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Sportpolitik
Am 18. August greift der Chef zum Spaten

Sportpolitik: Am 18. August greift der Chef zum Spaten
Lutz Stermann (Mitte) ist der Lobbyist der Sportler im Kreis Kleve. Günter Schlüpen (l.), Schatzmeister des Kreissportbundes, und Jürgen Elser, Leiter des Sportbildungswerks, unterstützen den Vorsitzenden bei der alltäglichen Arbeit. FOTO: Markus van Offern
Geldern. Der Vorsitzende des Kreissportbundes Kleve vertritt die Interessen von mehr als 100 000 Sportlern am Niederrhein. Die Organisation bekommt ein neues Zuhause. Die Finanzierung des modernen Gebäudes in Geldern ist gesichert.

kreis kleve Lutz Stermann ist ein viel beschäftigter Mann. Der 65-Jährige vertritt die Interessen von mehr als 100 000 Sportlern und Sportlerinnen im Kreis Kleve. Aktuell treibt der Vorsitzende des Kreissportbundes ein Großprojekt voran - die Organisation baut an der Landwehr-Turnhalle in Geldern eine neue Geschäftsstelle.

Der Sport im Kreis Kleve bekommt ein neues Zuhause. Wann geht's los ?

stermann Der Zeitplan steht, seit wir von der Stadt Geldern und unseren Mitgliedern grünes Licht bekommen haben. Am 17. August geht die Landwehr-Turnhalle in den Besitz der Stadt über, einen Tag später erfolgt der Spatenstich für unsere Geschäftsstelle. Das ist auch ein Geschenk für unseren Schatzmeister Günter Schlüpen, der am 18. August seinen 70. Geburtstag feiert.

Was kostet der Neubau ?

Stermann Wir planen mit 900 000 Euro.

Eine stolze Summe. Steht die Finanzierung ?

Stermann Selbstverständlich. Ansonsten würden wir dieses Projekt nicht in Angriff nehmen. Unser Sportbildungswerk hat in den vergangenen Jahren rund 300 000 Euro erwirtschaftet. Zudem erhalten wir 144 000 Euro Vorsteuer-Abzug. Für den restlichen Betrag von rund 450 000 Euro haben wir von der NRW-Bank einen Kredit mit günstigem Zinssatz erhalten, der über 30 Jahre läuft.

Wie ist das neue Gebäude konzipiert ?

stermann Im Erdgeschoss befinden sich zwei Multifunktionsräume mit einer Gesamtfläche von etwas mehr als 300 Quadratmeter, die wir für unsere Sportkurse nutzen. Die Räume haben einen direkten Zugang zu den Duschen und Umkleidekabinen der Landwehr-Turnhalle. Im Obergeschoss ist die Geschäftsstelle mit einem Großraumbüro für unsere fünf fest angestellten Mitarbeiter untergebracht. Hinzu kommt ein Medienraum, der beispielsweise für Konferenzen genutzt werden kann. Interessierte Stadtsportverbände können dort auch ihre Jahreshauptversammlung abhalten.

Die Landwehr-Turnhalle wird zurzeit als Flüchtlings-Unterkunft genutzt. Ist das ein Problem ?

Stermann Noch nicht. Allerdings kennt niemand den zeitlichen Rahmen dieser Maßnahme. Wir möchten unser Gebäude nach Möglichkeit vor den Sommerferien 2018 eröffnen.

Sie sind Ansprechpartner für die Vereine. Spielt das Thema Flüchtlingskrise eine große Rolle ?

Stermann In vielerlei Hinsicht. Zum einen tragen die Sportler überall zur Willkommenskultur bei. Ich möchte nur zwei Beispiele nennen. Der Stadtsportverband Rheurdt hat es den Flüchtlingen ermöglicht, das Deutsche Sportabzeichen zu erlangen. Viele Menschen haben dieses Angebot genutzt. Und der Kevelaerer SV erteilt sogar Deutschunterricht. Auf der anderen Seite birgt die Unterbringung in Turnhallen Konfliktpotenzial für die Zukunft. Jetzt naht die kalte Jahreszeit. Und da mehren sich die kritischen Stimmen der Sportler. Zumal ja nicht nur der Vereins-, sondern auch der Schulsport betroffen ist.

Welche Projekte haben Sie für die Zukunft geplant ?

stermann Mir liegt beispielsweise unsere Aktion "Bewegt jung bleiben" am Herzen, mit der wir landesweit für Aufsehen gesorgt haben. Es ist längst erwiesen, dass Sport auch im hohen Alter die Lebensqualität erhöht. Momentan sind wir damit beschäftigt, dieses Projekt auch auf die niederländische Grenzregion auszudehnen. Außerdem bin ich sehr stolz auf unser engagiertes ,J-Team'. Schließlich muss das Ehrenamt eine Zukunft haben. Und da vertrau ich auch auf unsere Jugendorganisation.

Wie würden Sie Ihre Aufgabe in kurzen Worten beschreiben ?

stermann Ich bin für alle Menschen im Kreis Kleve da, die sich in irgendeiner Form bewegen möchten.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE VOLKER HIMMELBERG

Quelle: RP
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