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Handball
ATV-Coach Sommer hofft auf Jentjens

Handball: ATV-Coach Sommer hofft auf Jentjens
An den zur Abwehr ausgestreckten Händen vorbei peitscht der Aldekerker Thomas Jentjens den Ball. Hinter seinem heutigen Einsatz steht allerdings noch ein Fragezeichen. FOTO: Gerhard Seybert
Aldekerk. Handball-Nordrheinliga Männer: Der TV Aldekerk trifft heute Abend auf den Aufsteiger HSG Siebengebirge. Beide haben eine Bilanz von 3:3-Punkten und liegen in der Tabelle fast gleichauf. Der Anpfiff in der Vogteihalle erfolgt um 19.30 Uhr. Von Reinhard Pösel

Seit dem vergangenen Sonntag steht der erste doppelte Punktgewinn in dieser Saison auf der Habenseite des Männer-Nordrheinligisten TV Aldekerk. Ergibt mit dem Unentschieden zum Auftakt bei den Wölfen und der enttäuschenden Heim-Niederlage gegen den Drittliga-Absteiger SG Langenfeld eine ausgeglichene Bilanz von 3:3-Punkten nach vier Spieltagen, wovon die Aldekerker den ersten wegen der ungeraden Anzahl der Mannschaften spielfrei hatten.

Der hauchdünne Sieg vor einer Woche besitzt nach dem wirklich nicht guten Heimauftritt des ATV gegen Langenfeld aus mehrfacher Hinsicht eine gewisse Strahlkraft, die schon etwas heller ist als nach Erfolgen gegen einige andere Teams aus der vierthöchsten Handballklasse.

Erstens wurde der 32:31-Erfolg gegen TuSEM Essen II errungen, eine wegen deren Qualität grundsätzlich schwierig zu bespielende Mannschaft. Zweitens in deren heimischer Umgebung auf der Margarethenhöhe, wo gemeinhin für gegnerische Mannschaften die Trauben unerreichbar hoch hängen. Der dritte Pluspunkt, der den Sieg über manchen anderen stellt, ist die Willensstärke der Aldekerker Mannschaft, die sich durch den 23:29-Rückstand zehn Minuten vor dem Schlusspfiff nicht entmutigen ließ und ständig weiter an sich und ihre Fähigkeiten glaubte. Und neben der Treffsicherheit aus den gebundenen Abläufen und von der Strafwurflinie gab es mit dem jungen Janik Schoemackers einen prima Torwart zwischen den Pfosten, der in der Aufholjagd der Aldekerker zum mitentscheidenden Rückhalt wurde und später das Lob aller einstreichen durfte.

Der Sieg der Aldekerker in Essen hat den daran beteiligten Spielern, Verantwortlichen im Trainerstamm, Anhängern und Klubvorderen einigen Druck von den Schultern genommen. Druck, der bei einer Niederlage am vergangenen Sonntag heute Abend im zweiten Heimspiel der Saison ohne jeden Zweifel größer gewesen wäre, als er ohnehin in der Liga vor jeder Begegnung besteht. Denn dafür ist die aus den besten Oberligisten des Nieder- und Mittelrheins rekrutierte Nordrhein-Liga zu ausgeglichen besetzt. Ergebnisse aus zurückliegenden Oberligazeiten mit einem Unterschied von zehn und mehr Toren gehören bei dem jetzigen Zuschnitt der vierthöchsten Handballklasse der Vergangenheit an. Viele Spiele werden erst in den letzten zehn der insgesamt 60 Minuten entschieden, wobei man sich während der Zeit davor niemals aufgeben darf.

Ein Allgemeinplatz, der Woche für Woche mit Leben gefüllt wird. So fällt die Prognose leicht, dass dies auch heute Abend in der Vogteihalle der Fall sein wird, wenn der TV Aldekerk den Aufsteiger HSG Siebengebirge erwartet. Die Spielgemeinschaft aus dem rechtsrheinischen Oberpleis, östlich von Bonn gelegen, kommt mit der Empfehlung von 3:3-Punkten - eine Bilanz, die für einen Neuling nicht selbstverständlich ist. Gegen den TV Homberg, der bekanntlich vom ehemaligen ATV-Coach Achim Schürmann trainiert wird, gewann die HSG Siebengebirge, anschließend gab es ein Unentschieden bei TuS Opladen und vor einer Woche eine Niederlage mit nur einem Tor Unterschied bei der SG Langenfeld. Das ist ein Einstand in eine Saison, die für Aufsehen gesorgt hat.

Auch dem ATV-Coach ist die Bilanz nicht verborgen geblieben. "Das ist die nächste schwere Aufgabe", sagt Matthias Sommer, der den heutigen Gegner im Videostudium intensiv studiert hat. Einige dabei herausgearbeitete Fakten lauten: eine Mannschaft, die von der Emotion lebt und engagiert zur Sache geht; favorisiert mit ihren zum Teil groß gewachsenen Spielern eine 6:0-Deckung; besitzt in Eddy Schulz einen torgefährlichen Spielmacher, der vertikal gut mit dem hoch gewachsenen Kreisläufer harmoniert; hat einen wurfgewaltigen Spieler auf halblinks, der den Ball schon mal aus zehn, elf Metern auf den Kasten zieht.

Unter dem Strich also eine Menge Holz, das die Aldekerker heute Abend bewegen müssen, wenn sie den nächsten Sieg einfahren möchten. Da wäre es schon recht hilfreich, wenn der in Essen verletzungsbedingt zum Zuschauen verurteilte Thomas Jentjens mit seiner linken Klebe im halbrechten Rückraum mitwirken könnte. Positiv sei, so Trainer Sommer, dass Jentjens zuletzt wieder voll mittrainieren konnte, ohne hinterher Probleme zu verspüren. Trotzdem bleibt ein Fragezeichen hinter seinem Einsatz bestehen.

Quelle: RP
 
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