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Tischtennis
Der Aufstieg ist ein teures Vergnügen

Tischtennis: Der Aufstieg ist ein teures Vergnügen
Kapitänin Franziska Holla (links) und ihre Schwester Marina nehmen für die NRW-Liga einiges in Kauf. Dennoch sind sie und ihre Mitspielerinnen Lucca Mattheus und Verena Horsten fest gewillt, den Klassenerhalt zu schaffen. FOTO: Venn
Walbeck. Die Tischtennis-Spielerinnen des SV Walbeck zahlen das "Abenteuer NRW-Liga" quasi aus eigener Tasche. Auf die Mannschaft warten schwere Gegner und weite Reisen - die meisten Konkurrenten kommen aus der Region Köln-Bonn. Von Volker Himmelberg

Die Spielerinnen des SV Walbeck mussten erst einmal tief durchatmen, als sie von der Einteilung der neuen Tischtennis-NRW-Liga erfahren hatten. Die meisten der insgesamt elf Konkurrenten in der Gruppe 2 kommen aus dem Köln-Bonner Raum - die beiden Spiele gegen Bayer 05 Uerdingen haben da fast schon Derby-Charakter. "Puh. Wir hatten nicht unbedingt damit gerechnet, dass wir so weit fahren müssen", sagt Mannschaftsführerin Franziska Holla.

Damit wird der sportliche Erfolg - das Walbecker Quartett hatte sich im Frühjahr als Verbandsliga-Meister für die NRW-Liga qualifiziert - im nachhinein zu einem teuren Vergnügen. Beispiel: Der Routenplaner spuckt für die Reise vom Spargeldorf nach Bonn und zurück folgende Daten aus: 268 Kilometer, 30,64 Euro Benzinkosten. Das summiert sich im Saisonverlauf. Und macht deutlich: Franziska Holla, ihre Schwester Marina, die 17-jährige Schülerin Lucca Mattheus (alle noch in Ausbildung) und Verena Horsten trainieren nicht nur hart, um sich in der neuen Umgebung behaupten zu können. Sie bezahlen das "Abenteuer NRW-Liga" quasi auch noch aus eigener Tasche.

"Natürlich haben wir erst mal geschluckt, als wir die Gegner gesehen haben. Wir werden uns demnächst zusammensetzen und besprechen, wie wir das mit den Auswärtsfahrten regeln. Aber wir wollen in jedem Fall den Klassenerhalt schaffen. Man steigt schließlich nicht freiwillig ab, nur um wieder in der näheren Umgebung spielen zu können", betont Franziska Holla.

Und die Verantwortlichen des Vereins signalisieren ihrem Erfolgs-Quartett auch Hilfestellung. "Wir können zwar nicht die Spritkosten übernehmen. Doch ich werde sicherlich die Spielerinnen das eine oder andere Mal in mein Auto packen und zu den Auswärtsspielen fahren. Schließlich sind wir als Verein auch stolz darauf, dass unsere Mannschaften so hoch spielen", sagt der Walbecker Abteilungsleiter Ludger Hebinck. Trotz aller Strapazen und Kosten, die mit dem Aufstieg verbunden sind: Bei Franziska Holla und ihren Mitspielerinnen überwiegt die Vorfreude auf die neue Herausforderung.

"Es wird etliche interessante Spiele geben. Ich habe mir die Aufstellungen unserer Gegner schon angeschaut. Viele Spielerinnen kenne ich von Turnieren und aus der Zeit, als ich in der Regionalliga für Rheydt gespielt habe", erklärt die Kapitänin.

Der SV Walbeck hat noch ein weiteres Eisen im NRW-Liga-Feuer. Die Herren haben sich als Verbandsliga-Vierter ebenfalls für die neue Spielklasse qualifiziert, die der Westdeutsche Tischtennis-Verband als Bindeglied zwischen Ober- und Verbandsliga installiert hat, um für mehr Chancengleichheit zu sorgen. Zum Aufgebot des Aufsteigers zählen unverändert der litauische Nationalspieler Kestutis Zeimys, Christian Peil, Peter Koelen, Oliver Schauer, Yannick Büns, Jörn Ehlen, Henrik Cobbers und Heinz-Peter Koppers. Für die Männer sind die Anfahrtswege allerdings erheblich kürzer. Die weitesten Strecken sind jeweils etwa 80 Kilometer lang und führen nach Velbert und Wanne-Eickel - vergleichsweise ein Katzensprung. Der Abteilungsleiter traut auch den Männern einiges zu. "Viele Gegner sind für uns bekannte Größen. Die Konkurrenz ist stark. Aber ich bin mir sicher, dass sich unsere Mannschaft in der NRW-Liga etablieren kann", sagt Hebinck.

Quelle: RP
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