langläuferische Erlebnis erst jenseits der klassischen Marathondistanz von 42,195 Kilometern beginnt, hatten sich sechs Sportler der LLG: Neben Karl-Heinz Scholten, Jürgen Metternich, Peter Wasser, Andrea Aengenheyster und Norbert Billion, die man im Ultrabereich als "alte Hasen" bezeichnen darf und die während ihrer kilometerlangen Läufe schon so manche Klippen erfolgreich gemeistert haben, war auch Debütant Thomas Rauers. Komplettiert wurde die Gruppe durch Hans Verberkt, der über die Halbmarathon-Distanz startete.

Maultaschen und Lasagne

Einen Tag vor dem Wettkampf reisten die LLG-Läufer in die Universitätsstadt, quartierten sich in der Jugendherberge ein und genossen gemeinsam die letzten Stunden vor dem Wettkampf. "Das wird mir immer wichtiger, je länger ich dabei bin", sagt Metternich. Das Abendessen beim Italiener gehörte dazu. Dort wurden mit Lasagne und Maultaschen die Vorratsspeicher in den Muskeln ordentlich mit Kohlenhydraten aufgefüllt. Anschließend ging es auf die hoch über Marburg gelegene Burg. "Mit einem herrlichen Blick hinunter auf die beleuchtete historische Altstadt", gibt Metternich einen Eindruck wieder, der sich bei ihm in der Erinnerung des Wochenendes eingebrannt hat.

"Am Ende des Tages haben wir uns im Brauhaus dann die nötige Bettschwere geholt", erzählt Metternich und lacht, als er gefragt wird, ob denn so eine Vorbereitung der Leistung tags darauf nicht abträglich gewesen sei. Man müsse sich nur die Zeiten ansehen und wisse dann, dass wir so viel nicht falsch gemacht haben können. Und tatsächlich – die Fakten sprechen für die LLG-Läufer, die lange nicht mehr in einer so großen Zahl bei einem Ultralauf und dazu noch einer Deutschen Meisterschaft über 50 Kilometer am Start waren.

Beste äußere Bedingungen herrschten am Wettkampftag: Sonnenschein, Temperaturen von null Grad, die später auf angenehme zehn Grad anstiegen, und weitgehende Windstille. "Sehr viel besser konnten die Bedingungen zu dieser Jahreszeit gar nicht sein", hieß es aus Kreisen der LLG-Läufer. Dabei schien nicht weiter ins Gewicht zu fallen, dass im Verlauf des mehrstündigen Rennens auf den Passagen entlang der Lahn der Wind auffrischte. Vielleicht lag das aber auch nur an den Empfindungen, die sich bei Läufern so extrem langer Strecken schon einmal verschieben, je länger sie unterwegs sind. Da empfindet man einen Windhauch schnell als Gegenwind. Oder ein kleiner Hügel wird zu einem giftigen Anstieg.

Nichts von alledem behinderte die LLG-Läufer. Spätestens nach etwas mehr als einer Stunde hatte jeder das für ihn richtige Tempo gefunden, "um lange dahingleiten zu können, ohne einzubrechen", wie Metternich es formuliert. Von 195 Läufern, die nach 50 Kilometern das Ziel erreichten, belegte er den 41. Platz. Bei 3:58,25 Stunden löste der an seinem Schuh befestigte Elektronen-Chip die Zeitmessung aus. Das entspricht einem Kilometerschnitt von vier Minuten und 36 Sekunden. In der Altersklasse der M 55 (Geburtsjahr 1952 bis 1956) bedeutete das den sechsten Platz. Eine noch bessere Platzierung in der Altersklasse erreichte Karl-Heinz Scholten. Er gehört zur M 60 und belegte dort als Gesamt-113. in 4:38,15 Stunden den vierten Platz.

Bronze mit der Mannschaft

Ein Höhepunkt, der zu der als Gemeinschaftserlebnis angelegten Ultralauf-Teilnahme der LLG passte, war der dritte Platz in der Mannschaftswertung M50  plus. Zum Bronzeteam gehörten neben Jürgen Metternich und Karl-Heinz Scholten Norbert Billion, der im Vorfeld des Rennens leicht verletzt war und deshalb bei Kilometer 40 aussteigen wollte, aber der Mannschaft zuliebe auf die Zähne biss. In 5:19,46 Stunden erreichte Billion das Ziel (Gesamt: 171., M50: 24.).

Quelle: RP
 
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