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Lokalsport
Eintracht bietet großes Volleyball-Kino

Lokalsport: Eintracht bietet großes Volleyball-Kino
Lisa Harmsen lieferte gestern Abend eine überragende Vorstellung und führte ihre Mannschaft zum wichtigen 3:1-Erfolg gegen den TuS Herten. FOTO: Gerhard Seybert
Geldern. Volleyball-Regionalliga der Frauen: Einen Tag nach der 0:3-Niederlage gegen den designierten Meister USC Münster II läuft der VC Eintracht Geldern zu großer Form auf. Mit einem 3:1 gegen den TuS Herten rückt das Team auf Rang vier vor. Von Maren Herbe und Volker Himmelberg

VC Eintracht Geldern - USC Münster II 0:3 (11:25, 20:25, 8:25); VC Eintracht - TuS Herten 3:1 (24:26, 25:18, 31:29, 25:22). Lisa Harmsen hatte gestern Abend ein Einsehen mit ihren Eltern. Mit einem platzierten Schlag verwertete die Außenangreiferin des VC Eintracht Geldern, die eine überragende Vorstellung lieferte, den zweiten Matchball. Ausgelassen feierten die Spielerinnen vor rund 200 begeisterten Zuschauern in der Sporthalle "Am Bollwerk" ihren fünften Saisonsieg, der zugleich den Sprung auf Platz vier bedeutet. Zuvor hatte Eintracht-Vorsitzender Hartmut Harmsen phasenweise kaum noch hinschauen können. Seiner Frau, Eintracht-Jugendwartin Marie Luise Harmsen, ging es nicht viel besser: "Ich bin froh, dass ich gerade kein Blutdruck-Messgerät angeschlossen habe."

Ein überaus spannendes Spiel mit dem besseren Ende für die Gastgeberinnen: Beide Mannschaften boten dem Publikum großes Volleyball-Kino mit hohem Unterhaltungswert. Einen Tag nach der 0:3-Niederlage gegen den übermächtigen Spitzenreiter USC Münster II raffte sich die Eintracht zu einer ganz starken Leistung auf. Die Gastgeberinnen erwischten einen guten Start und verschafften sich eine schnelle 10:5-Führung. Der Fünf-Punkte-Vorsprung hielt bis zum 20:15. Doch urplötzlich riss bei der Eintracht der Faden. Die Mannschaft geriet mit 22:24 in Rückstand, wehrte zwei Satzbälle ab. Und hatte auf einmal doch den ersten Satz mit 24:26 abgeschenkt. "Völlig unnötig", meinte Hartmut Harmsen kopfschüttelnd.

Doch die Gelderner Spielerinnen schüttelten sich nur kurz und nahmen im zweiten Durchgang das Heft wieder in die Hand. Erneut sprach beim Stand von 19:13 alles für die Eintracht, erneut beschlich die Fans wenig später beim Stand von 19:18 ein mulmiges Gefühl. Harmsen: "Das darf nicht wahr sein." Doch dann schnappte sich Lisa Harmsen den Ball und setzte zu einer imponierenden Aufschlagserie an. Schon stand's 25:18 und 1:1.

Und dann erlebten die Zuschauer einen dritten Satz, den sie so schnell nicht vergessen werden. Beide Mannschaften kämpften jetzt erbittert um die 2:1-Führung. Und boten dabei mit packenden Ballwechseln ein Volleyball-Spektakel vom Allerfeinsten. Zum Schluss hatte die Eintracht das Glück des Tüchtigen. Eine Hertener Angreiferin schlug den Ball gegen die Netzantenne und löste einen Jubel der Erleichterung aus: Durchgang drei war soeben mit 31:29 an die Eintracht gegangen, die zuvor zwei Satzbälle abgewehrt hatte. Die Mannschaft um Trainer Thomas Cöhnen ließ sich jetzt den angestrebten Dreier nicht mehr nehmen. Nach dem Punkt zum 14:13 gab die Eintracht die Führung und damit den Heimsieg nicht mehr aus der Hand. Hartmut Harmsen: "Ein ganz wichtiger Erfolg. Jetzt müssen wir uns vorerst nicht mehr nach unten orientieren." Im Gegenteil: Der VC Eintracht Geldern hat jetzt 13 Punkte auf seinem Konto und nur noch drei Zähler Rückstand auf den Tabellenzweiten SG Werth/Bocholt.

Die Meisterschaft ist praktisch schon an den USC Münster II (22 Punkte) vergeben, der seine Klasse auch am Samstag in der Sporthalle "Am Bollwerk" demonstriert hatte. "Der Gegner hat einfach keine Fehler gemacht und ständig Druck ausgeübt. Wir hatten keine Chance", meinte Cöhnen anerkennend.

Quelle: RP
 
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