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Handball
ATV macht Grotelaers zum Helden

Aldekerk. Handball-Oberliga: Der TV Aldekerk verliert gegen Borussia Mönchengladbach mit 21:27 (12:15). Der gegnerische Aushilfs-Keeper erwischt einen guten Tag. Von Reinhard Pösel

Trainer Achim Schürmann war von der Leistung seiner Mannschaft bedient. "Gegen Mönchengladbach kann man verlieren, darf man auch verlieren - aber nicht so", zürnte der ATV-Coach, dessen Spieler einen ganz schlechten Tag erwischt hatten. Christoph Kleinelützum habe in der Anfangsphase des Spiels einige gute Szenen gehabt, aber dann konnte auch der erfahrenste Handballer in Reihen des TV Aldekerk den Laden nicht mehr zusammenhalten. Die Statistik wies auf Seiten der Grün-Weißen 32 Fehlwürfe auf, von denen einige aber auch so schlecht vorbereitet waren, dass sie "Didi" Grotelaers im Borussen-Kasten kaum erschreckten.

Der Straelener, der in seinen jüngeren Jahren fünf Jahre beim ATV im Tor stand und mittlerweile die "50" um ein paar Järchen überschritten hat, hatte zur Halbzeit trocken angemerkt: "Es geht noch." Und zwar diesmal im Trikot des Gladbachers Sven Plath, der sich verletzt hatte und im Tor der Gladbacher eine Lücke hinterlassen hatte, die Torwart-"Oldie" Groetelaers am Samstagabend im wahrsten Sinn des Wortes ausfüllte. "Wir haben ihn zum Helden geschossen", sagte Schürmann, der dem Keeper nach dem Spiel einen anerkennenden Klapps aufs Hinterteil verpasste, bevor er sich enttäuscht in die Kabine verzog.

Was mit seinen Spielern an diesem Abend los gewesen sei, könne er sich nicht erklären. Und dabei bezog er sich nicht allein auf die mangelnde Angriffsleistung seiner Mannschaft, sondern auch auf die unfassbar hohe Zahl an technischen Fehlern, die die Gladbacher zu einfachen Toren einluden.

Die Lichtgestalt des deutschen Fußballs, Franz Beckerbauer, dem allerdings im Zuge der WM-Vergabe etwas das Licht abhanden gekommen ist, hätte bei der Beurteilung der Aldekerker Leistung seinen bekannten Spruch von der "Schülermannschaft aus Giesing" angebracht. Ein Stadtteil von München, in dem Beckenbauer in seinen Schülerjahren die Grundlagen seiner Sportart mitgegeben wurden.

Grundlagen, die die Aldekerker im Spiel nach vorne über weite Passagen des Spiels vermissen ließen. Damit noch etwas Positives zur Sprache kommt, sei auf die Abwehrleistung der Aldekerker hingewiesen, die nach Aussage von Schürmann "bis zur Halbzeitpause gar nicht einmal so schlecht war".

Doch auch zu diesem Zeitpunkt lag der ATV mit 12:15 im Rückstand, den er in den zweiten 30 Minuten versuchte zu verkürzen, aber dabei immer wieder an den eigenen Unzulänglichkeiten scheiterte. Von Augenhöhe der Aldekerker mit ihrem Gegner konnte am Samstagabend in einer wieder gut gefüllten Vogteihalle keine Rede sein. So rieben sich die Borussen die Hände, dass ihnen bei aller individuellen Klasse ihre vielleicht letzte Möglichkeit, in der Tabelle noch einmal nach vorne zu kommen, so überraschend einfach gemacht wurde. "Ich hoffe, dass nach der dritten Saisonniederlage einigen meiner Spieler die Augen geöffnet wurden und sie beim Blick auf die Tabelle merken, was die Stunde geschlagen hat", sagte Schürmann.

Der Aldekerker Trainer spricht die Qualifikation zur Nordrheinliga an, die am Ende dieser Saison neu installiert wird. Dazu ist in der Oberliga mindestens ein achter Platz erforderlich, je nach Abstiegssituation in der 3. Liga vielleicht auch eine noch bessere Platzierung. "Das zu erreichen, sind jetzt unsere Hausaufgaben, die wir erledigen müssen. Erst dann dürfen wir in der Tabelle wieder nach oben gucken."

ATV: Lindenau, Thommessen - Kleinelützum (9/3), Jentjens (6), Wefers (2), Mumme (2), Dickel (1), Rampyapedi (1), Kempmann, Schnaithmann, Greven, Schwartz.

Quelle: RP
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