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Schach
Das Straelener Schnelldenker-Festival

Schach: Das Straelener Schnelldenker-Festival
Konzentration pur: Im Forum des Straelener Gymnasiums herrschte weitgehend absolute Stille, während die insgesamt 248 Schachspieler und -spielerinnen über ihren Zügen brüteten. Im Vordergrund die große Trophäe, die diesmal nach Essen-Katernberg ging. FOTO: Gerhard Seybert
Straelen. Die 27. Auflage des Internationalen Schnellschach-Turniers war ein voller Erfolg. Der SC Straelen begrüßte 248 Denksportler und präsentierte sich als perfekter Gastgeber. Der Wanderpokal ging an die Sportfreunde Katernberg. Von Volker Himmelberg

Die riesige Trophäe sollte unbedingt einen Stammplatz in der Vitrine des Rheydter Schachvereins erhalten. Zu diesem Zweck hatte der Club, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils die Mannschaftswertung gewonnen hatte, eigens 35 Denksportler nach Straelen geschickt. Doch aus dem erhofften Titel-Hattrick wurde bei der 27. Auflage des Internationalen Schnellschach-Turniers nichts. Die große Delegation aus Rheydt musste sich diesmal mit Rang zwei begnügen. Weil die Sportfreunde Katernberg aus Essen einige Talente mitgebracht hatten, die in den Nachwuchs-Klassen deutlich mehr Punkte sammelten und ihrem Verein den Gesamtsieg bescherten.

Das Festival für Schnelldenker - jeder Spieler hat pro Partie gerade einmal 25 Minuten Bedenkzeit - war erneut ein voller Erfolg. Exakt 248 Freunde und Freundinnen des königlichen Spiels saßen sich im Forum des Gymnasiums an den Brettern gegenüber. Und trotz der großen Resonanz war es weitgehend mucksmäuschenstill. "Es ist immer wieder beeindruckend, welch konzentrierte Atmosphäre herrscht, sobald die Partien eröffnet worden sind", sagte Heinz-Dieter Mehler, langjähriges Vorstandsmitglied des SC Straelen.

Der 72-Jährige und seine Mitstreiter können zu Beginn des neuen Jahres immer wieder bekannte Gesichter begrüßen. Für viele Schachspieler ist das Straelener Turnier ein Pflichttermin, für den man auch gerne eine weite Anfahrt in Kauf nimmt. So war Robert Fedler aus Frankfurt angereist. Der verdiente Lohn: Der Hesse blieb in der D-Klasse ungeschlagen und sicherte sich mit sechs von sieben möglichen Punkten den Gesamtsieg. Mehler: "Er kommt jedes Jahr zu uns. Ich kenne ihn schon ewig." Besonders freute sich der Mitorganisator über den Sieg der jungen Solingerin Amina Sherif in der B-Klasse: "Amina hat früher schon als Mädchen bei uns in den Nachwuchsklassen gespielt. Und jetzt gewinnt sie plötzlich bei den Großen."

Die Beliebtheit des Wettbewerbs kommt nicht von ungefähr. Zum einen kümmert sich der Schach-Club Straelen Jahr für Jahr darum, dass die Gäste optimale Bedingungen vorfinden. So hatte der Verein wieder einmal im Vorfeld der Veranstaltung das erforderliche Equipment - unter anderen 150 Schachbretter - beim Fachverlag Niggemann im westfälischen Heiden abgeholt. Schon weit vor Spielbeginn gab's ein ausgiebiges Frühstück für die Teilnehmer, die sich für die ersten Züge stärken wollten; bis in die Abendstunden hatte die Caféteria geöffnet.

Und zum anderen wäre da noch der finanzielle Anreiz: In der Vereinswertung wurden mit Unterstützung der Stadtsparkasse Preise im Gesamtwert von 750 Euro vergeben, wobei der SC Straelen dank des Katernberger Erfolges immerhin keinen neuen Pokal anschaffen muss. Während sich der Nachwuchs über kleine Trophäen und Urkunden freute, wurden die drei Erstplatzierten der sechs Spielklassen für Erwachsene prozentual am Startgeld beteiligt. Grund zum Jubeln hatte auch ein Lokalmatador. Guido Op de Hipt, der ansonsten für die erste Mannschaft des TTC Geldern-Veert seine Gegner Matt setzt, hatte in der E-Klasse mit sechs Siegen und nur einer Niederlage die Nase vorn.

Im hochkarätig besetzten Feld der A-Klasse siegte Christof Sielecki. Der Dinslakener blieb ungeschlagen und verwies mit 6,0 Punkten den für die SG Bochum startenden Russen Mikhail Zaitsev (5,5) auf Platz zwei. Bester Denksportler aus dem Gelderland war der Kevelaerer Hans-Werner Vonk, der mit 3,5 Punkten auf dem zwölften Rang landete.

Übrigens: Das Attribut "International" hatte in diesem Jahr ganz besonders seine Berechtigung. Neben den vielen Schachfreunden aus den Niederlanden, die traditionell den kleinen Grenzverkehr nutzen, ließen auch zwei Südamerikaner ihre Köpfe rauchen. Ein Spieler aus Chile und eine Spielerin aus Paraguay zeigten ihr Können auf den 64 Feldern - beide verbringen zurzeit ein Auslandsjahr am Niederrhein.

Quelle: RP
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