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Der Meistermacher und sein Spielgestalter

Lokalsport: Der Meistermacher und sein Spielgestalter
Bald wird wieder gemeinsam gefeiert: Stephan Houben, Trainer des Oberliga-Aufsteigers SV Straelen, freut sich auf das Wiedersehen mit Aram Abdelkarim. Der junge Edeltechniker, der aus der Jugend des 1. FC Mönchengladbach stammt, kommt vom Regionalligisten Wattenscheid 09. FOTO: Heinz Spütz/Dieter Wiechmann
Straelen. Zwei Männer, eine Meinung: Stephan Houben und Katip Sürün, Trainer und sportlicher Leiter des Fußball-Oberligisten SV Straelen, bekommen ihren Wunschkandidaten für das zentrale Mittelfeld. Von Volker Himmelberg

Die beiden Entscheidungsträger der Grün-Gelben hatten sich schon seit einigen Wochen intensiv um die Verpflichtung von Aram Abdelkarim bemüht. Jetzt steht fest: Der 22-jährige Spielgestalter, der in den vergangenen drei Jahren insgesamt 33 Einsätze in der Regionalliga für Fortuna Düsseldorf II und zuletzt für die SG Wattenscheid 09 absolviert hat, kickt in der kommenden Saison an der Römerstraße.

Der Edeltechniker, der in Mönchengladbach aufgewachsen ist und dort in der Jugend des 1. FC das Fußballspielen gelernt hat, hatte Angebote von einigen Ober- und Regionalligisten. Doch Abdelkarim hatte zwei gute Gründe, sich für den SV Straelen zu entscheiden. Ein wichtiges Argument: "Kato" Sürün konnte dem jungen Mann eine berufliche Perspektive aufzeigen. Der nächste entscheidende Faktor: Er spielt künftig wieder unter jenem Trainer, mit dem er die wohl schönste Saison seiner noch jungen Laufbahn verbracht hat.

Stephan Houben warf das aufstrebende Talent in der Saison 2013/'14 ins kalte Landesliga-Wasser. Für Abdelkarim kein Problem: Er avancierte in seinem ersten Seniorenjahr sofort zum Leistungsträger. Seine beeindruckende Bilanz spricht Bände: 15 Treffer und elf Torvorlagen in 26 Einsätzen. "Danach war schon klar, dass wir Aram damals nicht mehr halten konnten", erinnert sich Houben. Zuvor hatte Abdelkarim in der Winterpause noch ein weiteres Glanzlicht gesetzt und war bei der Mönchengladbacher Hallenfußball-Stadtmeisterschaft zum besten Spieler des Turniers gewählt worden. Der Traum von der Profikarriere sollte anschließend zwar nicht in Erfüllung gehen - während seiner Zeit bei den "U 23"-Junioren von Fortuna Düsseldorf wurde der Mittelfeldspieler immer wieder auch von Verletzungen zurückgeworfen.

Doch immerhin gibt's jetzt ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Entdecker und Förderer. Stephan Houben freut sich bereits auf die erneute Zusammenarbeit und lobt seinen früheren und künftigen Schützling in höchsten Tönen: "Er hat eine ausgezeichnete Technik, ist schnell, torgefährlich und schießt sehr gute Standards. Aram gehört zu den besten Fußballern, mit denen ich bislang zusammenarbeiten durfte."

Nicht zuletzt dank der intensiven Bemühungen von "Kato" Sürün nimmt der Straelener Kader allmählich Gestalt an, mit dem das "Abenteuer Oberliga" erfolgreich in Angriff genommen werden soll. Zuvor hatte der Aufsteiger bereits die Flügelspieler Nico Wehner (Germania Ratingen) und Drilon Istrefi (TSV Meerbusch) als Neuzugänge präsentiert. "Damit sind wir im offensiven Bereich bereits sehr gut für die Oberliga gerüstet", sagt Houben. Doch es gibt auch noch die eine oder andere Baustelle, die möglichst zügig in Angriff genommen werden soll.

So könnte auf den SV Straelen ein Problem auf der "Sechser"-Position zukommen. Nachdem sich die beiden Winterneuzugänge Pascal Schmitz und Daniel Vogel bereits wieder abgemeldet haben, ist Fabio Ribeiro im defensiven Mittelfeld aktuell ziemlich auf sich allein gestellt. Und auch in der Innenverteidigung könnte der Aufsteiger sicherlich neben Frederik Verlinden und Sander Lenders noch einen weiteren Mann gebrauchen, der für Zuverlässigkeit bürgt.

Denn einst steht fest: Die Oberliga wird kein Honigschlecken. Nach dem Wuppertaler SV hat sich in der abgelaufenen Saison im KFC Uerdingen auch noch der zweite "Riese" in die Regionalliga verabschiedet. Jetzt wittern einige Vereine ihre Chance auf den Aufstieg und rüsten entsprechend auf. Das beste Beispiel liefert momentan Vorjahres-Aufsteiger VfB Homberg, der nahezu täglich einen namhaften Neuzugang meldet. Daneben zählen Vizemeister Spielvereinigung Essen-Schonnebeck, der 1. FC Bocholt und die SSVg. Velbert zum Kreis der Vereine, die durchaus einen Gedanken an jene Liga verschwenden, in der allmählich das Profigeschäft beginnt.

Der SV Straelen konzentriert sich zunächst darauf, die vier Abstiegsplätze möglichst von Anfang an auf Distanz zu halten. Die Chancen der Grün-Gelben, dieses Minimalziel erreichen zu können, stehen nicht schlecht. Spätestens mit der Verpflichtung von Aram Abdelkarim bringt der Aufsteiger das fußballerische Rüstzeug für die fünfthöchste deutsche Spielklasse mit. Wenn "Kato" Sürün in den nächsten Wochen vielleicht noch den einen oder anderen "Arbeiter" für die Abwehr aus dem Hut zaubert, muss sich der SV Straelen vor keinem Gegner verstecken.

Quelle: RP
 
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