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Handball
Auf den ATV wartet der nächste Kracher

Handball: Auf den ATV wartet der nächste Kracher
Die Verletzungspause ist zu Ende: Fabian Schneider steht wieder auf der Platte FOTO: Thomas Binn (binn)
Aldekerk. Handball-Oberliga: Die Männer des TV Aldekerk gastieren morgen bei TuSEM Essen II. Spielbeginn ist um 17.30 Uhr. Von Reinhard Pösel

Es ist nur schwer vorstellbar, dass es bei der Bewertung dieses Aldekerker Spielers mehr als zwei Meinungen gibt. Gemeint ist Linksaußen Fabian Schneider, der sich im Heimspiel gegen die SG OSC Wölfe Rheinhausen am Knie verletzte und seither seiner Mannschaft nicht zur Verfügung stand. Sechs Begegnungen fehlte Schneider. Vor einer Woche kehrte der 32-Jährige zurück. Ein herbeigesehnter Moment, zumal es gegen den Tabellenführer Bergische Panther ging.

Das lädierte rechte Knie war vorsichtshalber bandagiert, aber ansonsten war alles wie vor der Verletzungspause. Auch wenn es in der Wirklichkeit natürlich anders war, aber irgendwie ging am vergangenen Samstag ein Ruck durch die Aldekerker Mannschaft. Als Schneider dann auch noch mit seinen ersten Ballkontakten die Kugel gleich, wie von ihm gewohnt, aus spitzem Winkel in die gegnerischen Maschen zauberte, da schien jeder in der Vogteihalle zu spüren, heute geht was.

Die ersten beiden Aldekerker Tore gegen die Panther gingen auf das Konto von Schneider, danach trafen Fabian Schwartz, Thomas Jentjens und Matome Rampyapedi, ehe die Augen sich wieder auf Schneider richtete. Das war der Moment, als der Linksaußen des ATV seine angestammte Position auf der Außenbahn verließ und zur Siebenmeterlinie schritt. In jedem Spiel ein großer Moment, dessen Ablauf sich bei Schneider in dessen langer Handballkarriere eingebrannt hat, automatisiert wurde: Er umfasst den Ball mit den gespreizten Fingern der rechten Hand, macht einen großen Ausfallschritt, steht daraufhin wie angewurzelt auf der Platte, bläst die Backen auf, fixiert den Torwart, bringt dann seinen Körper in Bewegung, pendelt nach links, nach rechts, wieder nach links - und schraubt den Ball ins Tor. Genau aus diesem Grund ist in Handballkreisen sein Vorname durch "Schrauber" ersetzt worden. "Wir sind alle froh, dass er zurück ist", sagt Achim Schürmann, Trainer des ATV. "Wie wichtig er für die Mannschaft mit seinen Toren, aber auch in der Abwehr ist, haben wir immer gewusst", betont der Aldekerker Coach. Keine Frage. Aber bisweilen erschließt sich die Bedeutung eines Spielers für ein Team erst so richtig, wenn er wie zuletzt Schneider nicht zur Verfügung steht.

"Morgen gegen TuSEM Essen brauchen wir aber nicht nur einen ,Schrauber', der gut aufgelegt ist, sondern jeden anderen aus dem Kader auch, der bereit ist, sein Potenzial zu hundert Prozent abzurufen", betont Schürmann. Der Aldekerker Trainer hat die Spielpläne der TuSEM-Mannschaften studiert, um zu ahnen, was seiner Mannschaft in der Sporthalle auf der Margarethenhöhe bevorsteht. Die A-Junioren der Gastgeber, die in der Bundesliga antreten, haben spielfrei, und auch das Zweitligateam von TuSEM pausiert. "So wird TuSEM gegen uns alles, was von den Statuten her möglich ist, aufbieten. Und das wird nicht wenig sein", weiß Schürmann, der die eigene Mannschaft darauf einstimmen wird. "Sich auf der Platte wehren, müssen die Jungs dann aber schon selbst."

Da die Aldekerker auf die personelle Besetzung der gegnerischen Mannschaft keinen Einfluss haben, hilft es ihnen in der Vorbereitung auf das Spiel auch reichlich wenig, sich mit allen Eventualitäten auf Seiten des Gegners auseinander zu setzen. Schürmann handelt dann auch nach der Devise, mit der andere Trainer bei vergleichbaren Anlässen ebenfalls nicht schlecht gefahren sind. "Wir konzentrieren uns auf die eigenen Stärken, die nun so schlecht nicht sind", sagt Schürmann, der auf die Tabelle verweist, die die Aldekerker auf Platz eins zeigt.

Bis auf Lukas Hüller, der laut Schürmann "hoffentlich ein letztes Mal fehlt", stehen alle Spieler zur Verfügung. "Die Favoritenrolle liegt bei TuSEM", sagt Schürmann, der seine Mannschaft aber nicht chancenlos sieht, "vorausgesetzt, wir finden gut in die Partie".

Quelle: RP
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