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Leichtathletik
Heynen und Schüttrigkeit "fliegen" durch Pfalzdorf

Leichtathletik: Heynen und Schüttrigkeit "fliegen" durch Pfalzdorf
Joe Mends vom SV Sonsbeck (Startnummer 1931) drückte gleich nach dem Startschuss des "Zehners" das Gaspedal durch. Doch schnell war's mit der Spitzenposition vorbei. Diese übernahmen dann bis ins Ziel der hinter Mends zu erkennende Tim Schüttrigkeit und Jörn Hansen (Startnummer 287). Die beiden Athleten machten schließlich den Sieg über zehn Kilometer unter sich aus. FOTO: Klaus-Dieter Stade
Kreis. Beim 28. "Pfalzdorfer Sylvesterlauf" ist Roman Heynen vom LV Marathon Kleve über die fünf Kilometer lange Strecke am schnellsten. Auf der doppelt so langen Distanz dominiert Tim Schüttrigkeit. Mehr als 3000 Athleten sind insgesamt am Start. Ein Rundgang zu den Schauplätzen. Von Sabrina Peters und Christian Cadel

Traditionell veranstaltet die Alemannia Pfalzdorf am letzten Tag des Jahres ihren berühmten "Sylvesterlauf". Bei der 28. Auflage kamen mehr als 3000 Läufer sowie Hunderte von Zuschauern in die Pfälzerstadt. Auch viele Teilnehmer aus dem Gelderland waren am Start. Sie erlebten eine reibungslos ablaufende Veranstaltung mit Schauplätzen bei Start und Ziel am Schulzentrum, aber auch entlang der Strecke.

SCHAUPLATZ EINS Ins Foyer der Freiherr-von-Motzfeld-Grundschule in Pfalzdorf kam bereits am Vorabend des "Sylvesterlaufes" Leben. Die knapp 3000 Teilnehmer, darunter auch eine Gruppe von laufbegeisterten Flüchtlingen, erhielten vorab die Möglichkeit, ihre Startnummern abzuholen, damit es am Veranstaltungstag entspannter zugehen konnte.

Viel zu tun bekamen die Frauen und Männer aus dem Mitarbeiterpool der Alemannia aber trotzdem. Gerade nach dem Fünf-Kilometer-Lauf, dem ersten von vier Läufen, standen die Athleten Schlange, um ihre Urkunden abzuholen. Außerdem konnten sie ihr Pfandgeld in Höhe von zwei Euro, das sie für ihre elektronisch aufbereitete Startnummer hinterlegen mussten, zurück bekommen. Die Organisatoren hatten jedoch im Vorfeld die Bitte geäußert, dass die Läufer davon keinen Gebrauch machen mögen und das Geld stattdessen der Flüchtlingshilfe "Runder Tisch Goch" zugute kommen lassen. 2600 Euro kamen so zusammen.

SCHAUPLATZ ZWEI Auf dem Platz gegenüber der Kirche hatte sich der Mann positioniert, der den ganzen Tag lang für gute Stimmung entlang der Strecke sorgte. Jörg Gierling von "Sound Station" ist seit mehr als zehn Jahren für die musikalische Untermalung zuständig und bediente in einem Anhänger seine Anlage. "Vier Stunden haben wir alles aufgebaut", sagte Gierling, der vor allem darüber erleichtert war, dass alles pünktlich fertig wurde. Die passende Musik ist schließlich die Krönung eines gelungenen Events. "Ich suche für Pfalzdorf immer Party-Musik aus, gemischt mit aktuellen Charts und Oldies, damit für jeden etwas dabei ist und die Läufer angespornt werden", erläuterte Gierling. Die zwei Stunden Abbau in den Abendstunden gingen ihm angesichts der glücklichen Gesichter bei Läufern wie Zuschauern dann auch leicht von der Hand.

SCHAUPLATZ DREI Der Moderatorenplatz von Ferdi van Heukelum unterhalb der Kirche war ein weiterer wichtiger Schauplatz. Der Nütterdener mit dem nie erlahmenden Sprechorgan moderierte den Pfalzdorfer Lauf zum vierten Mal. Er informierte die Zuschauer über alle Topläufer, Starts und Zieleinläufe, die in einem Video im Internet auf www.sylvesterlauf.de nochmals angesehen werden können. Es war auch ihm zu verdanken, dass die mehrstündige Veranstaltung den Zuschauern kurzweilig vorkam.

SCHAUPLATZ VIER Der Zielkanal im Bereich des Schulbusbahnhofs war am Ende des Fünf-Kilometer-Laufs ein Ort der Spannung und des Glücks. Die letzten Meter hätten kaum mitreißender sein können. Ein Trio aus Roman Heynen (LV Marathon Kleve), Armin Gero Beus (SV Sonsbeck) sowie Luca Fröhling (SV Sonsbeck) setzte sich vom Feld ab und löste mit nur wenigen Sekunden Abstand die Zielelektronik aus. Erstaunlich dabei: Alle drei blieben unter der 16-Minuten-Marke.

Heynen setzte sich mit drei Sekunden Vorsprung auf Beus und acht Sekunden auf Fröhling durch. "Für mich ist dieser dritte Platz bei meiner altersbedingten ersten Teilnahme am Fünf-Kilometer-Lauf und nach meiner Verletzung sehr gut. Von daher bin ich mit meiner Zeit zufrieden. Hinten heraus habe ich gemerkt, dass ich verletzt war und nicht so zulegen konnte, wie ich wollte", erklärte Fröhling im Zielbereich. Etwas mehr Zeit benötigte Heinz van Dongen, erfahrener Läufer in Reihen des TSV Weeze. Er brauchte für die fünf Kilometer durch Pfalzdorf 17:42 Minuten und belegte am Ende Platz 12. Dennoch konnte van Dongen einen imaginären Titel feiern.

Er avancierte mit seiner Zeit zum besten Teilnehmer aus dem Gelderland. Zweitbester aus dem Südkreis wurde Daniel Wirth, der für den Sport-LK des Gelderner Friedrich-Spee-Gymnasiums startete und nach rund 19 Minuten ins Ziel kam.

SCHAUPLATZ FÜNF Bei der Urkunden- und Preisübergabe auf einem Anhänger am Ende des Zielkanals konnten sich die drei Schnellsten der jeweiligen Entscheidungen noch einmal vom Publikum feiern lassen.

Besonders freuen konnte sich nach dem Lauf über zehn Kilometer die LG Alpen, für die Tim Schüttrigkeit (31:24 Minuten) und Jörn Hansen (32:43 Minuten) einen Doppel-Erfolg abgesahnt hatten. Hansen gratulierte seinem Vereinskollegen auch als einer der Ersten. "Tim läuft in einer anderen Liga. Es macht Spaß, ihm zuzuschauen. Da kann man es gut verkraften, wenn man hinter ihm nur als Zweiter ins Ziel kommt. Wenn Tim weiter trainiert, kann er in ein paar Jahren die zehn Kilometer unter 30 Minuten laufen", prophezeite Hansen. Schüttrigkeit, der auch im Gelderland kein Unbekannter ist und schon mehrere Läufe im Südkreis für sich entscheiden konnte, sprach dagegen ein Lob an ganz Pfalzdorf aus: "Die Stimmung an der Strecke war diesmal der Hammer." Dem schloss sich Anna-Lina Dahlbeck (TuS Xanten), die schnellste Frau an diesem Tag über zehn Kilometer, an. "Es war einfach nur toll. Auch die Disziplin der Läufer, die uns beim Überrunden Platz gemacht haben, war vorbildlich", schwärmte Dahlbeck.

Bester Gelderländer über die zehn Kilometer lange Strecke wurde Marc Neuhaus. Er kam nach 37:24 Minuten ins Ziel und reihte sich als Dreizehnter in die Ergebnisliste ein. Marc Hubert vom TSV Weeze benötigte rund 40 Sekunden mehr, um die Ziellinie zu passieren. Am Ende sprang Platz 22 heraus. Lahcen Otmani vom GSV Geldern avancierte zum drittbesten Athlet aus dem Südkreis und belegte über die zehn Kilometer lange Strecke Platz 27.

SCHAUPLATZ SECHS Auf dem Schulhof der Freiherr-von-Motzfeld-Schule konnten sich alle Läufer nach ihrem Wettbewerb stärken. Mehr als 4500 Becher Zitronentee verteilten Franz Lörcks und sein 25-köpfiges Team von der Versorgungsabteilung. "In den Stoßzeiten, gerade nach dem Fünf-Kilometer-Lauf, kamen wir kaum mit den Bechern nach", erklärte Lörcks, der aber trotzdem gelassen blieb. "In den vergangenen Jahren hat sich schließlich eine Menge eingespielt."

SCHAUPLATZ SIEBEN Das vierköpfige Physiotherapeuten-Team um Dave Mölders, das sich in der Freiherr-von-Motzfeld-Schule eingerichtet hatte, sorgte sich nach den Läufen um die kleinen und größeren körperlichen Beschwerden der Athleten. "Nach dem Lauf haben wir die Muskeln der Teilnehmer mit Massagen gelockert, so dass sie wieder gesund nach Hause fahren konnten", erklärte Dave Mölders.

Die Läufer nahmen dieses Angebot gerne an und dürften nun auch wieder fit und munter sein. Denn die nächsten Läufe stehen an, unter anderem der Kevelaerer Marathon, der am kommenden Sonntag ausgetragen wird.

Info: Die kompletten Ergebnislisten gibt es im Internet auf www.taf-timing.de.

Quelle: RP
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