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Reitsport
"Daydream" lässt Träume wahr werden

Reitsport: "Daydream" lässt Träume wahr werden
Manchmal ist das Leben eben doch ein Ponyhof: Jule Mertins (links) präsentiert "Pieter Pan", ihre Schwester Nele hat "Daydream de Luxe M" an ihrer Seite. Die Geschwister vom RV "von Bredow" Wetten gehören zu den hoffnungsvollsten Reitsport-Talenten im Rheinland. FOTO: RP-Foto Thomas Binn
Wetten. Jule Mertins gewann in diesem Monat den Nachbarschulte-Pony-Cup. Ihre ältere Schwester Nele ist mit dem Pony aus eigener Zucht beim Bundeschampionat in Warendorf gestartet. Den Talenten vom RV Wetten gehört die Zukunft. Von Bianca Mokwa

Einträchtig reiten Jule und Nele nebeneinander. Ihre Wochenenden verbringen sie im Reitstall oder auf Turnierplätzen, mit Erfolg. Die zwölfjährige Jule Mertins gewann den Nachbarschulte-Pony-Cup im westfälischen Gahlen und wurde Kreismeisterin im Vierkampf. Sie gehört zum NRW-Kader. Ihre 17-jährige Schwester Nele gewann die Kreismeisterschaft der Junioren in Bedburg-Hau und wurde Zweite bei den Rheinischen Meisterschaften in der Dressur. Zweimal ist sie mit ihrem Pony "Daydream de Luxe M" bereits beim Bundeschampionat gestartet - so etwas wie der Deutschen Meisterschaft der Reiter.

Eigentlich beginnt die Erfolgsgeschichte der beiden Schwestern, die für den RV "von Bredow Wetten" im Einsatz sind, viel früher. "Mein Vater hat Pferde gezüchtet, damit fing alles an", sagt Mutter Corinna. Der Großvater gab also den entscheidenden Anstoß für das eigene Pony. "Die Kinder sollten sehen, wie ein Pony aufwächst", lautet die einfache Erklärung von Corinna Mertins, weshalb sich die Familie auf das Wagnis einließ, ein eigenes Pferd zu züchten. Zunächst gab's nächtelanges Bangen - das erste Fohlen starb. Das zweite ist kerngesund und hört auf den klangvollen Namen "Daydream de Luxe M".

Den Sattel erobert hat Nele bereits als Dreijährige. "Erst Vertrauen zum Pony gewinnen, kein Reitsport", erklärt Vater Kai Mertins die Anfänge. Der Sport bereitet Eltern und Kindern viel Freude. Die gemeinsamen Tage auf dem Bundeschampionat werden so zum Familienausflug.

Die Tage der Führzügelklasse sind für Nele längst vorbei. "Vielleicht mal S-Dressuren reiten", das steht noch auf der Wunschliste der 17-Jährigen. Aktuell startet sie in der L-Klasse, danach käme M. "In der S-Dressur reiten Großpferde", sagt sie nachdenklich. Sich deswegen von einem der Ponys trennen - das kann sie sich absolut nicht vorstellen. Vor allem zum "luxuriösen Tagtraum" aus der eigenen Zucht besteht eine besondere Verbindung. "Wenn wir zum Stall fahren und sie hört unser Auto, fängt sie sofort an zu wiehern und freut sich", sagt Nele. Ob mit den eigenen Ponys ein Mädchentraum in Erfüllung ging ? Kollektives Nicken.

Das bedeutet aber auch Arbeit und Verzicht. Vier Stunden am Tag sind die Mädchen im Stall. Mindestens dreimal in der Woche ist Training angesagt. "Es gibt immer irgendetwas, was man verbessern kann", erzählt Nele. Die Ponys müssen selbstverständlich versorgt und bewegt werden.

Als Druckmittel bei eventuell schlechten Schulleistungen wurden die Tiere nie eingesetzt. "Geht gar nicht, die sind lebendig und nicht wie ein Fernseher, dessen Konsum man verbieten oder einschränken kann", sagt Vater Mertins. Wenn im Fernsehen Reitturniere übertragen werden, merkt er wieder, welchen Stellenwert dieser Sport in seiner Familie hat. "Dann darf ich keine Fußballspiele mehr gucken", sagt er und lacht.

Tochter Jule sieht besonders gerne der deutschen Dressurreiterin Helen Langehanenberg zu. "Das sieht alles immer so leicht und schön aus", beschreibt Jule den Reitstil ihres großen Vorbilds. Das Idol ihrer Schwester Nele ist ihre Trainerin Katja Camp. Sie lobt deren sicheren Umgang mit den Pferden.

Für die Zukunft haben sich die beiden Schwestern auch schon einige Ziele gesteckt. Jule möchte gerne L-Dressur reiten und sich für den Bundes-Vierkampf in Langenfeld qualifizieren. Nele hofft, mit Pony "Angel of Mine Z" die Qualifikation für das Bundeschampionat zu schaffen. "Aber das Wichtigste ist, dass die Pferde gesund bleiben, und wir auch", sind sich die Schwestern einig.

Quelle: RP
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