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Fleißige Teamarbeit für den Kunstrasen

Lokalsport: Fleißige Teamarbeit für den Kunstrasen
Handarbeit für den Kunstrasen: Jürgen Gatzweiler (l.), Vorsitzender des SV Sevelen, und Bauleiter Norbert Backus, der die Koordination der ehrenamtlichen Arbeiten übernommen hat, freuen sich, dass der Traum des Vereins in Erfüllung gegangen ist. FOTO: Gerhard Seybert
Sevelen. Die legendäre Asche ist Geschichte. Die hochmoderne Kunstrasenanlage fast fertig. Die Fußballer des SV Sevelen hatten eine starke Dorfgemeinschaft und hilfsbereite Unternehmer im Rücken. Am 5. August wird das Schmuckstück eröffnet. Von Volker Himmelberg

So funktioniert eine "Dorfgemeinschaft 2.0": In einer "WhatsApp-Gruppe" oder auf einer Facebook-Seite wird ein Aufruf gestartet. Und kurze Zeit später versammeln sich viele Menschen, um fleißig anzupacken. Das beste Beispiel hierfür haben in den vergangenen Wochen und Monaten die Mitglieder und Freunde des SV Sevelen geliefert. Erst im November hatte der Rat der Gemeinde Issum endgültig grünes Licht für den Bau einer Kunstrasen-Anlage gegeben und einen Zuschuss in Höhe von 500 000 Euro bewilligt. Und jetzt ist das Projekt bereits so gut wie vollendet. "Das funktioniert nur, wenn man eine starke Dorfgemeinschaft im Rücken hat. Und wir wussten schon vorher, dass wir uns auf viele Helfer verlassen können", sagt Vorsitzender Jürgen Gatzweiler.

Schon zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn der Mensch normalerweise freie Tage im Kreise seiner Familie genießt, ging's auf der legendären Sevelener Asche ordentlich zur Sache. Rund 30 Fußballfreunde trafen sich täglich, um beispielsweise die Flutlichtmasten abzureißen oder das alte Stankett abzubauen. Um die Verpflegung der fleißigen Arbeiter kümmerte sich oftmals Vereinswirt Georg Esters vom Juchmeshof, der auch schon einmal kurzfristig mit Pommes und Currywurst anrückte.

Das Engagement hat sich gelohnt. Der Sportverein musste noch rund 250 000 Euro für den neuen Kunstrasen aufbringen und hat mittlerweile den größten Teil dieser Summe in Eigenleistung abgedeckt - soll heißen mit Muskelkraft. "Uns fehlen aktuell noch rund 8000 Euro", erklärt Jürgen Gatzweiler, der mit seinen 42 Jahren zu den jüngsten Vereinsvorsitzenden im Fußball-Kreis Kleve-Geldern gehört. Vor drei Jahren hatte er mit ähnlich jungen Kollegen wie Fußball-Obmann Ronny Czadzeck, seinem Stellvertreter Michael Rörthmans oder Kassierer Peter Gartz, der demnächst für den Vorsitz des Fördervereins kandidiert, das Kommando beim SV Sevelen übernommen. Gatzweiler: "Und dann möchte man natürlich auch sofort etwas bewirken."

Gesagt, getan: Der neue Vorstand erinnerte sich an den Sevelener Traum vom Kunstrasen. Schon im Jahr 2006 hatte der damalige Vorsitzende Klaus Berghs erstmals einen Antrag bei der Gemeinde gestellt. Dieser war allerdings damals in der Schublade verschwunden. Im zweiten Anlauf hat's geklappt. Weil die Dorfgemeinschaft funktioniert hat. Und weil der SV Sevelen sich auf Unternehmer aus der Umgebung verlassen konnte, die ein Herz für die Kicker hatten. So wie etwa Dietmar Devers und Thomas Schlabbers von der gleichnamigen Erdbaufirma aus Kapellen, die die einstigen Wälle auf dem Sportplatz zum Sonderpreis dem Erdboden gleich machte. "Die haben hier im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzt", sagt Gatzweiler.

Und auch in Zukunft ist tatkräftiges Ehrenamt gefragt. Denn der Verein hat sich im Gegenzug zum üppigen Zuschuss von der Gemeinde verpflichtet, die Pflege der Sportanlage zu übernehmen. Für diese wichtige und zeitintensive Aufgabe hat der SV Sevelen bereits eine rüstige "Rentner-Gang" motivieren können. An der Spitze ein echter Experte: Heinrich "Henn" Waerder, ehemaliger Chef des Issumer Bauhofs.

In dieser Woche haben noch Mitarbeiter des Kunstrasen-Spezialisten "Polytan" aus Grefrath das Gelände planiert. Jetzt kommt nach das Geläuf drauf - und schon ist das Schmuckstück fertig. Die offizielle Eröffnung ist für Samstag, 5. August, geplant - in Verbindung mit dem Waldfest. Die traditionelle Großveranstaltung des SV Sevelen dient dann auch als "Helferfete". Unter anderen für jene Männer, die selbst im Dezember ins Schwitzen geraten sind.

Quelle: RP
 
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