| 00.00 Uhr

Lokalsport
Das Duell der beiden Aufstiegstrainer

Lokalsport: Das Duell der beiden Aufstiegstrainer
Diese beiden Männer wollen nach der Saison eine Extraschicht in der Relegation zur Fußball-Landesliga einlegen: Stephan Houben (l.), neuer Trainer des TSV Wachtendonk-Wankum, und sein Gelderner Kollege Peter Streutgens. FOTO: Markus van Offern/Thomas Binn
Gelderland. Fußball-Bezirksliga: Stephan Houben hat den SV Straelen in die Oberliga geführt und jetzt Euphorie im Wachtendonker Sportpark Laerheide ausgelöst. Peter Streutgens ist Wachtendonker Junge und hat mit dem GSV Geldern einiges vor. Von Volker Himmelberg

TSV Wachtendonk-Wankum - GSV Geldern (So., 14.30 Uhr). Eine erste Duftmarke hat Stephan Houben bereits gesetzt. Im ersten richtigen Spiel unter der Regie des neuen Trainers fegte Fußball-Bezirksligist TSV Wachtendonk-Wankum den 1. FC Kleve II mit 4:0 vom Platz und kehrte in der Tabelle auf Rang zwei zurück. Der Mann, der in der vergangenen Saison den SV Straelen in die Oberliga geführt hat, mag es zwar gar nicht, wenn allzu viel Wirbel um seine Person gemacht wird. Doch die Ankunft des Meistermachers, der vor seinem Engagement an der Römerstraße mit dem 1. FC Mönchengladbach den Aufstieg in die Oberliga gefeiert hatte, hat im und rund um den Sportpark Laerheide selbstverständlich Euphorie ausgelöst. Und Houben möchte seinen Teil dazu beitragen, dass diese Hochstimmung möglichst bis zum Saisonende anhält.

"Meine Handschrift soll schon erkennbar sein. Gegen Kleve hatte ich einigen Spielern neue Positionen zugeteilt. Das hat schon recht gut funktioniert, wobei natürlich auch noch etwas Sand im Getriebe war", benennt der Nachfolger von Thomas von Kuczkowski die ersten Stellschrauben, an denen er gedreht hat. Weitere werden folgen. Denn Stephan Houben möchte sich nicht nach dem 34. Spieltag aus Wachtendonk verabschieden, sondern erst nach der Aufstiegsrunde zur Landesliga. Und dazu muss Platz zwei hinter der Übermannschaft von Fichte Lintfort her.

Das funktioniert nicht ohne die Einsatzbereitschaft des kickenden Personals. Houben: "Es geht mir gar nicht darum, den Zeitaufwand zu erhöhen. Aber wenn man nur zweimal wöchentlich trainiert, muss man in diesen Einheiten auch schon einmal bis an die Grenzen des Erträglichen gehen." Am Sonntag trifft Houben mit seiner Mannschaft auf einen Lokalrivalen, der die Saison ebenfalls auf Relegationsplatz zwei beenden möchte. Ausgerechnet im Derby gegen den GSV Geldern muss der Gastgeber ohne seinen Torjäger auskommen. Christian Galster, der in 15 Einsätzen bereits elf Treffer erzielt hat, handelte sich gegen Kleve seine fünfte Gelbe Karte ein und muss zuschauen. In Sachen Taktik lässt sich Pokerface Houben nicht in die Karten schauen. Nur so viel: "Fußball ist ein Ergebnissport. Deshalb wollen wir erfolgreich spielen." Beim Gegner sitzt ein echter Wachtendonker Junge auf der Bank. GSV-Trainer Peter Streutgens ist im Dorf aufgewachsen, hat schon als Jugendlicher für den TSV gekickt und wohnt nur einen Steinwurf weit vom Sportplatz entfernt.

FOTO: Thomas Binn

Und wenngleich er die größten Erfolge als Übungsleiter einige Etagen tiefer gefeiert hat, weiß auch Peter Streutgens, wie Aufstieg geht. Die dritte Mannschaft des TSV Wa.-Wa. - "mein Heimatverein" - führte er einst von der Kreisliga C bis hinauf ins Kreisliga-Oberhaus. Und vor zwei Jahren sorgte er mit seiner aktuellen Mannschaft dafür, dass in der Stadt Geldern endlich wieder Bezirksliga-Fußball geboten wird.

Die beiden Linienchefs geizen im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Derbys nicht mit gegenseitigen Komplimenten. Houben: "Die individuelle Klasse der Gelderner Spieler tendiert in Richtung Fichte Lintfort." Streutgens: "Für uns wird's ganz schwer, weil wir auf einen Gegner treffen, den mein Kollege bis in die Haarspitzen motivieren wird." Eins steht fest: Der Wachtendonker Junge wird vielleicht am Sonntag sein "Heimspiel" verlieren. In keinem Fall aber seinen Humor. Zuletzt gab's bei der 1:2-Niederlage bei der SGE Bedburg-Hau wieder einen "echten Streutgens". Nach einem kurzen Wortwechsel mit Schiedsrichter Sascha Krysmon (Wissel) erkundigte dieser sich nach dem Namen. Die Antwort: "Joachim Löw." Anschließend durfte sich der sympathische GSV-Trainer unter die Zuschauer mischen.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Das Duell der beiden Aufstiegstrainer


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.