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Triathlon
Bunte Triathlon-Gaudi sorgt für viel Spaß

Triathlon: Bunte Triathlon-Gaudi sorgt für viel Spaß
Die ersten Meter von der Wechselzone bis auf die asphaltierte Radstrecke mussten die Teilnehmer zu Fuß zurücklegen. FOTO: Seybert, Gerhard (seyb)
Eyll. Thomas Seelen und Eva Hilgenpahl sind die strahlenden Sieger des 8. ATV-Triathlons am Eyller See. 164 Einzelstarter und 25 Staffelteams überwinden die drei unterschiedlichen Distanzen. Besonders die Radstrecke hat es in sich. Von Christian Cadel

Die Sonne brennt, ein leichter Wind zieht über den Eyller See. Olaf Müller vom Orga-Team schnappt sich das Mikrofon und gibt die letzte Einweisung. "Eigentlich hat sich an der Strecke aus dem Vorjahr nichts geändert, aber ich erklär's noch einmal", sagt er.

Das Programm hatte es schließlich in sich. Auch beim 8. ATV-Triathlon mussten die Teilnehmer 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen. Nach dem Erklingen der Startertröte sprinteten 113 Männer ins kühle Nass. Nur ein Teilnehmer ließ es gemächlicher angehen. Er absolvierte die Runde im Eyller See im Rückenschwimmen. Anfangs verlor er zwar die Orientierung, schwamm etwas rechtslastig, fand aber zurück auf den Kurs und stieg als Letzter aus dem Wasser. Das schien ihn aber nicht zu stören, denn den Applaus der Zuschauer am "Strand" hatte er so oder so auf der Habenseite.

Gedränge im kühlen Nass: Beim 8. ATV-Triathlon betrug die Schwimmstrecke im Eyller See für alle Teilnehmer 500 Meter. FOTO: Gerhard Seybert

Einen viel besseren Start erwischte Thomas Seelen vom Reeser SC. Nach 5:27 Minuten kam er als Erster in die Wechselzone und konnte seinen Vorsprung auch bis ins Ziel retten. Das hatte auch Moderator Reinhard Pösel erkannt, der am Mikrofon alles gab und sichtlich Spaß dabei hatte. Seine Heiserkeit nach rund vier Stunden Moderation sprachen Bände. Als Seelen nach insgesamt 54:23 Minuten schweißüberströmt ins Ziel kam, hatte Pösel aber noch genug Kraft, um den Sieger als solchen zu begrüßen. Seelen resümierte: "Die Distanzen waren super zu absolvieren. Nur die Radstrecke war etwas schwieriger."

Malte Ifang aus dem weit entfernten Cuxhaven, Uwe Bandmann aus Essen und Peter Krins aus Uerdingen reihten sich hinter Seelen ein. Bester Teilnehmer aus dem Gelderland war Mike Jordan vom Ausrichter TV Aldekerk auf Rang fünf. Nach der Schwimmdistanz lag er zwar noch auf Platz vier, fiel dann aber auf der Radstrecke leicht zurück. Jordan hatte jedoch Heimvorteil. Die Aldekerker feuerten ihn lautstark an, unter anderem auch Rainer Faulstich, der sich in den vorigen Jahren immer ein hartes Duell mit seinem Vereinskollegen geliefert hatte, dieses Mal aber nicht am Triathlon teilnahm. Und so hatte Jordan leichtes Spiel und sicherte sich gleichzeitig den Titel des Vereinsmeisters. "Ich bin zufrieden. Das war mal wieder voll genial", sagte er im Ziel und konkretisierte: "Das hat mal wieder mega Laune gemacht."

Mit seiner Leistung ebenfalls zufrieden war der 18-jährige Tom Faessen. Der Straelener, der mittlerweile für das "Triathlon Team Ratingen" in der Verbandsliga an den Start geht, kam als 21. ins Ziel. Nur einmal verlor er kurz die Orientierung. Nach dem Schwimmen sprintete er in die Wechselzone, in der jeder Triathlet sein Rad an einer ganz bestimmten Stelle postiert hatte. Doch Faessen schien ratlos zu sein. Mit fragendem Blick suchte er nach seinem Bike und lief hin und her.

Nach wenigen Sekunden hatte er es dann aber doch gefunden und begab sich auf die Radstrecke, als wäre nichts gewesen. "Ja, da war ich etwas orientierungslos", gab er später zu. "Mit meiner Leistung bin ich aber insgesamt zufrieden. Nur die Radstrecke war etwas schwierig. Es war sehr windig und ich hatte Probleme beim Atmen. Außerdem konnte ich nicht im Windschatten anderer Athleten fahren." Dennoch konnte der 18-Jährige einen kleinen Erfolg verbuchen. Den familieninternen Wettstreit mit seinem Vater gewann der Straelener souverän. Heinz Faessen kam rund 15 Minuten später ins Ziel.

Probleme auf der Radstrecke hatten auch die Teilnehmer des AS Neukirchen-Vluyn. "Unsere Leistung war Okay, nur der Wind war teilweise extrem", sagte Marion Jaschke. Ihre Teamkollegin Marion Fritsch ergänzte: "Und es war etwas holprig." Aber die Neukirchener konnten dennoch zufrieden sein. Hinter der Siegerin Eva Hilgenpahl und der wie schon im Vorjahr zweitplatzierten Vera Jonkhans (beide TV Goch) belegte Angela Tempesta den dritten Rang in der Frauenwertung. "In diesem Jahr konnte ich mich um gleich drei Plätze verbessern", rechnete sie vor und erklärte anschließend das Abendprogramm. "Unser Verein ist wieder mit rund 30 Leuten vertreten. Wir sind alle mit dem Fahrrad gekommen. Nach dem Triathlon starten wir unseren traditionellen Ramazotti-Abend. Denn erst kommt die Leistung und dann das Vergnügen", sagte Tempesta mit einem Augenzwinkern.

Spaß hatten auch die 25 Staffeln, die jeweils aus drei Athleten und einem Streckenposten bestanden. Jedes Staffelmitglied musste eine Strecke absolvieren, am Ende wurden die Einzelzeiten zusammengerechnet. Beste Mannschaft in diesem Jahr war das "Team Schnakenhaus". Platz zwei belegte eine Auswahl des Reeser SC, dahinter reihten sich die "Gelben Flitzer" ein.

Nachdem alles gut funktioniert hatte, zog auch das Orga-Team ein positives Fazit. "Es ist perfekt gelaufen. Vor allem die grinsenden Gesichter im Ziel zu sehen, ist besonders schön", sagte Werner Wahl. Ein kleiner Wermutstropfen war der Sturz einer Triathletin auf der Radstrecke. "Sie hat eine vor ihr fahrende Teilnehmerin leicht touchiert und ist schwer gestürzt, wurde aber gleich versorgt und ins Krankenhaus gefahren", berichtete Olaf Müller. "Ein Lob gilt einem Staffelathleten, der den Sturz gesehen hat, anhielt und bei der Erstversorgung mithalf", fügte Müller hinzu.

Und genau an dieser Stelle wurde mal wieder deutlich, dass das Orga-Team und die 80 Helfer selbst im Ernstfall alles reibungslos auf die Reihe bekommen. Deshalb dürfte einem neunten ATV-Triathlon auch nicht viel im Wege stehen. "Wenn man sich den Erfolg hier ansieht, kommen wir an einer neunten Auflage ja auch gar nicht mehr vorbei", sagte Wahl zufrieden.

Quelle: RP
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