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Handball
ATV zieht den Kopf aus der Schlinge

Aldekerk. Handball-Oberliga, Männer: Der TV Aldekerk besiegte nach einer Leistungssteigerung im zweiten Durchgang Adler Königshof 30:27. Von Reinhard Pösel

Am Ende des Tages durfte sich allenfalls ATV-Trainer Achim Schürmann wie ein Sieger vorkommen. "Hatte ich nicht vorhergesagt, dass Spiele gegen die Adler nie normal verlaufen?", fragte der Aldekerker Trainer, der nur deshalb ein zufriedenes Gesicht machte, weil seine Mannschaft mit einer deutlichen Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel die zunächst gegen sie laufende Begegnung gedreht hatte und schließlich mit 30:27 die Platte als Sieger verließ.

Wenn Schürmann über all das hätte reden wollen, was in den ersten 30 Minuten bei seinen Handballern nicht wie gewohnt funktionierte, hätte der Hallenwart womöglich Überstunden machen müssen, ehe er das Licht ausknipsen konnte. So beließ es Schürmann bei dieser einen Aussage: "Das Beste am heutigen Abend war das Endergebnis." Dennoch war allen Aldekerker Beteiligten nach dem Schlusspfiff bewusst, dass sie sich bei der gezeigten Leistung im ersten Durchgang den Angriff auf die Tabellenspitze sparen können. "Es geht nicht an, dass wir uns in die Hand versprechen, alles zu geben, um oben anzugreifen. Und dann muss ich während einer Halbzeit gleich zwei Auszeiten nehmen, nur weil die Einstellung nicht stimmte", sagte Schürmann, der gar nicht glauben wollte, was er zu Beginn des Spiels von seiner Mannschaft geboten bekam. Kaum ein Angriff fand das Ziel, die Torhüter bekamen nicht eine Hand hinter den Ball und die Abwehr ließ die Gäste-Shooter unbedrängt aus dem Rückraum die Tore werfen.

Erst beim Spielstand von 0:4 (5.) schaffte es Lukas Hüller, der stärkste Aldekerker Spieler an diesem Abend, mit seinem ersten von insgesamt acht Toren den Ball am ohne Zweifel guten Adler-Keeper Nils Schmidt vorbeizubringen. Damit war der Knoten aus Aldekerker Sicht aber noch lange nicht durchgeschlagen. Mit einem nur enorm hohen Aufwand gelang es den Gastgebern, den Rückstand zu verringern. Dabei merkte man ihrem Spiel das Fehlen des Halblinken Can Greven an. Da auch Christoph Kleinelützum nicht zur Geltung kam, wurde die halblinke Rückraumposition zum Aldekerker Problemfall. Zudem hatte sich die Königshofer Abwehr sehr gut auf den Bewegungsablauf von Thomas Jentjens eingestellt, der ungewohnt viele Versuche benötigte, ehe er mit seinen Torabschlüssen in bekannter Weise zur Geltung kam.

Eine erste Chance zum Ausgleich beim Stand von 6:7 (15.) hatte Matome Rampyapedi, doch verhaspelte der Rechtsaußen den Tempogegenstoß und verhalf den Gästen dazu, sich erneut mit bis zu vier Toren abzusetzen. Drei Adler-Zeitstrafen in den letzten acht Minuten vor der Pause nutzten die Schürmann-Handballer, um sich mit einer 6:3-Serie auf 13:14 heranzukämpfen. Nach dem Wiederanpfiff nahm der ATV diesen Erfolgsfaden auf und legte durch Hüller (2), Fabian Schneider (2) und Jonas Mumme noch einmal fünf Tore nach. 18:14 lautete jetzt der Spielstand, von dem sich die gut eingestellten Krefelder aber keineswegs entmutigen ließen. In der 48. Minute hatten die Gäste das Ergebnis wieder ausgeglichen und lieferten dem ATV in den darauf folgenden zehn Minuten einen spannenden Abnutzungskampf.

Als das Spiel in die entscheidende Phase einbog, war endlich auch der Aldekerker Keeper Christian Thommessen zur Stelle und entschärfte einige Bälle. Dazu kamen durch die jetzt aufmerksame Aldekerker Deckung Balleroberungen, die im Tempo-Gegenstoß zu Toren verwertet wurden. Beim Spielstand von 28:24 (57.) schaffte es der ATV eine doppelte Unterzahl gut über die Zeit zu bringen - und konnte schließlich erleichtert durchatmen, als die Schlusssirene ertönte.

TV Aldekerk: Thommessen, Lindenau - Hüller (8), Jentjens (8), Schneider (5/1), Mumme (3/1), Schwartz (2), Dickel (2), Kleinelützum (1), S. Welzel (1), Kempmann, Wefers, Rampyapedi..

Quelle: RP
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