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Leichtathletik
Die blitzschnellen Senioren kommen

Leichtathletik: Die blitzschnellen Senioren kommen
Die Haare sind zwar schon etwas grau geworden, doch mit dem Sprinten klappt's noch: Eine Momentaufnahme von den Senioren-Meisterschaften im Kevelaerer Hülspark-Stadion aus dem Jahr 2008. FOTO: Olaf Ostermann
Kevelaer. Das Hülspark-Stadion ist bald wieder Schauplatz einer Leichtathletik-Großveranstaltung. Der Deutsche Leichtathletik-Verband richtet am 5. September mit dem Kevelaerer SV die Deutsche Team-Meisterschaft der Senioren aus. Von Volker Himmelberg

Franz Josef Probst freut sich sichtlich darüber, dass "sein" Hülspark-Stadion demnächst wieder einmal so richtig zur Geltung kommt. "Angefangen mit den ,West Games' im Jahr 1995 haben wir in Kevelaer schon etliche Wettkämpfe auf Top-Niveau ausgerichtet", sagt der langjährige Präsident des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein. Jetzt hat der erfahrene Funktionär, der im vergangenen Jahr als erster Deutscher mit dem "European Athletics Member Federation Award" ausgezeichnet wurde, wieder einmal seine Kontakte für seine Heimatstadt spielen lassen.

Denn der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) richtet am Samstag, 5. September, in Zusammenarbeit mit dem Kevelaerer SV die Deutschen Team-Meisterschaften der Senioren aus. Dieser Wettbewerb feierte seine Premiere 1972 in München drei Wochen nach den Olympischen Spielen. Damals hieß er noch "Deutsche Altersklassen-Mannschaftsmeisterschaft" - doch selbstverständlich gehen auch die Leichtathleten mit der Zeit.

Bei den Titelkämpfen handelt es sich um eine Art Familientreffen der Asse von einst. "Die meisten Sportler kennen sich seit vielen Jahren. Deshalb ist diese Meisterschaft immer von einer freundschaftlichen Atmosphäre geprägt", erklärt Gisela Stecher, Bundesbeauftragte des DLV für Senioren-Wettkämpfe. Und die Leichtathletikfreunde aus dem Gelderland dürfen sich auf ein Wiedersehen mit vielen Stars von früher freuen. "Ich bin mir sicher, dass wir wieder einige frühere Welt- und Europameister sowie Olympia-Teilnehmer begrüßen können", meint Petra Bous, die für den Leichtathletik-Verband Nordrhein an der Organisation beteiligt ist.

So dürfte den älteren Sportfreunden beispielsweise Gunther Spielvogel noch in guter Erinnerung sein. Der einstige Weltklasse-Hochspringer landete 1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko City mit einer Höhe von 2,14 Meter als bester Deutscher auf Platz sieben. Und zwar mit dem guten, alten Straddle-Stil, als die Springer die Latte noch bäuchlings überquerten. Der mittlerweile 71-Jährige verfügt immer noch über solch eine enorme Sprungkraft, dass er in Kevelaer für die "M 50"-Auswahl von Bayer 04 Leverkusen Punkte sammeln wird.

Insgesamt werden im Hülspark-Stadion in zehn Tagen neun Deutsche Mannschaftsmeister ermittelt. Bei den Männern finden Wettkämpfe der Altersklassen M 30, 40, 50, 60 und 70 statt; bei den Frauen fehlt lediglich die Altersklasse 70. Der Modus ist recht einfach. Die Starter müssen das jeweilige Alter erreicht haben, ältere Sportler können bei entsprechender Fitness - siehe Gunther Spielvogel - auch jüngere Teams verstärken. Jede Mannschaft geht mit zehn bis zwölf Athleten an den Start, die in den Disziplinen Laufen, Werfen und Springen Punkte sammeln.

Unter den mehr als 50 Mannschaften, die aus ganz Deutschland anreisen, fehlt zum Bedauern von Franz Josef Probst eine Auswahl aus dem Kreis Kleve: "Die Senioren-Leichtathletik liegt leider bei uns seit einigen Jahren brach." So etwas wie Heimspiel-Atmosphäre wird daher wahrscheinlich nur Hans-Jürgen Sura genießen. Die Organisatoren gehen davon aus, dass der Vorsitzende des Stadtsportverbandes Alpen im Diskuswerfen startet.

Beim örtlichen Gastgeber laufen die Vorbereitungen auf die nationalen Titelkämpfe längst auf Hochtouren. "Das Ganze ist zwar mit sehr viel Arbeit verbunden, macht aber auch einen Riesenspaß", versichert Ulrich Heßing, Leichtathletik-Abteilungsleiter des Kevelaerer SV. Der KSV ist am 5. September mit rund 50 Helfern im Einsatz, die sich beispielsweise um die kulinarischen Bedürfnisse der Sportler und Besucher kümmern. Der Leichtathletik-Verband Nordrhein sendet weitere 70 offizielle Helfer ins Hülspark-Stadion, da bei einer Deutschen Meisterschaft die Ergebnisse selbstverständlich genauestens protokolliert werden müssen.

Auch die Stadt freut sich bereits auf die sportlichen Gäste. Bernd Pool, Leiter des Kevelaerer Stadtmarketing: "Wir haben in Sachen Tourismus bekanntlich einiges zu bieten. Und vielleicht gefällt dem einen oder anderen Leichtathleten unsere Stadt ja so gut, dass er demnächst als Urlauber nach Kevelaer zurückkehrt."

Quelle: RP
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