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Handball
ATV stemmt sich gegen die Niederlage

Handball: ATV stemmt sich gegen die Niederlage
Mit vereinten Kräften bremst die Langenfelder Abwehr den ballführenden Richard Pasch. Mittendrin (unten rechts) Fabian Schwartz. FOTO: Jürgen Venn
Aldekerk. Handball-Regionalliga Nordrhein: Mit nur acht Feldspielern musste der TV Aldekerk bei der SG Langenfeld auskommen. Die verbliebenen Akteure mussten sich nur mit 28:30 (15:14) geschlagen geben. Thomas Jentjens bester ATV-Torschütze. Von Reinhard Pösel

Die Regionalliga-Männer des TV Aldekerk verloren gegen die "Wild Boys" der SG Langenfeld mit 28:30 (15:14). Nachdem die Grün-Weißen Thomas Plhak (Rückenprobleme) nicht mehr rechtzeitig fit bekamen, mussten sie mit nur acht Feldspielern auskommen. Die verbliebenen Spieler stemmten sich mit großer Hingabe gegen die Niederlage und mussten dem Tabellenzweiten erst in den Schlussminuten die Hoheit über das Spiel überlassen.

Wer meinte, dass der aus einem zahlenmäßig größeren Kontingent schöpfende Gastgeber gegen die personell gerupften Aldekerker einfaches Spiel haben würde, musste sich sehr schnell korrigieren. Und das lag neben einer vielleicht zu laschen Einstellung der Langenfelder, die eine für ein Regionalliga-Spitzenteam überraschend hohe Anzahl von Angriffen nicht gewissenhaft genug vorbereiteten und bisweilen schlecht abschlossen, an einer guten Moral der Aldekerker. Die Gäste schienen von Anfang an dem Leitspruch zu folgen: Auch wenn du keine Chance hast, nutze sie. Die ATV-Trainer Matthias Sommer verbliebenen Spieler rückten noch enger zusammen und meisterten die aus den langen Einsatzzeiten resultierende Belastung mit gegenseitiger Unterstützung. Jeder Aldekerker Spieler brachte sich diesbezüglich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln ein.

Alles das führte zu einer Mannschaftsleistung, die von Torwart Christian Thommessen, der 60 Minuten lang zwischen den Pfosten stand und ein paar schwierige Bälle meisterte, ebenso getragen wurde wie von einer kompakt stehenden, zupackenden und aufmerksam zu Werke gehenden Abwehr, die das Kombinationsspiel der SGL immer wieder unterband. Dazu kam nach längerer Zeit ein wieder einmal selbstbewusst auftretender Aldekerker Rückraum.

Über allem stand augenscheinlich die Vorgabe, am eigenen Kreis gut zu arbeiten und bei Ballbesitz mit möglichst geringem Aufwand zu Toren zu kommen, um anderenfalls nicht noch mehr Körner zu verbrennen. Gefragt war somit die Wurfkraft von Thomas Jentjens, Christoph Kleinelützum, der abwechselnd mit Richard Pasch und Fabian Schwartz die Spielzüge vor der Langenfelder 6:0-Abwehr koordinierte, Benedikt Liedtke und Richard Pasch.

Wie gut das Aldekerker Spiel funktionierte, dokumentierte das Ergebnistableau: im ersten Spielabschnitt lag die SG Langenfeld nur beim Stand von 2:1 (2.) in Führung, ansonsten hatte der TV Aldekerk, dessen Spieler sich von Zeitstrafen, Fehlwürfen und technischen Fehlern nicht entmutigen ließen, die Nase mehrfach mit zwei Toren vorne. Beim Seitenwechsel führte der ATV nicht unverdient mit 14:13, auch zehn Minuten nach dem Wiederbeginn lag er noch mit einem Tor in Front (22:21). Allerdings merkte man schon zu Beginn des zweiten Durchgangs den Langenfeldern an, dass sie die Drehzahl ihres Spiels nach oben schraubten. Das schien aus deren Sicht auch dringend geboten, wollten sie durch eine Heim-Niederlage im Duell um den Aufstieg mit dem TSV Bonn nicht überraschend an Boden einbüßen. Doch selbst in Überzahl benötigte der Gastgeber eine Viertelstunde, ehe er zum dann erst zweiten Mal in diesem Spiel die Führung an sich reißen konnte. Aldekerk blieb ein unangenehmer Gegner, der sich nach Kräften wehrte. Auch wenn dessen Aufwand, um zu Treffern zu kommen, größer wurde, schafften es die Gäste immerhin acht Minuten vor dem Abpfiff, ein weiteres Mal mit den Langenfeldern gleichzuziehen. Wenig später brachte Schwartz, der hinten auf der Spitze verteidigte und dort einen prima Job machte, den ATV noch einmal mit 28:27 in Führung (53.).

Das jedoch blieb an diesem interessanten Abend der letzte Aldekerker Treffer. Denn auf der Zielgeraden ließen die Langenfelder den gegnerischen Rückraum nicht mehr zur Entfaltung kommen und hatten nach dem Rückwechsel ihrer Nummer eins auch auf der Torhüterposition das Plus auf ihrer Seite. Dazu kamen drei Tore nach gekonnt zuendegeführten Gegenstößen. Am Ende gab es für den ATV eine 28:30-Niederlage, mit der sich dessen Handballer erhobenen Hauptes auf die Heimfahrt begeben durften.

Quelle: RP
 
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