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ATV-Männer müssen zweite Heimniederlage hinnehmen

Lokalsport: ATV-Männer müssen zweite Heimniederlage hinnehmen
Der Aldekerker Benedikt Liedtke (am Ball) erwischte diesmal keinen so glücklichen Tag. Rechts im Bild: Tobias Reich. FOTO: Gerhard Seybert
Aldekerk. Handball-Nordrheinliga: Der TV Aldekerk unterlag dem U 23-Team der HSG Neuss-Düsseldorf verdient mit 28:32 (13:17). Von Reinhard Pösel

Nach der spektakulären Aufholjagd der Aldekerker gegen die HSG Siebengebirge vor zwei Wochen war deren jetziger Auftritt eine ernüchternde Angelegenheit. Die Handballer von ATV-Trainer Matthias Sommer unterlagen der HSG Neuss-Düsseldorf II verdient mit 28:32, nachdem sie beim Seitenwechsel fast schon vorentscheidend 13:17 zurücklagen.

Anfang des Jahres hatten sich der bemerkenswert schnell aufgestiegene Neusser HV und die ART Düsseldorf rhein-übergreifend zu der neuen Spielgemeinschaft HSG Neuss-Düsseldorf zusammengefunden. Da beide Düsseldorfer Vereine ihre Stärken in das neue geschaffene Konstrukt einbringen, besteht die von Mark Dragunski trainierte zweite Mannschaft der HSG aus einer Mischung erfahrener und junger, durch die Bank gut ausgebildeter Spieler, deren Beste neben der Nordrheinliga auch in der A-Jugend-Bundesliga antreten.

Und das machen sie gut, wie das Spiel in der Vogteihalle unter Beweis gestellt hat. Ganz besonders gut machte dies am Samstagabend Moritz Goergen auf der rechten Seite. Was der 18-jährige Linkshänder mit der Aldekerker Abwehr inklusive der an diesem Tag enttäuschenden Torleute anstellte, war sehenswert. Neun Mal brachte der Düsseldorfer mit einer insgesamt tollen Trefferquote den Ball im Netz des Aldekerker Tores unter.

Und es war nicht allein der junge Mann, gegen den die Gastgeber chancenlos waren. Auch schafften es die Aldekerker nicht, die nach einer klaren Idee funktionierenden HSG-Angriffszüge wirkungsvoll zu unterbinden. Egal, welche taktischen Kniffe (doppelte Manndeckung) sich die ATV-Verantwortlichen ausdachten, die HSG hatte darauf eine Antwort. Was die Aldekerker auf die Platte brachten, wirkte dagegen bieder und war durchsetzt von leichten Fehlern und einer eklatanten Chancenverwertung - besonders im ersten Durchgang. 15 Fehlerwürfe hatte Thomas Jentjens bis zur Pause gezählt. Der Aldekerker konnte wie schon vor einer Woche wegen einer Verletzung am Oberschenkel (Einblutung nach Pferdekuss) erneut seiner eigentlichen Aufgabe im rechten Rückraum nicht nachkommen.

Ein Grund mit für die Abschlussschwäche der Aldekerker Handballer - auch bei einer Vielzahl freier Bälle - war Sven Mewissen, seines Zeichens Torwart bei der HSG. Mit einer Körpergröße von 216 Zentimetern und einem massigen Körper füllte er den Kasten gleichermaßen in der Höhe und Breite aus. Er schien die Aldekerker immens zu beeindrucken und nahm ihnen mit zum Teil minimalistischen Bewegungen das Vertrauen in das eigene Können - wobei viele Bälle in einer für Mewissen dankbaren Höhe abgefeuert wurden.

Nur einmal - Mitte der ersten Halbzeit nach einer Aldekerker Auszeit - konnte der ATV mit zwei Treffern in Folge das Ergebnis auf 9:9 (15. Minute) stellen. Lange Freude hatte man an diesem Spielstand jedoch nicht. Denn schnell setzten sich die Düsseldorfer wieder ab und gingen folgerichtig mit 17:13 in die Pause.

Weil die Gäste wohl ahnten, dass die Sommer-Handballer nach dem Seitenwechsel mit Macht versuchen würden, möglichst schnell einen besseren Zugriff auf das Spiel zu bekommen, änderten sie ihre Strategie in der Abwehr, bedachten die gegnerische Rückraummitte zeitweise mit einer Manndeckung und streuten so zusätzlichen Sand in das Getriebe der ATV-Offensive. Mit einer 6:3-Torserie setzten sich die Gäste innerhalb von zehn Minuten nach dem Wiederbeginn auf 23:17 ab. Weitere fünf Minuten später betrug der Vorsprung bereits sieben Tore (27:20, 45.). Schwachpunkt blieb die Aldekerker Abwehr, die bei den Düsseldorfer Angriffsaktionen fast schon sträflich zurückhaltend agierten. "Es wird überhaupt nicht gearbeitet", nahm ATV-Coach Sommer während einer Auszeit seine Spieler ins Gebet.

Ein letztes Aufbäumen mit Treffern von Matome Rampyapedi und Can Greven änderte an der verdienten Aldekerker Niederlage nichts mehr. Fazit: Noch mehr als in der vergangenen Saison darf man die Teams in der Nordrheinliga nicht nach ihrem Tabellenplatz beurteilen. Das trifft auf die HSG Neuss-Düsseldorf II zu, aber auch auf den TV Aldekerk, der sich trotz der bisher gesammelten Punkte schwer tut, einen erfolgreichen Konzept-Handball zu spielen.

ATV: Schoemackers, Thommessen, Lindenau - Greven (7), Rampyapedi (5), Mumme (5/2), Plhak (3/1), Liedtke (2), Reich (2), Kempmann (2), Kleinelützum (2), Pasch und Schwartz.

Quelle: RP
 
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