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Bitteres Pokal-Aus für den SV Straelen

Lokalsport: Bitteres Pokal-Aus für den SV Straelen
Besorgte Mienen auf der Straelener Bank. Trainer Rachid Sraizi sah spätestens nach dem Gegentor in der 48. Minute das Unheil kommen. Auch seine Assistenten Khaled Daftari (Mitte) und Stefan Post beratschlagten vergeblich. FOTO: Gerhard Seybert
Hamborn/Straelen. Zweite Runde um den Fußball-Niederrheinpokal: Hamborn 07 - SV Straelen 1:0 (0:0). Oberliga-Aufsteiger gibt im Stadion "Im Holtkamp" den Ton an, trifft aber das Tor nicht. Eine einzige Unachtsamkeit in der Abwehr besiegelt die Niederlage. Von Volker Himmelberg

Marvin Hitzek passt in den Lauf von Rene Jansen. Dieser nagelt den Ball an die Unterkante der Latte, den Abpraller setzt er wenige Zentimeter übers Tor. Diese Szene aus der 14. Minute verhinderte, dass die Dinge gestern im Hamborner Stadion "Im Holtkamp" den erwarteten Lauf nahmen. Mit einer Führung im Rücken hätte Oberligist SV Straelen mit Sicherheit nichts mehr anbrennen lassen.

Doch so entwickelte sich eines jener typischen Pokalspiele, die mit einer Überraschung enden. Der Außenseiter - in diesem Fall Landesliga-Neuling Hamborn 07 - verteidigt geschickt und mit Leidenschaft. Der Favorit wird irgendwann nervös, lässt klare Chancen ungenutzt und greift schließlich zum untauglichen Mittel der Brechstange. Und wenn der Gegner dann auch noch seine einzige Möglichkeit nutzt, lässt sich das Ruder nicht mehr herumreißen. Auf diese Weise kassierte der SV Straelen gestern seine dritte Pflichtspiel-Niederlage in Folge - langsam wird's ungemütlich an der Römerstraße.

Schon ein Blick auf die Straelener Ersatzbank ließ gestern nichts Gutes ahnen. Dort saß neben Stammkeeper Marian Gbur und Maik Hemmers lediglich Samir Putschbach, der morgens bereits für die Straelener A-Junioren gespielt hatte. Im Tor sollte Neuzugang Keisuke Ishibashi Spielpraxis sammeln - was sich allerdings kurz nach der Pause noch rächen sollte.

Auch mit dem letzten Aufgebot lieferte der SV Straelen, der in Sachen Verletzungspech aktuell die Seuche hat, eine halbwegs ordentliche Vorstellung. Fliegt der geschilderte Ball nicht gegen die Latte, sondern ins Netz, ist alles gut. Doch so entwickelte sich allmählich ein Spiel, in dem das Hamborner Tor wie vernagelt schien. Das lag zum einen an "Löwen"-Keeper Dominik Schäfer, der seine Sache ganz ausgezeichnet machte und beispielsweise in der ersten Halbzeit gegen Marvin Hitzek (26.) und Randy Grens (35.) zur Stelle war. Zum anderen machten seine Vorderleute um den umsichtigen Kapitän Jan Stuber geschickt die Räume eng.

Zur Pause hatte der Straelener Präsident Hermann Tecklenburg noch ausgezeichnete Laune und umarmte freundschaftlich den Hamborner Trainer Dietmar Schacht. "Didi, is dat dein Zwillingsbruder ?", fragte ein "Löwen"-Fan - eine gewisse Ähnlichkeit der Charakterköpfe ist in der Tat nicht zu leugnen.

Doch kurz nach der Pause war Schluss mit lustig - zumindest aus Straelener Sicht. In der 48. Minute segelte eine Flanke in den Strafraum der Grün-Gelben und hätte eigentlich sichere Beute von Keisuke Ishibashi sein müssen. Doch der Ersatzkeeper ging nicht entschlossen genug zum Ball. Und schon verwertete Angreifer Kevin Karczewski die einzige Chance, auf die der Landesligist die ganze Zeit gelauert hatte. Noch war sich Hermann Tecklenburg seiner Sache sicher: "Wir machen mindestens noch den Ausgleich und dann in der Verlängerung den Sack zu."

Doch der Chef hatte die Rechnung ohne die Straelener Spieler gemacht, die mit zunehmender Dauer immer nervöser wurde. Beispiel Aram Abdelkarim. Der lieferte zwar auch gestern gelegentlich fußballerische Feinkost. Doch vor dem gegnerischen Tor avancierte der Neuzugang aus Wattenscheid zum "Chancentod". Die Szene in der 66. Minute, als er den Ball knapp am rechten Pfosten vorbei setzte, lässt sich noch als Pech verbuchen. Doch was in der 83. Minute passierte, war schlicht und einfach kläglich. Nach einem Zuspiel von Grens tauchte Abdelkarim völlig frei vor Schäfer auf, verfehlte das Ziel aber aus kurzer Distanz um mehrere Meter.

Rückkehrer Daniel Vogel kam kurz vor dem Abpfiff im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Georgios Vassiliadis entschied auf "Schwalbe". Das war's: Der SV Straelen ist ausgeschieden.

Quelle: RP
 
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