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Handball
Ein herrlich packender Handballabend

Aldekerk. Handball-Oberliga Männer: Der TV Aldekerk und die SG Langenfeld trennten sich leistungsgerecht 28:28 (13:16). Von Reinhard Pösel

Wenn der Oberligadritte TV Aldekerk in heimischer Halle auf den Spitzenreiter SG Langenfeld trifft, dann muss man nicht erfinderisch sein, um diese nicht alltägliche Begegnung unter Spitzenspiel einzuordnen. Allerdings halten Spiele, die auf dem Papier schwergewichtig wie dieses am Samstagabend in der Vogteihalle daherkommen, den Vorschusslorbeeren nicht immer stand. Diesmal allerdings war alles genauso, wie es sich die Beteiligten beider Teams und die Handballanhänger gewünscht hatten. Es wurde ein großartiges Spiel mit zahlreichen Höhen auf beiden Seiten, aber auch mit nicht ganz so exzellenten Momenten. Dabei entstand eine Mixtur, die genug Inhaltsstoffe bot, um letzten Endes die eine wie die andere Mannschaft zum Sieg zu führen. Dass am Ende des Abends in roten Lettern auf schwarzem Grund ein 28:28 von der Hallenwand herunterleuchtete, entsprach dann wohl der sportlichen Gerechtigkeit. Zu dieser Einschätzung rang sich zu vorgerückter Stunde, als die Diskussionen in der Vogteihalle bei einem kühlen Bier längst noch nicht abgeschlossen waren, auch Aldekerks Trainer Achim Schürmann durch. "Über 60 Minuten geht das Ergebnis in Ordnung", sagte der 42-Jährige.

Es war ein packender Handballabend, den beide Mannschaften den Zuschauern boten. Schürmann hatte von Anfang an im Angriff auf extremes Tempo gesetzt und schickte von daher gleich zu Beginn Lukas Hüller als Mittelmann auf die Platte. Und wie der lange verletzt gewesene Regisseur den von ihm geforderten Handball interpretierte, war großartig. Zielsicher wanderte der Ball von Hand zu Hand, mit schnellen Kreuzungen vor der gegnerischen Abwehr und sicheren Abschlüssen. Das passierte in einer Geschwindigkeit, mit der die SG Langenfeld zunächst überhaupt nicht zurecht kam. Da sie zudem im Angriff in den ersten Minuten des Spiels im Angriff Nerven zeigte, marschierte der ATV über ein 3:1 und 4:2 auf 6:3 davon. Zu dem Zeitpunkt waren gerade einmal acht Minuten vorüber.

Allmählich jedoch stabilisierte sich der Gegner, wurde sicherer im Abschluss und aufmerksamer in der Deckung. Dabei entlarvte er die Schwachstelle in der Aldekerker Abwehr, die gegen den gegnerischen Halblinken, egal wen SGL-Trainer Dennis Werkmeister dorthin beorderte, lange Zeit kein Rezept fand. In der 12. Minute lag die SGL mit 7:6 ein erstes Mal in diesem Spiel in Führung. Und obwohl ATV-Keeper Florian Lindenau eine Großtat nach der anderen zeigte, vermochten die Aldekerker den Bock bis zur Pause nicht wieder umzustoßen. Gerade, wenn Hüller nicht auf der Platte stand, war das Aldekerker Spiel zu behäbig und durch den Gegner leicht zu durchschauen. Negativ schlug zudem zu Buche, dass Christoph Kleinelützum mit den Nerven zu kämpfen hatte und von daher seiner Mannschaft nicht helfen konnte. Dagegen stützten sich die Gäste auf eine breite Bank, die auf überdurchschnittlichem Niveau recht gleichmäßig besetzt war. Das führte schließlich dazu, dass die Langenfelder bis zur Halbzeitpause eine aus Sicht des ATV bedrohliche 16:13-Führung herausgearbeitet hatten.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aber erneut. Dieses Mal zu Gunsten der Aldekerker, deren Abwehr von Trainer Schürmann geringfügig, aber wirkungsvoll umgestellt wurde. Zudem kamen sie nach dem Wiederanpfiff innerhalb von nur 90 Sekunden durch drei Treffer des starken Fabian Schneider zum 16:16-Ausgleich. Nachdem Matome Rampyapedi wenig später den Ball von der rechten Außenposition im Langenfelder Tor untergebracht hatte, lag der ATV nach längerer Zeit an diesem Abend wieder einmal in Führung. Das Spiel entwickelte sich jetzt zu einem echten Kräftemessen auf Augenhöhe mit individuellen Leckerchen, die die Zuschauer in Begeisterung versetzte. Tempogegenstoß von Schneider, herrlicher Sprungwurf von Can Greven und eine Peitsche von Thomas Jentjens aus der Rückraummitte - und der ATV lag nach 53 Minuten 25:22 in Front.

Doch was Aldekerk sich mit feinen Aktionen aufgebaut hatte, war mit leichten Fehlern und nicht gut genug vorbereiteten Würfen auch genauso schnell wieder umgestoßen. 60 Sekunden vor Schluss, nachdem sich Andre Eich verdächtig nahe am Stürmerfoul gegen Schneider durchgesetzt und getroffen hatte, stand der ATV beim 27:28 wieder unter Druck, alles zu verspielen. Greven glich jedoch 15 Sekunden vor Schluss aus - in der restlichen Spielzeit musste die Aldekerker Deckung dann noch einmal alles geben, um wenigstens einen Punkt festzuhalten. Es gelang - auch das verdientermaßen.

Quelle: RP
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