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Kampfsport
Der Deutsche Meister im Muay-Thai

Geldern. Seit vier Jahren hat sich der junge Gelderner Sebastian von Hoensbroech der thailändischen Kampfkunst verschrieben. Am Wochenende sicherte sich der 18-Jährige überraschend den Titel und träumt jetzt von der Weltmeisterschaft. Von Volker Himmelberg

Video-Analysen, Konditionsarbeit mit Triathleten aus Viersen, unzählige Taktikbesprechungen mit Trainer Achim Wagener: Sebastian von Hoensbroech hat sich in den vergangenen Monaten unermüdlich auf den sportlichen Höhepunkt seiner Laufbahn vorbereitet. Die Mühen haben sich gelohnt. Der 18-jährige Gelderner hat am Wochenende in Bremen völlig überraschend die Deutsche Meisterschaft im Muay Thai in der Gewichtsklasse bis 63,5 Kilogramm gewonnen. "Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. In der Seniorenklasse habe ich es schließlich mit zum Teil wesentlich älteren Gegnern zu tun, die wesentlich mehr Erfahrung mitbringen", sagt der junge Champion.

Muay Thai ? "Die Sportart ist in Thailand so populär wie bei uns Fußball", versichert Achim Wagener, Chef der Gelderner "Akademie für Asiatische Kampfkunst und Kultur". Im Mittelpunkt stehen Fuß-, Faust-, Ellenbogen- und Knietechniken - die "natürlichen Waffen" zur Selbstverteidigung. Sebastian von Hoensbroech, der vor vier Jahren bei Wagener mit dem Training begonnen hat, beherrscht die Kampfkunst nahezu perfekt.

Vor einem Jahr hatte der junge Mann erstmals auf sich aufmerksam gemacht, als er bei den nationalen Titelkämpfen der Junioren die Bronzemedaille gewann - damals noch in der Klasse bis 57 Kilogramm. Im Februar musste sich der ehrgeizige Teenager bei der Landesmeisterschaft in Aachen seinem Kontrahenten David Schiller aus Düsseldorf erst im Finale geschlagen geben, löste aber als Vizemeister das Ticket für die nationalen Titelkämpfe. Und Achim Wagener hatte seinen Schützling schon damals vorne gesehen. "Natürlich muss man die Entscheidung der Kampfrichter akzeptieren. Aber meiner Meinung nach war Sebastian in zwei von drei Runden besser", erzählt der Trainer. Am Wochenende machten sich der Lehrmeister und sein Schützling auf den Weg nach Bremen - ohne große Erwartungen. Wagener: "Ich wusste zwar, dass Sebastian sehr gut vorbereitet ist. Doch die Umstellung auf den Seniorenbereich ist enorm. Ich wäre jedenfalls schon mit einer Platzierung unter den besten Zehn vollauf zufrieden gewesen."

Doch es kam alles anders. Sebastian von Hoensbroech schaltete mit enorm hohen Schlag- und Trittfrequenzen einen Gegner nach dem anderen aus. Im Finalkampf gab's ein Wiedersehen mit David Schiller. "Ein kleiner, beweglicher Kämpfer, der sofort voll zur Sache geht", erklärt der Trainer. Doch der 18-jährige Gelderner ließ sich nicht beeindrucken, hatte in allen drei Runden die Nase vorn und machte damit sein Meisterstück.

Wenige Tage nach dem Triumph fasst Sebastian von Hoensbroech bereits das nächste große Ziel ins Auge. Detlef Türnau, Präsident des Deutschen Muay-Thai-Bundes mit Sitz in Grevenbroich, hat dem talentierten Kampfsportler bereits eine Berufung in den Nationalkader in Aussicht gestellt. Der Weltverband IFMA ("International Federation Muay-Thai-Amateur") richtet vom 19. bis zum 29. Mai im schwedischen Jönköping die Weltmeisterschaft aus - von Hoensbroech darf sich berechtigte Hoffnungen auf einen Auftritt auf der ganz großen Bühne machen.

"Sebastian hätte sich einen Start bei der WM redlich verdient. Das Ganze ist natürlich auch kostspielig. Deshalb hoffe ich, dass uns der eine oder andere Sponsor bei diesem ehrgeizigen Projekt unterstützt", sagt Wagener.

Quelle: RP
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