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Lokalsport
Den Heimatverein gibt man niemals auf

Lokalsport: Den Heimatverein gibt man niemals auf
Immer mit vollem Tatendrang dabei: Heute blickt Goswin Linder gerne auf seine sportlichen Jahre beim VfL Pont zurück. FOTO: Seybert
Pont. Der 73-Jährige Goswin Linder hat die Geschicke des VfL Pont beinahe 30 Jahre lang mitgeprägt. Lange Zeit war er zudem Vorsitzender des Vereins. Nun blickt er auf seine sportlichen Jahre zurück. Ein Besuch bei ihm zu Hause. Von Norbert Hemmersbach

Der Besucher hatte ein komisches Gefühl. Womit nur das Gespräch beginnen? Zwanzig Jahre war es schließlich her, als er nach einer Jahreshauptversammlung des VlL Pont mit dem Vorstand noch ein paar fröhliche Pilsrunden gedreht hatte. Mein lieber Herr Gesangsverein, das wurde damals spät.

Goswin Linder bemerkt bei seinem Gast aber ein gedankliches Zögern, lehnt sich langsam zurück und lässt die Pointe wirken. Dann guckt er, als wolle er sagen: Du denkst wohl, dass ich das vergessen habe. Aber ein Mann wie Goswin Linder vergisst so etwas nicht. Schließlich gab es auf der Versammlung damals herrliches Rotkraut, Kartoffeln und ein höllisch scharfes Gulasch.

Hinzu kam, dass die Vorstandsmitglieder eine Idee von Goswin Linder aufgegriffen hatten, der die Mitgliederzahl bedroht sah und sich deswegen Sorgen machte. Diese schlechte Zeit hat er noch in guter Erinnerung. Er kann also sehr viel über den VfL erzählen, den er fast drei Jahrzehnte mitgeprägt hat - ein ganzes Stück seines Lebens an der Spitze. Man sollte wissen, dass seine Leidenschaft und sein Herz dem VfL gehören. Allerdings war er auch ein Vorsitzender mit konkreten Vorstellungen. So plädierte er als konservativer Kaufmann stets für einen vorsichtigen Umgang mit dem Geld.

Aufrecht sitzt er viele Jahre später nun in seinem Gartenstuhl. "Ja, wir hatten natürlich trotzdem Probleme." Die muss man nicht mehr nennen. Das war in einigen Vereinen ja nicht anders. Linder sorgte aber stets mit dafür, dass sich der Wind nicht zu heftig drehte, denn er liebt ja den VfL. Und gerade dafür schätzen ihn die Ponter auch.

In seinem Gartenhaus schaut der Gast auf Bilder, Farben und Fotos aus dieser Zeit. Hat er gerade gesagt, er sei in wenigen Wochen 74? "Ja", sagt er. Als er etwas später an seinem Teich die Fische füttert und freundlich lächelt, hat er etwas symphatisch Handfestes.

Goswin Linder nimmt an vielem Anteil. Ein stets großartiger Gesprächspartner, belesen, informiert und seinem Gegenüber absolut zugewandt.

Und wenn ein Tag so verlaufen ist, wie er sich das vorgenommen hat, war er in seinem großen Garten oder vielleicht ein bisschen Radfahren durch das Gelderland. Wenn das irgendwann nicht mehr gehen sollte, würde er wohl krank werden. Aber noch ist es längst nicht so weit. Linder ist fit wie ein Turnschuh und erfreut sich bester Gesundheit.

Seine Leidenschaft für den Dorfverein kam auf, als er gerade einmal 17 Jahre alt war. Sofort begann er damals, sich am Vorstandstisch zu engagieren. Heute erinnert er sich gerne an diese Zeit zurück, in der im Dorf auf ganz andere Art als heute nicht viel los war. Wegzugehen hatte für Goswin Linder trotzdem keinen Reiz. Das wäre das Letzte für ihn gewesen - Vereinstreue nennt man so etwas. Und auch auf dem Platz war der 73-Jährige aktiv. Als Stürmer wurde er mehrere Jahre beim VfL sehr geschätzt. Und diese lehreichen Jahre haben den damals torhungrigen jungen Stürmer nachhaltig geprägt. Gejubelt wurde kürzlich auch zu Hause, denn Linder feierte soeben Goldhochzeit. Nun sitzt er da, ganz der Gemütliche, und strahlt. "Wir sind jetzt schon seit 50 Jahren verheiratet". Und zum Abschluss gräbt der Gartenfreund dann noch ein Wort hervor: "Glücklich".

Quelle: RP
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