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Volleyball
Das Hexenland wird zur Volleyballstadt

Volleyball: Das Hexenland wird zur Volleyballstadt
Voller Körpereinsatz auf den 42 Feldern am Koetherdyck in Sevelen. Wer nicht gerade selber am Netz stand, der schaute zu und feuerte an. Die Mannschaften kamen nicht nur aus Nordrhein-Westfalen. Die weiteste Anreise hatten die Volleyballer aus Berlin. FOTO: Gerhard Seybert
Sevelen. Das Wochenende stand beim TV Sevelen im Zeichen des Balls, der über das Netz muss. 345 Mannschaften aus ganz Deutschland verwandelten den Sportplatz am Koetherdyck in eine Volleyball-Arena. Nur das Wetter spielte nicht mit. Von Bianca Mokwa

Springende Bälle, hüpfende Menschen, Trillerpfeifenkonzert und Jubel sind zu hören und nebenan wird der Schwenkgrill ausgepackt. Ein bisschen umweht das Volleyballturnier des TV Sevelen Festivalstimmung. Kein Wunder, denn rund um die 42 provisorisch angelegten Volleyballfelder am Sportplatz des Koetherdycks sind Zelte aufgebaut.

Einige der Teilnehmer sind weit gereist, um am Turnier teilzunehmen. Das hat sich vom Freundschaftsspiel vor 28 Jahren zu einem Mega-Event entwickelt. Am Wochenende waren 345 Mannschaften gemeldet. Die Spielklassen reichen von der Hobbymannschaft bis zur Landesliga und höher. Thomas Roosen, Vorsitzender des TV Sevelen und besser bekannt als "Toto", hat auch einen Bundesligaspieler gesichtet. "Aber es ist schon mehr ein Hobbyturnier", betont Roosen. Dabei haben sich der Spaßfaktor und das professionelle Herangehen offensichtlich herumgesprochen. Längst kommen die Teilnehmer nicht nur vom Niederrhein.

Ein Team ist aus Berlin angereist, Jenny Boldt aus Köln. Sie ist mit einer Vierer-Damenmannschaft in der Bezirksligaklasse für das Turnier gemeldet. Bisher waren ihre Spielerfolge aber eher durchwachsen. Eine Spielerin ist krank geworden. Sie spielen nur zu dritt. "Sonst hätten wir natürlich gewonnen", sagt die 31-Jährige lachend. Sie ist sonst für die DJK Südwest auf dem Feld. In Sevelen ist sie zum wiederholten Mal dabei, "weil es das geilste Turnier ist". Vorzüge gefällig? "Weil es auf Rasen ist, weil das Wetter immer gut ist und die Musik", zählt sie auf. In diesem Jahr sei nichts anders, betont der Vorsitzende Roosen. Bis auf das Wetter. Der Freitagabend startete schon feucht für die Camper, der Samstag war kühl und der Sonntag nass. Die gute Laune ließen sich die Volleyballer aber nicht verderben.

Unter "Was ein geiler Teamname" trat Philipp Boeck ans Netz. Mit seinen Teamkollegen in den gelben Warnwesten war er nicht zu übersehen. Für ihn ist das Turnier in Sevelen die Gelegenheit, ein Wiedersehen mit Volleyballkollegen aus dem Ligabetrieb zu feiern. Allerdings musste er am Samstagmittag noch ein bisschen zittern. Sein Team hatte das erste Spiel verloren, das zweite gewonnen. Das gab dem Spieler der Bezirksklasse die Gelegenheit, nach "seinen Jungs" zu schauen. Der Moerser ist auch Spielertrainer der Volleyballjungs vom Jahrgang 2000. Für sie war das Turnier in Sevelen Premiere. "Die können hier unbeschwert spielen, ohne Druck", lobt Boeck die zusätzliche Trainingsmöglichkeit mit Spaßfaktor.

Aber auch Lokalmatadoren gingen an den Start - und punkteten. Statt gegen den Ball zu treten, wagten sich die Kicker des SV Sevelen ans Netz und zeigten, dass Fußballer auch gute Volleyballer sein können. Unter dem Teamnamen "Sixer - geht immer" gewannen sie das Finale gegen "Zone 30" in der 6. Hobbyklasse. "David hat uns zum Titel geführt", sagte Spieler Michael Sibben euphorisch nach dem Triumph. Aber vielleicht lag es auch an Maskottchen Emil Sommer, Nachwuchsspieler beim SV Sevelen. Ohne die Anfeuerungsrufe der Zuschauer wäre so ein Turnier auch nur halb so schön. Aber Respekt gilt vor allem Sebastian Kisteneich, Abteilungswart Volleyball beim TV Sevelen und seinen Teamkollegen, die sich auch von Wind und Regen nicht abschrecken lassen und unermüdlich ein solch fulminantes Hobbyturnier stemmen.

Quelle: RP
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