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Lokalsport
Ein Fußball-Turnier mit lauter Siegern

Lokalsport: Ein Fußball-Turnier mit lauter Siegern
Die Mädchen der Gelderner Liebfrauenschule um Klassenlehrerin Marlies Brückner siegten gestern auf ganzer Linie - nicht nur auf dem Spielfeld. Und die Jungs vom Friedrich-Spee-Gymnasium präsentierten sich als echte Wettbewerbs-Mannschaft. FOTO: Monika Kriegel
Geldern. Engagement, Organisations- und Improvisationstalent: Die Jugendlichen der Jahrgangsstufe 12 der Gelderner Liebfrauen-Schule haben einen tollen Wettbewerb auf die Beine gestellt. Gestern durfte gekickt und gejubelt werden. Von Volker Himmelberg

Selbst alte Turnierhasen geraten gerne einmal aus der Fassung, wenn Mannschaften kurzfristig absagen und damit den vorgesehenen Spielplan über den Haufen werfen. Alina Jansen nimmt so ein Malheur mit einem gelassenen Schulterzucken. "Da muss man eben ein bisschen improvisieren", sagt die Sportabiturientin der Gelderner Liebfrauenschule, die beim Fußball-Wettbewerb im Gelderland-Stadion nicht zum ersten Mal ihr Organisationstalent zeigt. Die beiden vorgesehenen Mannschaften des Moerser Gymnasiums in den Filder Benden sind nicht gekommen. Macht nichts. Turnierleiterin Alina macht im Vorrunden-Spielplan der Jungs aus der geplanten Vierer- kurzerhand eine Dreiergruppe. Und bittet ihre Schulkameradinnen vom Gelderner Berufskolleg vor dem Anpfiff der ersten Partie, zwei Mannschaften zu bilden. "Das ist alles kein Problem. Und etwas Erfahrung bringe ich ja auch schon mit, weil ich vor einem Jahr ein Volleyball-Turnier unserer Schule geleitet habe", erzählt Alina Jansen.

Die Mädchen und Jungen haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um im Rahmen der 125-Jahr-Feier der Liebfrauen-Schule ein Fußball-Turnier für Schul-Mannschaften der Jahrgangsstufe 12 auf die Beine zu stellen. Begeistert zeigt sich Klassen- und Sportlehrerin Marlies Brückner: "Vor etwa sechs Wochen kam meine Schülerin Samira Berns mit der Idee auf mich zu, diesen Wettbewerb zu veranstalten. Und in der Zwischenzeit haben die Jugendlichen fast alles in Eigenregie erledigt."

Samira Berns, die als Torjägerin ebenso wie ihre Klassenkameradin Alina Jansen zu den Leistungsträgerinnen des Frauenfußball-Landesligisten Viktoria Winnekendonk gehört, setzte sich beispielsweise mit Thomas Beeker vom Schul- und Sportamt der Stadt Geldern an einen Tisch. Dieser gab sofort grünes Licht und den Kunstrasenplatz im Gelderland-Stadion als Austragungsort frei.

Ohne Mannschaften kein Turnier - die Liebfrauenschüler schrieben die Schulen in der unmittelbaren und etwas weiteren Umgebung an. Die Resonanz ließ nicht lange auf sich warten und fiel sehr erfreulich aus: Das Kardinal-von-Galen-Gymnasium Kevelaer, die Unesco-Gesamtschule Kamp-Lintfort, das Krefelder Vera-Beckers-Berufskolleg und das Gelderner Friedrich-Spee-Gymnasium schickten gestern ihre Mannschaften gegen die Kicker des Gastgebers ins Rennen.

Die Liebfrauen-Mädchen verzichten freiwillig auf Alina Jansen - die hat als Turnierleiterin alle Hände voll zu tun. Und dennoch springt für die Gastgeberinnen am Ende der Favoritensieg heraus. Schließlich ist ja Ideengeberin Samira Berns am Ball. Im Wettbewerb der Jungs führt Bio-Pauker Ewald Hülk eine Liebfrauen-Lehrerauswahl aufs Feld. Stilecht in Brasilien-Trikots. Dennoch setzt es drei klare Vorrunden-Niederlagen. Hülk nimmt's mit jenem Humor, der von seinen Schülern geschätzt wird: "Immerhin ist uns eine 1:7-Niederlage erspart geblieben."

Der Pokal geht an eine echte Wettbewerbs-Mannschaft. Die Jungs vom Friedrich-Spee-Gymnasium verlieren ihr Auftaktspiel gegen die Kardinal-von-Galen-Kicker und starten danach so richtig durch. Das Halbfinale entscheiden sie im Elfmeterschießen für sich. Im Endspiel gibt's ein Wiedersehen mit der Kevelaerer Auswahl - mit einem 2:0 glückt die Revanche für das 0:1 in der Vorrunde.

Sebastian Clarke, Mathe- und Sportlehrer am Kevelaerer Gymnasium und in seiner Freizeit erfolgreicher Spielertrainer des Bezirksliga-Aufsteigers Sportfreunde Broekhuysen, nimmt die Finalniederlage nicht auf seine Kappe "Ich hab die Jungs hier nur betreut", scherzt er nach dem Schlusspfiff.

Übrigens haben sich die Gastgeber auch noch einen Sonderpreis für die originellste Ausrüstung einfallen lassen. Dieser geht nicht an die "brasilianischen" Lehrer. Sondern an die Kevelaerer Mädchen, die in Röcken kicken.

Quelle: RP
 
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