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Lokalsport
ATV gibt den Sieg noch aus der Hand

Aldekerk. Handball-Oberliga Männer: Gegen Neuling VfB Homberg lag der TV Aldekerk vier Minuten vor dem Abpfiff mit drei Toren in Führung. Mit dem Schlusspfiff verspielte das Schürmann-Team jedoch den Sieg und verlor 26:27. Von Reinhard Pösel

Seiner Mannschaft brauche niemand zu erzählen, dass mit dem VfB Homberg eine Mannschaft in die Vogteihalle komme, die zwar den Status Aufsteiger trage, aber daran nicht gemessen werden dürfe. "Wenn Homberg in kompletter Kaderstärke anreist, gehört die Mannschaft zu dem Besten, was die Liga zu bieten hat", betonte ATV-Trainer Achim Schürmann im Vorfeld der Begegnung.

Doch offenbar konnte Schürmann noch so sehr warnen, die Köpfe seiner Spieler erreichten seine Worte nicht. Zumindest nicht in dem Maße, in dem es nötig gewesen wäre, um dem noch nicht einmal in bester Besetzung angetretenen Gast zu zeigen, wer in der Vogteihalle zuhause ist. Die ständigen Beobachter der Aldekerker Heimspiele konnten sich jedenfalls nicht daran erinnern, dass die heimische Mannschaft fast 50 Minuten lang einem Rückstand hinterherlaufen mussten.

Allerdings ist dieser Umstand neben der schwachen Leistung des ATV im ersten Durchgang einer noch indiskutableren Leistung einer der beiden Schiedsrichter zu verdanken, für den es offenbar ein innerer Vorbeimarsch war, in einer für ein Nachbarschaftsduell äußerst fair geführten Begegnung gegen den TV Aldekerk Zeitstrafen en masse zu verteilen, die kaum noch einer verstand. Wenn Spieler wie Tobi Dickel oder Can Greven nach unverständlichen Entscheidungen des besagten Mannes in ruhiger Weise das Gespräch suchten, wurden ihnen gleich auch noch die ausgestreckten Finger zum Zeichen einer Zwei-Minuten-Strafe unter die Nase gehalten. Es war ein Segen, dass sich die Schiedsrichter in der Halbzeitpause darüber klar wurden, dass sie ihre Linie überzogen hatten und zurückruderten.

Die Gäste konnten von den Strafen jedoch kaum profitieren. In diesen Phasen habe seine Mannschaft emotional ins Spiel gefunden, fand ATV-Coach Schürmann, der sich ansonsten die Haare raufte, wie die Homberger Tobias Reich und Kevin Wiedermann mit immer den selben Wurfbildern zum Erfolg kamen. "Man muss einfach feststellen, dass die besseren Torhüter des Abends auf Homberger Seite standen", erklärte Schürmann, der gegenüber dem nach gut einer Viertelstunde eingewechselten Christian Thommessen zugestand, zehn Minuten lang gut gehalten zu haben. Der Aldekerker Keeper sorgte jedenfalls mit dafür, dass seine Mannschaft beim Seitenwechsel, der im Übrigen erst nach 50 Minuten Spielzeit erreicht wurde, nur mit 10:11 hinten lag.

Auch nach dem Wiederanpfiff liefen die Aldekerker dem Rückstand lange Zeit hinterher. Erst mit dem verwandelten Strafwurf durch Jonas Mumme in der 49. Minute ging der ATV beim Spielstand von 22:21 ein erstes Mal an diesem Abend in Führung. In einer jetzt beginnenden Phase von etwa fünf Minuten hatten die Aldekerker Anhänger ein bisschen Freude am Spiel ihrer Mannschaft. Vier Minuten vor Schluss lag der ATV mit drei Toren vorne, verdaddelte den Vorsprung jedoch auf der Zielgeraden. Sekunden vor der Schlusssirene erzielte Marius Brunotte für den VfB Homberg den 27:26-Siegtreffer.

"Man nimmt beim Spielstand von 26:26 nochmal eine Auszeit, um den letzten Angriff abzusprechen", sagte Schürmann, der dann mitansehen musste, dass sich seine Spieler nicht an die Absprachen hielten. Das dürfe einer Mannschaft, die den Anspruch hat, zu den Spitzenteams der Oberliga zu gehören, nicht passieren. "Wir sind eben kein Spitzenteam, erst recht kein Drittliga-Team. Was uns jetzt zunächst gut zu Gesicht steht, Langenfeld zur Meisterschaft zu gratulieren."

Quelle: RP
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