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Handball
Der Super-Samstag in der Vogteihalle

Handball: Der Super-Samstag in der Vogteihalle
Roman Grützner (rechts) steht derzeit auf der Verletztenliste von Oberliga-Coach Nils Wallrath. Er wird dem ATV II noch länger fehlen. FOTO: Gerhard Seybert
Aldekerk. Das Handball-Paket des TV Aldekerk: Oberliga Männer, 3. Liga Frauen und Nordrheinliga Männer. Von Carsten Bleckmann und Reinhard Pösel

Es kommt nicht häufig vor, dass man innerhalb weniger Stunden die drei ranghöchsten Mannschaften des TV Aldekerk zu sehen bekommt. An diesem Samstag ist das in der Vogteihalle der Fall. Den Auftakt macht Männer-Oberligist und Aufsteiger TV Aldekerk II, anschließend gibt es Frauen-Handball aus der dritthöchsten Liga und zum Abschluss des langen Sporttages noch einmal Männer-Handball - diesmal aus der Regionalliga-Nordrhein.

Erstes Spiel um 15 Uhr: TV Aldekerk II - MTV Dinslaken (Oberliga Männer). Was für ein Auftakt. Zu Gast ist der verlustpunktfreie Tabellenführer. Dinslakens Trainer Harald Jakobs formte ein Team, das in der Liga derzeit das Maß der Dinge ist - es erzielte die meisten Tore und kassierte die wenigsten. "Wir gehen sicherlich als Außenseiter in die Partie", sagt Nils Wallrath. Die Verletzungssorgen erträgt der Aldekerker Trainer mit Gelassenheit. "In den letzten Jahren ist der Kelch diesbezüglich an uns vorüber gegangen, jetzt sind wir wohl mal dran", sagt er. Roman Grützner wird ihm, wie seit dieser Woche feststeht, noch länger fehlen als ursprünglich gedacht. Doch auch der Abgang von Robin Appelhans, den es für ein Jahr in die USA zog, lässt ihn und sein Team nicht mutlos werden. Allen Widrigkeiten zum Trotz will Wallrath mit seinem Team gegen Dinslaken mit Vollgas spielen. Am vergangenen Wochenende in Angermund reichte es nicht, um über die volle Spielzeit mitzuhalten. Das ist aber für Wallrath nicht Anlass zur Besorgnis, es ist vielmehr in dessen Saisonplanung eingepreist: "Wir wollten versuchen, uns als Aufsteiger in der neuen Liga zu etablieren. Jetzt müssen wir erst mal kleine Brötchen backen."

Zweites Spiel um 17.30 Uhr: TV Aldekerk - PSV Recklinghausen (3. Liga Frauen). Den Saisonstart hatten die Verantwortlichen beim PSV sich sicher anders vorgestellt, vor allem ruhiger. Nach nur drei Partien gingen Verein und Cheftrainerin Sandra Rother getrennte Wege. Die Konstellation zwischen Alt und Jung habe nicht gepasst, hieß es in einer knappen Verlautbarung des Vereins, der im ehemaligen Co-Trainer Dominik Schlechter schnell Ersatz fand. Dennoch, mit einem Punktestand von 4:6-Zählern ist der Ruhrgebietsclub nach fünf Partien Sechster und von Existenzängsten eigentlich noch weit entfernt. Doch ein Abgleiten in den Tabellenkeller wie in der vergangenen Saison, aus dem der PSV sich erst durch die Neuordnung der Ligen befreien konnte, sollte frühzeitig vermieden werden.

Mit den Polizistinnen treffen die Aldekerkerinnen auf ein junges Team, das wegen der Breite des Kaders schwer auszurechnen ist, doch per Video analysiert wurde. Nach der knappen Niederlage des ATV in der vergangenen Woche brennen die Frauen um das Trainerduo Dagmara Kowalska/Georg van Neerven auf Wiedergutmachung. "Wir wollen uns vor eigenem Publikum und vollem Haus das Selbstvertrauen zurückholen", gibt sich Rückraumspielerin Jaqueline Gilej kämpferisch. "Im besten Fall klappt das, und wir können die nächsten Punkte einfahren."

Drittes und letztes Spiel um 19.30 Uhr: TV Aldekerk - HSG Düsseldorf/Neuss II (Regionalliga Nordrhein Männer). Die Handballer von Trainer Matthias Sommer haben sich vor zwei Wochen mit einem mitreißenden Sieg gegen die HSG Siebengebirge von ihren Anhängern verabschiedet. Und sie werden sich jetzt mit einem weiteren Sieg zurückmelden. Den errang der Nordrhein-Ligist vor einer Woche als Gast der U 23-Mannschaft des Zweitligisten Bergischer HC. 36:30 stand es am Ende für den ATV, der dabei auf Linkshänder Thomas Jentjens verzichten musste. Das aber dadurch gut kompensierte, indem sich alle anderen bei der Torverteilung noch etwas mehr ins Zeug legten.

Auf die Frage, ob der ATV in Solingen so stark gewesen sei oder aber der Gegner nicht stark genug, sagte Trainer Sommer, dass die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte zu suchen sei. Das lässt mit Blick auf das heutige Spiel gegen die Zweitvertretung der HSG Düsseldorf/Neuss, die sich im Frühjahr dieses Jahres rhein-übergreifend gebildet hat, vermuten, dass die Aldekerker ihr Leistungspotenzial noch nicht ausgeschöpft haben.

Der heutige Gegner ist in der Tabelle zwar nicht weit vom Bergischen HC entfernt, hat aber in dieser Saison neben vier Niederlagen auch schon einen Achtungserfolg gefeiert. Die HSG, die von dem 117-maligen Nationalspieler Mark Dragunski trainiert wird, hat der SG Langenfeld die erste Saison-Niederlage beigebracht und drei der übrigen vier Spiele nur knapp verloren. Da dürfte es heute Abend mehr als zu einem Spiel zwischen dem Tabellenvierten Aldekerk und -vorletzten Düsseldorf kommen.

Quelle: RP
 
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