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Handball
ATV tut sich phasenweise enorm schwer

Aldekerk. Handball-Oberliga Männer: Der amtierende Niederrheinmeister bezwang den Bergischen HC II mit 28:25 (16:8). Von Reinhard Pösel

Beiden Mannschaften merkte man in der Aldekerker Vogteihalle an, dass sie große Lust auf das erste Pflichtspiel der neuen Saison hatten. "Die lange Vorbereitungszeit hat endlich ein Ende", sagte ATV-Coach Achim Schürmann. Zu Gast hatten die Grün-Weißen das Junioren-Team des Bergischen HC, das sie in der vergangenen Saison zweimal souverän im Griff hatten. Dementsprechend hoch fielen seinerzeit auch die Aldekerker Siege aus.

Diesmal jedoch entwickelte sich ein gänzlich anderes Spiel. Die Solinger hatten sich gegen die von ihnen als Favorit bezeichneten Aldekerker taktisch etwas vorgenommen. Zunächst versuchten sie mit konsequentem Rückzugsverhalten den schnellen Gegenstoß zu unterbinden, was ihnen einige Male vorzüglich gelang. Des Weiteren stellten die Jungs von Trainer Patrick Luig eine sehr hoch verteidigende Abwehr, deren Spieler fast kamikazeartig den ballführenden Angreifer nicht immer mit fairen Mitteln attackierten, was von den Schiedsrichtern zu lange gut geheißen wurde. Die Hausherren wussten sich gut zehn Minuten darauf nur schwer einzustellen. Erschwerend kam in dieser Phase hinzu, dass ATV-Mittelmann Lukas Hüller mit einem schmerzhaften "Pferdekuss" das Feld für den Rest der Begegnung quittieren musste. Christoph Kleinelützum, der sich zum Saisonstart bestens aufgelegt zeigte, und Karsten Wefers teilten sich fortan die Rolle des Spielstrategen auf der Mittelposition.

Nach dem 4:4 in der elften Spielminute kam das Aldekerker Spiel allmählich ins Rollen. Insbesondere durch Tore von Kleinelützum und Thomas Jentjens setzte sich der ATV ab und legte bis zum Seitenwechsel eine starke 12:4-Serie hin, die dem Gast fast schon den Knockout versetzt zu haben schien. Auch wenn auf Aldekerker Seite in dieser Phase längst noch alles Gold war, was vom Ergebnis her recht ordentlich aussah. Mit einer zunächst einmal beruhigenden 16:8-Führung gingen die Aldekerker in die Pause, aus der sie jedoch wenig inspiriert auf die Platte zurückkehrten. Es dauerte fast fünf Minuten, ehe Matome Rampyapedi das erste Aldekerker Tor im zweiten Durchgang erzielte. Da hatten die Solinger aber bereits drei der acht Tore aufgeholt, und sie nutzten die noch nicht ineinander greifender Rädchen bei ihrem Gegner weiter. Eine Viertelstunde vor Schluss beim 21:19 betrug der Vorsprung des ATV nur noch zwei Tore. Die Partie drohte auf des Messers Schneide zu geraten. Was in erster Linie daran lag, dass der ATV klarste Einschussmöglichkeiten sträflich ausließ. Hinzu kamen Pfosten- und Lattentreffer und ein BHC, der sich nicht lange bitten ließ und die Fehler beim Gegner ausnutzte.

"Die Erfahrenen mussten die Kohlen aus dem Feuer holen", sagte ATV-Coach Schürmann, der in der gut fünfminütigen Schlussphase sein Team dann endlich wieder in der Spur sah. Kleinelützum, Fabian Schneider und Jentjens richteten es im Angriff, und hinten schwang sich der für Keeper Florian Lindenau für die letzte Viertelstunde ins Spiel gekommene Christian Thommessen zu einigen bitter benötigten Glanztaten auf.

"Man hat gesehen, dass noch nicht alles passt. Der frühe Ausfall von Hüller hat mit dazu beigetragen. Was aber zählt sind die beiden Punkte", sagte Schürmann.

Quelle: RP
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