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Handball
ATV kommt im 24. Spiel zu seinem 22. Sieg

Aldekerk. Handball-Oberliga: Diesmal schlugen die Aldekerker Männer den Tabellendritten SG Langenfeld. Endstand: 26:21 (15:11). Von Reinhard Pösel

Stand das Hinspiel zwischen dem TV Aldekerk und der SG Langenfeld bis zur letzten Aktion, einem von Jonas Mumme direkt ausgeführten Freiwurf, der auf das Lattenkreuz des gegnerischen Tores tropfte, auf des Messers Schneide, entwickelte sich das zweite Aufeinandertreffen beider Mannschaften sehr schnell zu einer eindeutigen Angelegenheit für den Niederrheinmeister Aldekerk. Die Mannschaft von Trainer Achim Schürmann sicherte sich mit einem zu keinem Zeitpunkt gefährdeten 26:21-Sieg im 24. Saisonspiel den 22. Sieg und ist seit fünf Monaten ohne Punktverlust.

Als die Grün-Weißen nach anfänglichen Fehlwürfen durch Fabian Schneider, Matome Rampyapedi und Thomas Jentjens nach fünf Minuten den Ausgleich zum 3:3 erzielt hatten, wurde die Begegnung für sie zu einem Selbstläufer. Die Tormaschinerie der Aldekerker wurde über weite Strecken der Begegnung durch Schneider und Jentjens unter Dampf gehalten, die zusammen 16 der am Ende 26 Aldekerker Tore erzielten. Daneben brachten Can Greven, Lukas Hüller, Jonas Mumme, Rampyapedi und der wieder genesene Tobias Dickel den Ball an dem guten Langenfelder Keeper Tobias Geske vorbei.

Mit 15:11 ging der ATV in die Pause und zeigte auch bis zehn Minuten vor dem Abpfiff noch eine sehr ansprechende Leistung, die sich wegen seiner Fehlwurfquote von mehr als 20 im gesamtem Spiel im Ergebnis nur unzureichend widerspiegelte. Was jedoch bemerkenswert war: Nach der Pause kassierte der ATV bis in die Schlussphase des Spiels hinein nur noch vier weitere Gegentore, brachte auf der anderen Seite aber den Ball neunmal im Kasten der SG Langenfeld unter, die nur mit neun Feldspielern und zwei Torleuten angereist war. Der Zwischenstand von 24:15 (52.) bedeutete dann auch den höchsten Vorsprung, den der ATV gegen den immerhin Tabellendritten herausarbeiten konnte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Aldekerks Linksaußen Fabian Schneider, der - ungewöhnlich für ihn - mit drei Fehlwürfen ins Spiel startete, die Platte bereits verlassen. Offensichtlich verspürte er nach einer seiner vorangegangenen Aktionen ein leichtes, aber wohl nicht weiter dramatisches Ziehen im Bauchbereich. Für ihn schien das jedenfalls ein Indiz dafür zu sein, zehn Minuten vor dem offiziellen Ende des Spiels sein Tagewerk zu beenden und Feierabend zu machen.

Den Feierabend hatte sich Schneider aber auch redlich verdient. Nicht allein seine mit einem unglaublich schnellen Armzug sicher verwandelten Gegenstöße waren eine Augenweide, sondern auch seine intensive Abwehrarbeit auf der linken Seite des eigenen Kreises. Schneider war dabei unermüdlich in Bewegung, besetzte mit kurzen Sprints immer wieder den gegnerischen Rückraum und machte so Anspiele des Gegners unmöglich. Gleichzeitig verfolgte er mit seiner ganzen Erfahrung die Aktionen des Gegners auf der ihm abgewandten Seite, um den von dort geplanten Seitenwechsel vorauszuahnen, den Ball abzufangen, ihn anschließend im Hochgeschwindigkeitsmodus über die Platte zu treiben und mit einem vorzüglichen Auge für das Stellungsspiel des Torwarts im Kasten unterzubringen. Sein Spiel war ohne jeden Zweifel das Sahnestück an diesem Abend.

Als es sich Schneider auf der Bank gemütlich machte (Schuhe aus und Stützbandagen abgelegt), lag nicht weit von ihm entfernt Aldekerks Spielmacher Lukas Hüller bäuchlings ausgestreckt. Über ihm "Physio" Carsten Leicher, der den zuvor in Mitleidenschaft gezogenen Rücken des 19-Jährigen behandelte. "Der Junge musste aber heute eine Menge einstecken", stellte auch Trainer Schürmann fest. Was im Übrigen richtig ärgerlich war, denn Hüller war im Aldekerker Lager einer der Ersten, der in diesem Spiel aus den Puschen kam und die Offensiv-Kombinationen seiner Mannschaft mit Tempo und feinen Ideen versorgte. Bis dann die Langenfelder auf unterschiedliche Weise versuchten, das Kreativzentrum im Aldekerker Spiel lahm zu legen. Vom Trikotziehen bis zu rabiateren Methoden war alles dabei. Bei einem dieser Duelle schlug sich Hüller den Fuß um. Als Leicher den lädierten Knöchel stabilisiert hatte, rupfte ihn der Langenfelder Dustin Thöne aus der Luft, so dass Hüller mit dem Rücken auf den Hallenboden knallte. Auf all das hätte der junge Mann gerne verzichtet. Nicht allerdings auf seinen Treffer in der 18. Minute, in der er aus zwölf Meter Entfernung den Ball aus Kniehöhe unhaltbar in den oberen Winkel des Langenfelder Tores drosch. Das Publikum raunte, der Torschütze drückte sein Kreuz durch und ballte beide Fäuste. Es war aber auch wirklich ein wunderbarer Moment.

Quelle: RP
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