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SV Straelen
Kicker planen die Kunstrasen-Offensive

Geldern: Kicker planen die Kunstrasen-Offensive
Fußball wie auf einem Teppichboden – das soll’s in naher Zukunft auch in der Blumenstadt Straelen geben. Der Anfang soll mit einer hochmodernen Kunstrasenanlage im Stadion an der Römerstraße gemacht werden. Hintergrund: Der SV Straelen feiert 2019 sein 100-Jähriges und mischt womöglich schon im nächsten Jahr in der Regionalliga mit. FOTO: Seybert, Gerhard
Straelen. Der SV Straelen wünscht sich zum 100-Jährigen eine hochmoderne Sportanlage an der Römerstraße. Bis zum Jahr 2022 wollen die kleinen Fußball-Geschwister SV Herongen, Sportfreunde Broekhuysen und SC Auwel-Holt nachziehen. Von Volker Himmelberg

Der volle Vereinsname macht's deutlich: Der SV 19 Straelen feiert in Kürze sein 100-Jähriges. Und die Grün-Gelben machen sich zurzeit berechtigte Hoffnungen auf ein großzügiges Geburtstagsgeschenk. Am kommenden Dienstag wird im Straelener Ausschuss für Bürgerdienste der "Antrag des SV 19 Straelen e.V. zur Umrüstung des Tennenplatzes in einen Kunstrasenplatz" erörtert.

Der Plan: Der in die Jahre gekommene Ascheplatz hinter der Tribüne im Stadion an der Römerstraße, der in seltenen Fällen auch schon mal als Parkfläche genutzt wird, soll einer hochmodernen Kunstrasen-Anlage weichen. Inklusive Tartanlaufbahn, Weitsprunggruben und Kugelstoßring für die Leichtathleten. Nicht zu vergessen die Runderneuerung der Flutlichtanlage, die zurzeit eher die Leuchtkraft einer Funzel hat. Das ist selbstverständlich kein billiges Vergnügen. Das Projekt wird auf rund 850.000 Euro geschätzt – 750.000 Euro sollen nach Möglichkeit schon im nächsten Jahr aus dem städtischen Haushalt fließen.

Werner Terheggen, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Straelen, ist durchaus zuversichtlich, dass die Kommunalpolitiker schon am Dienstag ein Herz für die Fußballer zeigen. "Natürlich liegt die Entscheidung bei den Ratsherren und -frauen. Aber wenn wir nicht optimistisch wären, hätten wir den Antrag nicht gestellt. Die entsprechenden Pläne gab's ja schon 2015, die damals wegen der angespannten Haushaltslage auf Eis gelegt werden mussten. Inzwischen hat sich die Situation verbessert", sagt Straelens oberster Sportler.

Der SV Straelen hat neben dem nahenden Jubiläum auch ein sportliches Pfund, mit dem er wuchern kann. Die Fußballer führen nach dem Aufstieg in die Oberliga fast schon sensationell in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse die Tabelle an. Bis zum 28. Februar hat der Vorstand um Präsident Hermann Tecklenburg Gelegenheit, sich für die Regionalliga-Lizenz zu bewerben – und der Aufstieg ist nach Lage der Dinge alles andere als ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass der SV Straelen ab der Saison 2018/'19 auch in der Oberliga keine Spiele auf Asche austragen darf. Und damit hätte der Verein wegen des Flutlicht-Standorts ein echtes Problem, wenn der Terminplan Heimspiele in der Woche vorsieht.

Aber natürlich sind auch die "kleinen" Fußball-Geschwister in der Stadt längst auf den Geschmack gekommen und planen in der Blumenstadt die Kunstrasen-Offensive. Aktuell ist Straelen im Gegensatz zu den Nachbarstädten und -gemeinden Geldern, Kerken und Wachtendonk noch Diaspora in Sachen "Teppich-Kick" – das soll sich rasend schnell ändern. Falls die Stadt grün-gelbes Licht für das Projekt an der Römerstraße gibt, werden in den Folgejahren 2019 (SV Herongen), 2020 (Sportfreunde Broekhuysen) und 2021 (SC Blau-Weiß Auwel-Holt) die nächsten Kunstrasenanträge folgen – Gerechtigkeit muss schließlich sein.

Am kommenden Dienstag werden zunächst noch zwei weitere Anträge vorgestellt, die auf dem vorweihnachtlichen Wunschzettel der Straelener Fußballer stehen. Der SC Blau-Weiß Auwel-Holt versteht sich als Verein für die ganze Dorfgemeinschaft und möchte seinen 675 Mitgliedern an der Maasstraße in Kürze ein neues Clubheim bieten. Damit die hässlichen Container, in denen zurzeit Bälle und Sportgeräte lagern, endlich von der Sportanlage verschwinden können. Errechnete Kosten für das Bauvorhaben: 417.000 Euro – rund 330.000 Euro soll die Stadt beisteuern.

Vergleichsweise ganz bescheiden geben sich die Sportfreunde Broekhuysen, die vorerst nur um einen neuen Trainingsplatz mit Naturrasen bitten. Dieses Ansinnen ist verständlich, da das alte Trainingsgelände rund 300 Meter vom Vereinsheim entfernt ist und die Nachwuchskicker zu jeder Jahreszeit einen Wirtschaftsweg absolvieren müssen, der auch für den Autoverkehr frei ist. Dieses Projekt lässt sich mit gerade einmal 86.500 Euro in die Tat umsetzen – bei einem städtischen Zuschuss von 69.000 Euro.

 

 
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