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Leichtathletik
Beim Citylauf läuft der Schweiß in Strömen

Beim Citylauf Geldern 2016 läuft der Schweiß in Strömen
Lukas Arnas Indicianskis (m.) legt einen Blitzstart über zehn Kilometer hin. Seine Verfolger holen ihn aber schnell ein. So wie Sanaa Koubaa (2. v.r.). Die Bronzemedaillen-Gewinnerin (3000-Meter-Hindernis) bei den Deutschen Meisterschaften 2015 ging überraschenderweise in Geldern an den Start. FOTO: Markus van Offern
Geldern. Bei extrem heißen Temperaturen gehen 851 Athleten an den Start. Im Ziel spielten die Zeiten kaum noch eine Rolle. Den Zehn-Kilometer-Lauf gewinnt Martin Funke. Schnellste Frau ist Leichtathletik-Ass Sanaa Koubaa aus Leverkusen. Von Christian Cadel

Da staunte Moderator Ferdi van Heukelum nicht schlecht, als er einen Blick auf die Starterliste warf. Tatsächlich hatte Sanaa Koubaa sich für die zehn Kilometer lange Strecke beim achten Gelderner Sparkassen-Citylauf angemeldet. Die für den TSV Bayer Leverkusen startende 31-Jährige ist schließlich kein unbeschriebenes Blatt.

Im vorigen Jahr holte Koubaa über die 3000 Meter Hindernis Platz drei bei den Deutschen Meisterschaften und gehört somit zur deutschen Leichtathletik-Elite. Doch was hatte sie nach Geldern verschlagen? "Mein Trainer wollte, dass ich am Wochenende einen Trainingslauf absolviere. Ich hatte zwei Veranstaltungen im Auge und habe mich schließlich für den Gelderner Citylauf entschieden, weil ein Stadtlauf ein ganz besonderes Flair hat", sagte Koubaa.

Mit der Strecke kam sie auch gut klar. Nach 37:07 Minuten lief sie als erste Frau über die Ziellinie. "Normalerweise bin ich eine Bahnläuferin und trinke nichts. Aber es war so heiß, dass ich nach der ersten Runde einen Becher Wasser greifen musste." Mit ihrer Zeit war Koubaa zwar nicht ganz zufrieden, bei gefühlten Saunatemperaturen war aber auch früh klar, dass keine Top-Zeiten herausspringen würden.

Streckenrekorde fielen bei der achten Ausgabe des vom GSV Geldern ausgerichteten Citylaufs nicht. Auch der schnellste Mann über die zehn Kilometer, Martin Funke, brauchte ein paar Minuten mehr als der Sieger im Vorjahr. Trotz eines souveränen Sieges pumpte Funke im Ziel ordentlich. "Können wir in den Schatten gehen?", fragte er, als er ein paar Worte zu seinem Sieg sagen sollte. "Auf diese abrupten Temperaturveränderungen kann man sich kaum vorbereiten. Und ich bin ja auch ganz schön gejagt worden", sagte Funke.

Denn Daniel Monster (AS Neukirchen-Vluyn), der zuvor schon den Fünf-Kilometer-Lauf in 17:40 Minuten für sich entschieden hatte, hatte noch so viel Kraft, um über die doppelte Distanz auf Platz zwei zu kommen. "Ich bereite mich auf einen Marathon vor. Da dachte ich mir, dass ich beide Distanzen laufen könnte. Beide Strecken waren auch gut zu laufen. Nur am Wasserstand war es schwer, die Becher zu greifen", sagte Monster. Rang drei belegte Mike Claßen von der LG Alpen, der es in der letzten von insgesamt fünf Runden noch schaffte, Melchior van de Pol zu überholen. Nachwuchs-Talent Lukas Leander Gietmann, der im Vorjahr Platz drei belegt hatte, musste sich diesmal in 38:24 Minuten mit dem achten Rang in der Gesamtwertung zufrieden geben. Der Weezer war dennoch zufrieden: "Aufgrund der Temperaturen war der Lauf in Ordnung", sagte er. Einen kleinen familieninternen Erfolg konnte der Weezer aber trotzdem feiern.

Vater und Laufpartner Michael Gietmann kam einige Minuten später ins Ziel. "Ich hätte mich auch gewundert, wenn es andersherum gewesen wäre", sagte Gietmann senior, der demnächst eine weitaus kräftezehrendere Herausforderung in Angriff nimmt. Beim Rennsteig-Lauf am 21. Mai wird er den Super-Marathon über 73 Kilometer absolvieren. So viele Kilometer hat der Gelderner Citylauf zwar nicht zu bieten, aber das Streckenangebot von 444 Meter für Bambinis bis zur Distanz über zehn Kilometer war so attraktiv, dass auch Helmut van Weegen von der Laufabteilung des GSV Geldern erstaunt war, wie gut der Citylauf in diesem Jahr angenommen wurde. "Wir sind total zufrieden. Besonders erfreulich war, dass viele Schüler und Kinder mitgemacht haben. Unser Ziel ist es immer, Athleten aus der näheren Umgebung, aber auch Läufer aus der klassischen Läuferszene anzusprechen", sagte er.

Das Konzept ging auch bei der achten Ausgabe voll auf. Neben Athleten aus den Niederlanden oder aus etwas weiter entfernteren Laufvereinen, waren auch viele Schüler dem Aufruf gefolgt. Besonders die Liebfrauenschule Geldern war stark vertreten und stellte beim Firme- und Hobbylauf, bei dem die Zeiten einzelner Gruppenmitglieder zu einer Wertung zusammengefasst wurden, insgesamt 43 Dreier-Teams.

Auch die Kinder der örtlichen Kindergärten sowie viele Schüler waren auf den Gelderner Marktplatz gekommen, um ihr Bestes zu zeigen. Einziger Wermutstropfen: Als die Läufe der jüngeren Teilnehmer zu Ende gingen und damit auch die Gefolgschaft, bestehend aus Eltern und Großeltern, abgezogen war, leerte sich der Marktplatz merklich. Freude bei den Siegerehrungen am frühen Abend kam aber trotzdem auf.

Quelle: RP
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