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Handball
Keeper Thommessen pariert fünf Strafwürfe

Aldekerk. Handball-Oberliga Männer: Der TV Aldekerk unterlag trotzdem der SG Langenfeld mit 25:26 (11:11). Von Reinhard Pösel

Abpfiff in der Sporthalle an der Lindberghstraße. Wenige Sekunden vorher hatte der Aldekerker Fabian Schneider beim Spielstand von 25:26 gegen seine Mannschaft einen Siebenmeter an den Außenpfosten gesetzt. Die noch verbliebenen 20 Sekunden nahmen die Langenfelder geschickt von der Uhr, indem deren Keeper Tobias Geske zuerst den Abwurf verzögerte und anschließend den Ball in hohem Bogen in die äußerste Ecke der Halle beförderte. Wenig später kam das Ende der Vorstellung. Während auf dem einen Teil des Spielfeldes die Gastgeber ihren ersten Saisonerfolg auf heimischer Platte feierten, war auf Aldekerker Seite verständlicherweise Enttäuschung angesagt.

Die ATV-Torleute Florian Lindenau und Christian Thommessen sprachen ihrem ansonsten 100-prozentigen Siebenmeterschützen Trost zu. "Wer den letzten Siebenmeter wirft, kann nunmal der Dumme sein", wird ATV-Coach Schürmann später sagen. Hinter der Bank, auf der Schneider seinen Frust verarbeitet, lehnt der Aldekerker Fabian Schwartz an der Hallenwand. 90 Sekunden vor dem Spielende war er nach einer rot-würdigen Abwehr der Langenfelder mit einem heftigen Nasenstüber zu Boden gestreckt worden. Das geschah in einer entscheidenden Phase des Spiels, indem es gerade ihm und Karsten Wefers gelang, dem Angriffsspiel ihrer Mannschaft wieder mehr Struktur zu geben.

Benommen und wackelig auf den Beinen musste Schwartz von der Platte geführt werden. Es dürfte ihn wenig getröstet haben, dass sich mit Andreas Nelte ausgerechnet der Langenfelder Spieler dabei behilflich zeigte, der bei dieser grenzwertigen Abwehraktion beteiligt war. "Ein Witz ist aber, dass mir die Schiedsrichter erklärten, es wäre von Langenfelder Seite kein Körperkontakt ausgegangen", wusste Schürmann zu berichten. Das hieße mit anderen Worten, Schwartz sei kopflos in die Abwehr gestürmt und habe sich die Auswirkungen seines Handelns selber zuzuschreiben. Eine gewagte Sichtweise. Jedenfalls benötigte Schwartz nach dem Schlusspfiff beide Hände, um die Folgen der Verletzung halbwegs in den Griff zu bekommen. Mit der einen Hand drückte er sich ein Tuch auf die in Mitleidenschaft gezogene Nase, mit der anderen einen Eisbeutel in den Nacken.

In Langenfeld sahen die Zuschauer ein von beiden Seiten intensiv geführtes und gutklassiges Oberligaspiel, bei dem das Heimteam nach zehn Minuten mit 6:3 in Führung lag. Dann jedoch klemmte es im SGL-Angriff, und der ATV kam mit einer 5:1-Serie auf 7:8 (25.) heran, ehe Jonas Mumme einen Strafwurf an die Oberkante des Tores "nagelte". Ihren Negativtrend stoppten die Langenfelder unter anderem durch die Einwechslung von Vinzenz Preissegger, der auf der Spitze verteidigte und mit seinen Aktionen Sand in das nicht so flüssig wie sonst laufende Aldekerker Kombinationsspiel streute. Vielleicht hätte dem ATV ein Tausch auf der Rückraummitte, auf der Christoph Kleinelützum nicht ganz so glücklich wirkte, gut getan. Doch diesbezüglich waren Trainer Schürmann mit dem immer noch verletzten Lukas Hüller die Hände gebunden.

Mit 11:11 ging es in die Pause, aus der die SGL besser herauskam. Obwohl ATV-Keeper Christian Thommessen seine Mannschaft mit fünf (!) gehaltenen Strafwürfen im Spiel hielt, setzte sich die Heimmannschaft auf 19:15 (41.) ab. Der ATV, der bei seinen Treffern einen viel höheren Aufwand als der Gegner betreiben musste, benötigte die Zeit bis kurz vor Schluss, um auf ein Tor heranzukommen. Die Aufholjagd erschwerte die rote Karte gegen Can Greven (45.), der bei einem gegnerischen Tempo-Gegenstoß dem Angreifer in den Arm gegriffen hatte - eine vermeidbare Aktion des Aldekerkers.

"Erfreulich bei alledem war, dass wir uns trotz der eingeschränkten personellen Mittel bis zum Schluss gewehrt und alles versucht haben", sagte Schürmann, der sich zu den zum Teil "amüsanten Schiri-Entscheidungen" nicht weiter äußern wollte.

ATV: Thommessen, Lindenau - Rampyapedi (5), Schneider (5/3), C. Greven (4), Jentjens(4), Mumme (2/1), Kempmann (1), Kleinelützum (1), Schwartz (1), Wefers (1), Dickel.

Quelle: RP
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