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Das gefühlte Recht bleibt auf der Strecke

Lokalsport: Das gefühlte Recht bleibt auf der Strecke
Viktoria Winnekendonk kann es nicht fassen: Der Verein wird für einen fremdverschuldeten Verfahrensfehler "bestraft" und geht leer aus. FOTO: Thomas Binn
Winnekendonk. Die Verbandsspruchkammer hat endgültig entschieden, dass Fußball-Bezirksligist Viktoria Winnekendonk keine Bonuspunkte erhält. Viktoria-Verantwortliche finden die Entscheidung "grausam" und "sportlich nicht nachvollziehbar". Von Christian Cadel

Nun ist es amtlich. Wie der Fußballverband Niederrhein offiziell mitteilt, bleibt das Urteil der Bezirksspruchkammer in der Sache um die beiden Fußballbezirksligisten Viktoria Winnekendonk und Olympia Bocholt bestehen. Ein Antrag des Verbandspräsidiums auf Überprüfung einer rechtskräftigen Entscheidung an die Verbandsspruchkammer gerichtet, wurde von dieser als unbegründet zurückgewiesen.

Rückblick: Im September vorigen Jahres gewann Olympia Bocholt das Meisterschaftshinspiel gegen Winnekendonk zwar mit 4:1, setzte dabei aber einen zu diesem Zeitpunkt nicht spielberechtigten Spieler ein. Staffelleiter Holger Tripp entschied daraufhin, dass Winnekendonk nachträglich als Sieger bestimmt wurde. Der Bocholter Club hatte anschließend protestiert und begründete seinen Antrag auf sportgerichtliche Entscheidung mit einem Verfahrensfehler, da der Staffelleiter laut Spielordnung nur eigenständig hätte entscheiden dürfen, wenn Winnekendonk oder ein anderer Verein aus der Bezirksliga-Gruppe 7 einen schriftlichen Antrag auf Punktverlust eingereicht hätten. Das war damals aber nicht geschehen. Die Bezirksspruchkammer hatte deshalb entschieden, dass Bocholt die drei Punkte behalten darf.

Viktoria-Chef Willi Verheien war bei der jüngsten Verbandsspruchkammersitzung anwesend und konnte es nicht fassen: "Ich finde das ganz grausam", sagt er. Grausam auch deshalb, weil Winnekendonk frühzeitig Protest hätte einreichen können, sich aber auf einen Ratschlag von Staffelleiter Tripp verließ, der versicherte, dass Winnekendonk keinen eigenen Protest einreichen müsse. Er könne die Sache von Amts wegen selbst entscheiden, dachte der Staffelleiter damals. Laut Regelwerk durfte er das aber eben nicht. Tripp gab seinen Fehler zu und versicherte, dass dieser aus Unwissenheit und ohne böswilligen Absichten passiert sei. "Auch die Verbandsspruchkammer hat uns nun wieder erklärt, dass die Tripp-Entscheidung nicht satzungskonform war. Deshalb musste wieder gegen uns entschieden werden", erklärt Verheien, der verdeutlicht, dass die Kammer aber durchaus Verständnis für den Ärger der Viktoria gezeigt habe. Auch Wido-Coach Sven Kleuskens kann die Bestätigung des Urteils nicht verstehen: "Wir werden für einen Fehler bestraft, den wir nicht begangen haben. Aus sportlicher Sicht kann ich das nicht nachvollziehen."

Wie schon vor der Bezirksspruchkammer wurde auch jetzt wieder nur über das damalige Tripp-Urteil entschieden. Letztlich bleibt das Bocholter Vergehen ungeahndet. Und das könnte große Auswirkungen auf den Abstiegskampf haben. Drei Bonuspunkte hätten Winnekendonk enorm gut getan. Für den Club ist die Sache nun vom Tisch. Weitere Schritte will er nicht gehen.

Quelle: RP
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